StatPearls2026

Cyanidvergiftung & HBO-Therapie: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der Evaluation und Behandlung der Cyanidvergiftung. Eine Intoxikation tritt häufig bei Patienten mit Rauchgasinhalation auf, da Cyanid bei der unvollständigen Verbrennung von stickstoffhaltigen Materialien wie Plastik, Vinyl oder Nylon entsteht.

Cyanid wirkt als zelluläres Asphyxians. Es bindet an das Enzym Cytochrom-c-Oxidase und blockiert die mitochondriale Elektronentransportkette. Dies führt zu zellulärer Hypoxie, einem Abfall von Adenosintriphosphat (ATP) und einer metabolischen Azidose.

Etwa 35 Prozent aller Brandopfer weisen toxische Cyanidspiegel im Blut auf. Die Leitlinie betont, dass bei jedem Patienten aus einem Gebäudebrand mit erhöhten Kohlenmonoxidwerten von einer gleichzeitigen Cyanidvergiftung ausgegangen werden sollte.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Klinische Diagnostik

Laut Leitlinie weisen eine Hypotonie und Bradykardie bei schweren Vergiftungen pathognomonisch auf eine Cyanidintoxikation hin. Zudem wird eine Pupillenerweiterung beschrieben, die bei einer reinen Kohlenmonoxidvergiftung nicht auftritt.

Es wird darauf hingewiesen, dass Krampfanfälle bei einer Cyanidvergiftung häufig sind. Ein fehlendes Erwachen nach Rettung aus der Rauchumgebung und Gabe von 100 Prozent Sauerstoff spricht gemäß Leitlinie ebenfalls für eine begleitende Cyanidintoxikation.

Laborchemische Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung des Plasmalaktats. Ein Laktatwert von über 8 mmol/L ist zu 94 Prozent sensitiv und zu 70 Prozent spezifisch für eine signifikante Cyanidtoxizität.

Zusätzlich wird eine umfassende Labordiagnostik empfohlen. Diese sollte ein Blutbild, Elektrolyte, Urinstatus, ein toxikologisches Screening, eine arterielle Blutgasanalyse (BGA), Carboxyhämoglobin und Leberwerte umfassen.

Atemwegsmanagement

Ein sofortiges Atemwegsmanagement wird als prioritär eingestuft. Bei Vorhandensein von Ruß in Nase oder Mund sowie bei kohlehaltigem Sputum wird eine endotracheale Intubation empfohlen.

Spezifische Therapie

Als Antidot der Wahl wird Hydroxocobalamin empfohlen, insbesondere bei gleichzeitiger Kohlenmonoxidvergiftung. Die Leitlinie rät von anderen Antidoten ab, da diese die Sauerstofftransportkapazität einschränken und die zelluläre Hypoxie verschlechtern können.

Zusätzlich wird eine hyperbare Sauerstofftherapie (HBO2) empfohlen. Es wird betont, dass Hydroxocobalamin vor der hyperbaren Sauerstofftherapie verabreicht werden sollte, um aus den Zellen verdrängtes Cyanid im Blut zu binden.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für das Antidot Hydroxocobalamin:

MedikamentDosierungIndikation
Hydroxocobalamin5 g intravenös über 15 MinutenStandarddosis bei akuter Cyanidvergiftung
Hydroxocobalamin10 g intravenösBei Herzstillstand mit Verdacht auf Cyanidvergiftung

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz alternativer Antidote bei gleichzeitiger Kohlenmonoxidvergiftung.

Diese beeinträchtigen die Sauerstofftransportkapazität des Blutes und können die zelluläre Hypoxie sowie die Azidose weiter verschlechtern.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Gabe von Hydroxocobalamin den Urin dunkelrot verfärbt. Diese Verfärbung kann bei kolorimetrischen Labortests zu falschen Ergebnissen führen. Es wird betont, dass dies nicht mit einer Myoglobinurie verwechselt werden darf.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie führt eine Cyanidvergiftung häufig zu Krampfanfällen und einer Pupillenerweiterung. Zudem bessert sich der Zustand bei einer reinen Kohlenmonoxidvergiftung unter Sauerstoffgabe rasch, während Patienten mit Cyanidvergiftung oft anhaltend bewusstlos bleiben.

Die Leitlinie gibt an, dass ein Plasmalaktatwert von über 8 mmol/L eine Sensitivität von 94 Prozent für eine signifikante Cyanidtoxizität aufweist. Auch eine vergrößerte Anionenlücke ist ein starker Hinweis auf eine Intoxikation.

Hydroxocobalamin bindet das toxische Cyanid im Blut. Dabei entsteht laut Leitlinie das ungiftige Cyanocobalamin (Vitamin B12), welches anschließend über die Nieren ausgeschieden wird.

Die Leitlinie empfiehlt die HBO2-Therapie zur Reduktion neurologischer Spätfolgen bei Patienten mit Kohlenmonoxid- und Cyanidvergiftung. Sie sollte synergistisch nach der Gabe von Hydroxocobalamin erfolgen.

Die Leitlinie erklärt, dass das überschüssige Sauerstoffangebot im Blut von den blockierten Mitochondrien nicht genutzt werden kann. Dies führt zu einer kirschroten Hautfarbe anstelle einer klassischen Zyanose.

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Quelle: StatPearls: Hyperbaric Evaluation and Treatment of Cyanide Toxicity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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