StatPearls2026

Herpes Zoster Ophthalmicus: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Herpes Zoster Ophthalmicus (HZO) entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) im Bereich des Ramus ophthalmicus des Nervus trigeminus. Diese Erkrankung macht etwa 10 bis 25 Prozent aller Herpes-Zoster-Fälle aus und geht mit einem hohen Risiko für okuläre und neurologische Komplikationen einher.

Zu den Hauptrisikofaktoren zählen ein Alter über 50 Jahre sowie eine Immunsuppression. Das klinische Bild ist geprägt von einem schmerzhaften, vesikulären Hautausschlag in einem unilateralen Dermatom, der häufig von okulären Manifestationen wie Keratitis oder Uveitis begleitet wird.

Ein charakteristisches Warnsignal ist das Hutchinson-Zeichen, bei dem Bläschen an der Nasenspitze auftreten. Dies deutet auf eine Beteiligung des Nervus nasociliaris hin und korreliert stark mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Augenbeteiligungen, die unbehandelt zu dauerhaftem Sehverlust führen können.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik

Laut Leitlinie wird die Diagnose primär klinisch anhand des typischen unilateralen, dermatombezogenen Ausschlags und der okulären Befunde gestellt. Es wird empfohlen, folgende Untersuchungen durchzuführen:

  • Eine detaillierte Spaltlampenuntersuchung zur Beurteilung von Hornhaut, Vorderkammer und Augeninnendruck.

  • Eine Überprüfung der Hornhautsensibilität zum Ausschluss einer neurotrophen Keratopathie.

  • Eine erweiterte Funduskopie, um eine Beteiligung des hinteren Augenabschnitts auszuschließen.

Eine laborchemische Bestätigung mittels PCR wird gemäß Leitlinie nur bei atypischen Präsentationen oder immunsupprimierten Personen empfohlen.

Antivirale Therapie

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines raschen Therapiebeginns. Es wird empfohlen, systemische Virostatika idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags zu initiieren. Bei immunsupprimierten Personen oder bei einer Beteiligung des zentralen Nervensystems wird eine intravenöse Therapie mit Aciclovir empfohlen.

Okuläres und symptomatisches Management

Für die Behandlung der spezifischen Augenbeteiligung und der Schmerzen empfiehlt die Leitlinie:

  • Bei stromaler Keratitis oder Uveitis wird der Einsatz topischer Kortikosteroide unter augenärztlicher Kontrolle empfohlen.

  • Bei einer rein epithelialen Keratitis wird von topischen Kortikosteroiden abgeraten; stattdessen wird die Gabe von Tränenersatzmitteln empfohlen.

  • Zur Behandlung der akuten Schmerzen und zur Prävention einer Post-Zoster-Neuralgie wird der Einsatz von Gabapentin, Pregabalin oder trizyklischen Antidepressiva empfohlen.

Prävention und Nachsorge

Die Leitlinie empfiehlt die Impfung mit dem rekombinanten Zoster-Impfstoff für Erwachsene ab 50 Jahren sowie für immunsupprimierte Personen ab 18 Jahren. Zudem wird eine langfristige augenärztliche Überwachung empfohlen, um Spätkomplikationen wie ein Sekundärglaukom oder Katarakte frühzeitig zu erkennen.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die antivirale Therapie bei Erwachsenen an:

WirkstoffDosierungIndikation
Aciclovir (oral)800 mg, 5-mal täglich für 7-10 TageImmunkompetente Erwachsene
Valaciclovir (oral)1000 mg, alle 8 Stunden für 7 TageImmunkompetente Erwachsene
Famciclovir (oral)500 mg, 3-mal täglich für 7 TageImmunkompetente Erwachsene
Aciclovir (intravenös)10-15 mg/kg Körpergewicht, alle 8 Stunden für 7-10 TageImmunsupprimierte oder schwere Verläufe
Foscarnet (intravenös)90 mg/kg Körpergewicht, alle 12 StundenSchwere oder Aciclovir-resistente Verläufe

Bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz wird eine Dosisanpassung der oralen Virostatika empfohlen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:

  • Bei Vorliegen einer epithelialen Keratitis wird vor dem Einsatz topischer Kortikosteroide gewarnt, da diese die Virusreplikation begünstigen können.

  • Bei einem Sekundärglaukom mit uveitischer Komponente wird von der Verwendung von Prostaglandin-Analoga abgeraten.

  • Bei Niereninsuffizienz wird vor einer unkorrigierten Dosierung von Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir gewarnt, da ein hohes Risiko für Nephrotoxizität und Neurotoxizität besteht.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist das Auftreten von Bläschen an der Nasenspitze (Hutchinson-Zeichen) ein starker klinischer Prädiktor für eine Augenbeteiligung. Es wird nachdrücklich empfohlen, bei Verdacht auf Herpes Zoster Ophthalmicus die systemische antivirale Therapie innerhalb von 72 Stunden zu beginnen, ohne auf eine augenärztliche Bestätigung zu warten. Eine Verzögerung der Therapie erhöht das Risiko für dauerhafte Sehverluste und chronische Schmerzsyndrome signifikant.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den Beginn der systemischen antiviralen Therapie idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Hautausschlags. Der Start sollte nicht verzögert werden, um auf eine augenärztliche Untersuchung zu warten.

Das Hutchinson-Zeichen beschreibt herpetische Bläschen an der Nasenspitze oder Nasenflanke. Laut Leitlinie deutet dies auf eine Beteiligung des Nervus nasociliaris hin und ist mit einem stark erhöhten Risiko für okuläre Komplikationen assoziiert.

Gemäß Leitlinie ist der Einsatz topischer Kortikosteroide bei stromaler Keratitis oder Uveitis indiziert. Bei einer rein epithelialen Keratitis wird jedoch von Steroiden abgeraten, da sie den Krankheitsverlauf verschlechtern können.

Zur Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie empfiehlt die Leitlinie als Erstlinientherapie Gabapentin, Pregabalin oder trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin. In refraktären Fällen wird eine Überweisung an einen Schmerzspezialisten empfohlen.

Bei immunsupprimierten Personen wird laut Leitlinie eine intravenöse Therapie mit Aciclovir empfohlen. Die Behandlungsdauer sollte in diesen Fällen mindestens 7 bis 10 Tage betragen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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