Interferon-Test bei Tuberkulose: StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie behandelt den Einsatz von Interferon-Tests zur Diagnostik einer Tuberkulose-Infektion. Tuberkulose wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht und betrifft primär die Lunge.
Nach einer Infektion kann das Immunsystem den Erreger oft eindämmen, was zu einer latenten Tuberkuloseinfektion (LTBI) führt. Eine Reaktivierung dieser latenten Erkrankung verursacht Symptome und trägt zur Weiterverbreitung bei.
Zur Identifizierung einer latenten Infektion stehen der Tuberkulin-Hauttest (TST) und der Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA) zur Verfügung. Der IGRA quantifiziert die Immunreaktion der T-Helferzellen auf spezifische Bakterienantigene aus einer Blutprobe.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Einsatz von Interferon-Tests:
Indikation zum Screening
Laut Leitlinie ist die Testung auf eine latente Tuberkuloseinfektion für Personen mit erhöhtem Risiko für einen Progress zur aktiven Tuberkulose reserviert.
Dazu gehören enge Kontaktpersonen von Erkrankten, immungeschwächte Personen sowie medizinisches Personal.
Es wird davon abgeraten, ansonsten gesunde Personen mit geringem Progressionsrisiko zu testen.
Testverfahren und Vergleich
Die Leitlinie beschreibt zwei verfügbare IGRA-Formate, die sich in ihrer Methodik und Sensitivität unterscheiden:
| Eigenschaft | QuantiFERON-TB Gold Plus | T-SPOT.TB |
|---|---|---|
| Testmethode | ELISA (Vollblut) | ELISPOT (Mononukleäre Zellen) |
| Verarbeitungszeit | Innerhalb von 16 Stunden | Innerhalb von 8 bis 32 Stunden |
| Gemessener Parameter | IFN-γ-Konzentration | Anzahl IFN-γ-produzierender T-Zellen |
| Sensitivität | Ca. 80 % | Ca. 90 % |
| Mögliche Ergebnisse | Positiv, negativ, unbestimmt | Positiv, grenzwertig, negativ, ungültig |
Der Einsatz von IGRA-Tests ist laut Leitlinie besonders bei Populationen mit hoher BCG-Impfquote vorteilhaft, da im Gegensatz zum Hauttest eine geringere Rate an falsch-positiven Ergebnissen auftritt.
Interpretation der Ergebnisse
Ein positives IGRA-Ergebnis deutet auf eine Tuberkuloseinfektion hin. Zur Ausschlussdiagnostik einer aktiven Erkrankung ist laut Leitlinie eine weitere Evaluation mittels Röntgenthorax und klinischer Korrelation erforderlich.
Ein negatives Ergebnis macht eine Infektion unwahrscheinlich, schließt sie jedoch bei symptomatischen oder stark immungeschwächten Personen nicht sicher aus.
Bei unbestimmten, grenzwertigen oder ungültigen Ergebnissen wird eine Wiederholung des IGRA oder die Durchführung eines Tuberkulin-Hauttests empfohlen.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie sind IGRA-Tests bei Kindern unter 5 Jahren nicht geeignet, da eine unzureichende Immunantwort zu falsch-negativen Ergebnissen führen kann.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Tests nicht zur Überwachung des Therapieansprechens bei aktiver Tuberkulose nützlich sind.
Bei immunsupprimierten Personen (z. B. durch HIV, chronische Steroideinnahme oder Mangelernährung) besteht das Risiko einer eingeschränkten Immunantwort und somit falsch-negativer Resultate.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, IGRA-Tests bei stark immunsupprimierten Patienten unkritisch als Ausschlusskriterium zu werten. Aufgrund der fehlenden T-Zell-Antwort kann es bei diesen Personen trotz aktiver oder latenter Infektion zu falsch-negativen oder unbestimmten Ergebnissen kommen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie bietet der IGRA-Test Vorteile bei Personen mit vorheriger BCG-Impfung, da er seltener falsch-positive Ergebnisse liefert. Zudem erfordert er nur einen Patientenkontakt und die Ergebnisse sind nicht durch Ablesefehler verzerrt.
Die Leitlinie gibt an, dass Proben für den QuantiFERON-TB Gold Plus innerhalb von 16 Stunden verarbeitet werden müssen. Für den T-SPOT.TB-Assay liegt das Zeitfenster bei 8 bis 32 Stunden.
Nein, ein positiver IGRA-Test zeigt lediglich eine Tuberkuloseinfektion an. Zur Unterscheidung zwischen latenter und aktiver Erkrankung ist laut Leitlinie zwingend eine weitere klinische und radiologische Evaluation notwendig.
Ein unbestimmtes oder grenzwertiges Ergebnis entsteht meist durch eine fehlgeschlagene Kontrolle oder eine unzureichende Immunantwort. In solchen Fällen wird eine Wiederholung des Tests oder ein Tuberkulin-Hauttest empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Interferon (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.