StatPearls2026

Zyanidvergiftung (Blausäure): StatPearls Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt die Zyanidvergiftung als eine seltene, aber oft tödliche Intoxikation. Die Exposition erfolgt meist durch Inhalation von Blausäuregas bei Gebäudebränden oder durch die Ingestion von Zyanidsalzen in suizidaler Absicht.

Seltener kommt es zu Vergiftungen durch den Verzehr von zyanogenen Glykosiden in Pflanzen wie Maniok, Apfelkernen oder bitteren Mandeln. Auch eine iatrogene Toxizität durch die längere intravenöse Gabe von Natriumnitroprussid ist möglich.

Pathophysiologisch bindet Zyanid an die Cytochrom-c-Oxidase in der Atmungskette und stoppt die aerobe Zellatmung. Dies führt laut Text zu einer raschen und ausgeprägten Laktatazidose, da die Energiegewinnung auf anaerobe Stoffwechselwege ausweichen muss.

Empfehlungen

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt, da kein einzelner Schnelltest zur Verfügung steht. Es wird empfohlen, eine ausführliche Anamnese zur Expositionsquelle und -dauer zu erheben.

Folgende Laborparameter stützen laut Text die Diagnose einer Zyanidvergiftung:

  • Ein Serumlaktatwert von ≥ 8 mmol/L gilt als sensitiv und spezifisch.

  • Eine zentralvenöse Sauerstoffsättigung von > 90 % weist auf eine verminderte periphere Sauerstoffausschöpfung hin.

  • Eine Kohlenmonoxid-Oximetrie wird bei kritisch kranken Personen empfohlen, um Begleitintoxikationen auszuschließen.

Klassische Zeichen wie kirschrote Haut oder Bittermandelgeruch treten nur in 11 % beziehungsweise 15 % der Fälle auf. Sie gelten als unzuverlässig für den Ausschluss einer Intoxikation.

Akutversorgung und Dekontamination

Die initiale Stabilisierung erfolgt nach dem ABC-Schema (Atemwege, Atmung, Kreislauf). Bei Bedarf wird die Gabe von 100 % Sauerstoff und eine endotracheale Intubation empfohlen.

Bei hämodynamischer Instabilität wird der Einsatz von intravenösen Flüssigkeiten und Vasopressoren beschrieben. Zur Dekontamination nennt der Text folgende Maßnahmen:

  • Bei dermaler Exposition: Entfernung der Kleidung und Waschen mit Wasser und Seife.

  • Bei oraler Aufnahme: Gabe von Aktivkohle.

  • Vor der Aktivkohlegabe muss bei Bewusstseinstrübung oder Erbrechen der Atemweg zwingend gesichert werden.

Antidot-Therapie

Bei Verdacht auf eine Zyanidvergiftung wird eine rasche Antidot-Gabe empfohlen. Eine Rücksprache mit einem toxikologischen Zentrum sollte die Verabreichung nicht verzögern.

Hydroxocobalamin gilt als Antidot der ersten Wahl. Alternativ kann eine Kombination aus Natriumnitrit und Natriumthiosulfat eingesetzt werden, was jedoch aufgrund des Nebenwirkungsprofils weniger bevorzugt wird.

Dosierung

WirkstoffDosierungBemerkungen
Hydroxocobalamin5 g intravenös über 15 Minuten (ggf. weitere 5 g)Mittel der ersten Wahl; Nebenwirkungen: Haut- und Urinverfärbung, Laborinterferenzen
Natriumnitrit + NatriumthiosulfatKeine spezifische Dosisangabe im QuelltextZweite Wahl; Risiko für Hypotonie und Methämoglobinämie; schlechte ZNS-Gängigkeit von Thiosulfat
Aktivkohle1 g pro 35 mg aufgenommenem ZyanidNur bei oraler Aufnahme; Atemwegssicherung bei Bewusstseinstrübung beachten

Kontraindikationen

Natriumnitrit verursacht als Nebenwirkung eine Vasodilatation und Hypotonie. Der Text warnt davor, es bei Personen einzusetzen, die bereits von einem hämodynamischen Kollaps bedroht sind.

Zudem induziert Natriumnitrit eine Methämoglobinämie. Dies ist zwar ein erwünschter Effekt bei der Zyanidbindung, kann jedoch bei zu hohen Spiegeln zu schwerer Morbidität oder Mortalität führen.

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💡Praxis-Tipp

Der Text betont, dass die klassischen Anzeichen einer Zyanidvergiftung wie kirschrote Haut oder Bittermandelgeruch in der Praxis sehr selten sind und ihr Fehlen eine Intoxikation nicht ausschließt. Ein Serumlaktat von über 8 mmol/L in Kombination mit einer zentralvenösen Sauerstoffsättigung von über 90 % gilt als starker klinischer Indikator für eine Zyanidtoxizität.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt. Ein Serumlaktat von ≥ 8 mmol/L und eine zentralvenöse Sauerstoffsättigung von > 90 % stützen den Verdacht laut StatPearls-Zusammenfassung.

Als Mittel der ersten Wahl wird Hydroxocobalamin in einer Dosierung von 5 g intravenös empfohlen. Es wird bevorzugt, da es im Gegensatz zu Natriumnitrit keine Hypotonie oder Methämoglobinämie verursacht.

Aktivkohle kann bei akuten oralen Ingestionen verabreicht werden. Bei Erbrechen oder zentralnervöser Dämpfung muss zuvor zwingend der Atemweg gesichert werden, um eine Aspiration zu vermeiden.

Bei schweren Vergiftungen kann es zu Schäden in stoffwechselaktiven Hirnarealen wie den Basalganglien kommen. Dies äußert sich laut Text häufig in einem Parkinson-ähnlichen Syndrom mit Bradykinesie und verlangsamter Kognition.

Bei Gebäudebränden treten Zyanid- und Kohlenmonoxidvergiftungen häufig gleichzeitig auf. Es wird daher empfohlen, bei kritisch kranken Personen eine Kohlenmonoxid-Oximetrie durchzuführen, um Begleitintoxikationen zu erkennen.

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Quelle: StatPearls: Cyanide Toxicity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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