StatPearls2026

Pilzkeratitis (Fungal Keratitis): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Pilzkeratitis ist eine schwerwiegende Hornhautinfektion, die unbehandelt zu Hornhautdestruktion und Erblindung führen kann. Laut der StatPearls-Leitlinie wird sie am häufigsten durch Fusarium-, Aspergillus- oder Candida-Spezies verursacht. Die genaue Erregerverteilung variiert stark nach geografischer Region und Klima.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Traumata mit pflanzlichem Material, das Tragen von Kontaktlinsen sowie Immunsuppression und chronische Augenoberflächenerkrankungen. Filamentöse Pilze wie Fusarium treten häufig nach Verletzungen auf, während Candida-Infektionen eher bei vorbestehenden Hornhautdefekten zu finden sind.

Die Erreger dringen meist durch Epitheldefekte in das Hornhautstroma ein und proliferieren dort. Dies löst eine starke Entzündungsreaktion aus, die paradoxerweise zu weiteren Gewebeschäden beitragen kann.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum klinischen Management:

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Pilzkeratitis wird eine rasche mikroskopische Untersuchung empfohlen. Da Pilze tief in die Hornhaut eindringen, sind tiefe Hornhautabschabungen (Scrapings) erforderlich, da einfache Abstriche oft nicht ausreichen.

Für die Diagnostik werden folgende Methoden aufgeführt:

  • Direkte Mikroskopie mit 10% Kaliumhydroxid (KOH) als schnelles Verfahren mit hoher Sensitivität (über 90 %)

  • Gram- und Giemsa-Färbungen zur Differenzierung

  • Pilzkulturen, auch wenn diese oft 1 bis 35 Tage benötigen und eine geringere Sensitivität aufweisen

  • PCR-Tests zur schnellen Speziesidentifikation innerhalb von 4 bis 8 Stunden

Therapie

Die medikamentöse Therapie erfordert laut Leitlinie eine konsequente und langwierige Behandlung, da die verfügbaren Antimykotika primär fungistatisch wirken. Es wird eine Mindestbehandlungsdauer von 12 Wochen empfohlen.

Für die initiale Phase wird eine stündliche topische Gabe in den ersten 48 Stunden angeraten. Danach erfolgt eine schrittweise Reduktion der Frequenz basierend auf dem klinischen Ansprechen. Bei drohender oder bestehender bakterieller Koinfektion wird der zusätzliche Einsatz von Breitbandantibiotika empfohlen.

Chirurgische Interventionen

Bei unzureichendem Ansprechen auf die medikamentöse Therapie werden chirurgische Maßnahmen empfohlen. Eine oberflächliche Keratektomie kann zur Reduktion der Erregerlast (Debulking) eingesetzt werden.

Bei therapieresistenten oder tiefen Ulzera nennt die Leitlinie folgende Optionen:

  • Intrakamerale und intrastromale Injektionen von Voriconazol

  • Therapeutische durchgreifende oder lamelläre Keratoplastik

  • Vorderkammerspülung bei Vorhandensein eines Hypopyons

Dosierung

Die Leitlinie nennt spezifische Wirkstoffe und Dosierungen für die topische und systemische Therapie der Pilzkeratitis:

MedikamentApplikationsformDosierung/KonzentrationIndikation/Bemerkung
NatamycinTopisch (Augentropfen)5 %Mittel der Wahl bei filamentösen Pilzen (z. B. Fusarium)
Amphotericin BTopisch (Augentropfen)0,15 - 0,3 %Bevorzugt bei Hefe-Infektionen (z. B. Candida)
VoriconazolTopisch (Augentropfen)1 %Alternative mit guter Augenpenetration
VoriconazolOral400 mgBei schweren, progredienten Ulzera oder Skleritis
ItraconazolOral200 mg (dann 100 mg)1x täglich, bei schweren Verläufen
FluconazolOral200 mg2x täglich, bei schweren Verläufen
DoxycyclinOral100 mg2x täglich, zur Kollagenase-Hemmung

Kontraindikationen

Die Leitlinie betont, dass der Einsatz von Kortikosteroiden während einer aktiven Pilzkeratitis streng kontraindiziert ist. Steroide fördern eine rasche Pilzproliferation und können die visusbedrohende Keratitis massiv verschlechtern. Ein Einsatz von topischen Steroiden wird erst 3 bis 4 Wochen nach einer therapeutischen Keratoplastik unter strenger Überwachung empfohlen, wenn das Auge infektionsfrei ist.

Systemische Steroide haben bei der Pilzkeratitis keinen Stellenwert.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich vor der Gabe von Kortikosteroiden bei unklarer oder aktiver Pilzkeratitis, da diese das Pilzwachstum massiv beschleunigen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass einfache Bindehautabstriche für die Diagnostik meist unzureichend sind; es werden tiefe Hornhautabschabungen (Scrapings) benötigt, um die tief in das Stroma eindringenden Erreger zuverlässig nachzuweisen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist topisches Natamycin 5 % die erste Wahl bei Infektionen durch filamentöse Pilze wie Fusarium. Es zeigt in Studien eine höhere Heilungsrate als topisches Voriconazol.

Es wird eine Behandlungsdauer von mindestens 12 Wochen empfohlen. Dies liegt daran, dass die meisten verfügbaren Antimykotika fungistatisch und nicht fungizid wirken.

Die Leitlinie empfiehlt das sofortige Absetzen von Kontaktlinsen. Zudem wird eine Aufklärung über korrekte Linsenhygiene zur Prävention angeraten.

Eine systemische Therapie wird bei schweren, progredienten Ulzera empfohlen. Dies gilt insbesondere, wenn die Infektion den Limbus infiltriert, eine Skleritis vorliegt oder sich eine Endophthalmitis entwickelt.

Die direkte mikroskopische Untersuchung mit 10% KOH-Präparation wird als schnelles und effektives Verfahren beschrieben. Sie weist eine Sensitivität von über 90 % auf und liefert sofortige Ergebnisse.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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