StatPearls2026

Isoniazid (INH) bei Tuberkulose: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Isoniazid (INH) ist ein essenzielles Antibiotikum zur Erstlinienbehandlung der aktiven und latenten Tuberkulose (TB). Laut der StatPearls-Zusammenfassung fungiert es als Prodrug, das durch das mykobakterielle Enzym KatG aktiviert wird.

Der Wirkstoff hemmt die Produktion von Mykolsäuren, die für den Aufbau der mykobakteriellen Zellwand unerlässlich sind. Dies verleiht INH eine stark bakterizide Wirkung gegen Mycobacterium tuberculosis.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Mutationen in spezifischen Genen (wie katG oder inhA) zu Resistenzen führen können. Eine Monotherapie mit INH bei aktiver Tuberkulose beschleunigt die Resistenzentwicklung und wird daher nicht empfohlen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Einsatz von Isoniazid:

Indikationen

Laut Leitlinie wird Isoniazid für folgende Hauptindikationen empfohlen:

  • Aktive Tuberkulose-Infektion (in Kombinationstherapie)

  • Latente Tuberkulose-Infektion

  • Präventivtherapie bei HIV-Infizierten mit einem Tuberkulin-Hauttest (PPD) von mindestens 5 mm

  • Personen mit engem Kontakt zu Tuberkulose-Erkrankten

Therapie der aktiven Tuberkulose

Für die Behandlung der aktiven Tuberkulose wird ein mehrwöchiges Kombinationsschema empfohlen. Die Initialphase besteht laut Leitlinie aus einer achtwöchigen Therapie mit Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol (RIPE-Schema).

Daran schließt sich eine 18-wöchige Erhaltungsphase mit Isoniazid und Rifampicin an. Zur Prävention einer peripheren Neuropathie wird die gleichzeitige Gabe von Pyridoxin (Vitamin B6) empfohlen.

Therapie der latenten Tuberkulose

Bei der latenten Tuberkulose gibt es verschiedene empfohlene Therapieregime. Die Leitlinie bevorzugt eine dreimonatige wöchentliche Gabe von Isoniazid in Kombination mit Rifapentin.

Als Alternative wird eine neunmonatige tägliche Monotherapie mit Isoniazid aufgeführt.

Monitoring

Vor Therapiebeginn wird die Bestimmung der Ausgangswerte von Leberenzymen (AST, ALT), Bilirubin, alkalischer Phosphatase, Serumkreatinin und Thrombozyten empfohlen.

Ein routinemäßiges Monitoring der Leber- und Nierenwerte während der Behandlung ist laut Leitlinie nur bei auffälligen Ausgangswerten oder erhöhtem Risiko für Hepatotoxizität erforderlich.

Dosierung

Dosierung bei Erwachsenen und Kindern (ab 12 Jahren)

Indikation / SchemaMedikamentenkombinationDosierung von IsoniazidDauer
Latente TB (bevorzugt)INH + Rifapentin15 mg/kg (max. 900 mg) wöchentlich3 Monate (12 Dosen)
Latente TB (Alternative 1)INH + Rifampicin5 mg/kg (max. 300 mg) täglich3 Monate (90 Dosen)
Latente TB (Alternative 2)INH Monotherapie5 mg/kg (max. 300 mg) täglich6 oder 9 Monate
Aktive TBINH (im RIPE-Schema)5 mg/kg (max. 300 mg) täglichInitial 8 Wochen, dann Erhaltung

Spezifische Patientengruppen

PatientengruppeDosisanpassungBesonderheiten
NiereninsuffizienzKeine Anpassung erforderlichVolle Dosis trotz verlängerter Halbwertszeit
LeberinsuffizienzVorsichtige AnwendungEngmaschiges Monitoring empfohlen
Kinder (2-11 Jahre, latente TB)25 mg/kg/DosisWöchentliche Gabe mit Rifapentin für 3 Monate

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Absolute Kontraindikation: Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Isoniazid oder andere Bestandteile der Formulierung.

  • Boxed Warning (Hepatotoxizität): Es wird vor schweren medikamenteninduzierten Leberschäden gewarnt, die meist in den ersten drei Behandlungsmonaten auftreten.

  • Leberschäden: Bei schwerer Leberschädigung unter INH-Therapie muss das Medikament sofort abgesetzt werden. Eine Reexposition ist kontraindiziert, da sie zu einer fatalen Hepatitis führen kann.

  • Impfungen: Die intravesikale BCG-Impfung ist bei gleichzeitiger Anwendung von INH kontraindiziert.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich vor der Entwicklung einer peripheren Neuropathie unter Isoniazid, insbesondere bei Risikopatienten wie Diabetikern oder Schwangeren. Es wird empfohlen, zur Prävention und Behandlung stets Pyridoxin (Vitamin B6) zu supplementieren. Zudem wird bei einer akuten INH-Intoxikation mit Krampfanfällen die Gabe von Pyridoxin im Verhältnis 1:1 zur aufgenommenen INH-Dosis als spezifisches Antidot angeraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist bei einer Niereninsuffizienz keine Dosisanpassung erforderlich. Es wird empfohlen, die volle Dosis zu verabreichen, auch bei Patienten, die eine Hämodialyse oder Peritonealdialyse erhalten.

Die Leitlinie empfiehlt bei einer Überdosierung die Sicherung der Atemwege sowie die sofortige Behandlung von Hypotonie und Krampfanfällen. Als spezifisches Antidot wird Pyridoxin (Vitamin B6) in einem Gramm-zu-Gramm-Verhältnis zur eingenommenen Isoniazid-Menge empfohlen.

Die Behandlung einer aktiven Tuberkulose mit Isoniazid wird in der Schwangerschaft empfohlen, da das Risiko der unbehandelten Erkrankung für Mutter und Kind die potenziellen Risiken der Therapie übersteigt. Es wird eine begleitende Supplementierung mit Pyridoxin angeraten.

Isoniazid ist ein CYP450-Inhibitor und kann die Serumkonzentrationen von Medikamenten wie Phenytoin, Carbamazepin und Diazepam erhöhen. Zudem wird vor einer erhöhten Paracetamol-Toxizität bei gleichzeitiger Einnahme gewarnt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Isoniazid (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien