StatPearls2026

Fibromyalgie: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Fibromyalgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom, das durch generalisierte muskuloskelettale Schmerzen, Fatigue, Schlafstörungen und kognitive Einschränkungen gekennzeichnet ist. Laut der StatPearls-Leitlinie liegt der Erkrankung eine zentrale Sensibilisierung mit veränderter Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem zugrunde.

Die Prävalenz liegt bei etwa 2 bis 3 Prozent, wobei Frauen im Alter zwischen 20 und 55 Jahren am häufigsten betroffen sind. Es wird von einer genetischen Prädisposition ausgegangen, die durch physische oder emotionale Stressoren ausgelöst werden kann.

Häufig treten begleitende psychiatrische Symptome wie Depressionen oder Angststörungen auf. Zudem sind somatische Beschwerden wie das Reizdarmsyndrom, Spannungskopfschmerzen oder autonome Dysfunktionen typische Begleiterkrankungen.

Empfehlungen

Diagnostik

Die Diagnose der Fibromyalgie wird rein klinisch gestellt. Die Leitlinie empfiehlt die Anwendung der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) von 2010 oder 2016.

Ein zentrales Kriterium ist das Vorliegen von generalisierten Schmerzen in mehreren Körperregionen, die seit mindestens drei Monaten bestehen. Laboruntersuchungen und Bildgebung werden lediglich zum Ausschluss anderer Erkrankungen empfohlen.

Nicht-medikamentöse Therapie

Es wird ein multimodaler Behandlungsansatz empfohlen, bei dem nicht-medikamentöse Maßnahmen im Vordergrund stehen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Patientenaufklärung über die Natur der zentralen Schmerzverstärkung.

Folgende Maßnahmen werden als Basistherapie empfohlen:

  • Regelmäßiges aerobes Training mit geringer Stoßbelastung (z. B. Schwimmen, Gehen)

  • Kognitive Verhaltenstherapie zur Reduktion von Schmerz und Schlafstörungen

  • Konsequente Einhaltung der Schlafhygiene

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Therapie sollte bei mittelschweren bis schweren Symptomen oder bei unzureichendem Ansprechen auf nicht-medikamentöse Maßnahmen erwogen werden. Die Leitlinie rät von der routinemäßigen Gabe von NSAR, Paracetamol und starken Opioiden ab.

Als Erstlinientherapie werden folgende Substanzklassen empfohlen:

  • Trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin) bei generalisiertem Schmerz ohne ausgeprägte Stimmungssymptome

  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) bei begleitender Fatigue oder Depression

  • Alpha-2-Liganden (z. B. Pregabalin) bei ausgeprägten Schlafstörungen

Therapiemonitoring und Anpassung

Bei unzureichender Wirkung wird ein Wechsel der Medikamentenklasse empfohlen. Alternativ kann eine Kombinationstherapie mit niedrigen Dosen aus verschiedenen Klassen erfolgen.

Es wird betont, dass Medikamente in mittlerer bis hoher Dosierung ausschleichend abgesetzt werden sollten, um Entzugssymptome zu vermeiden.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für die medikamentöse Erstlinientherapie der Fibromyalgie. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese schrittweise zu steigern.

MedikamentStartdosisZieldosis / ErhaltungsdosisIndikationsschwerpunkt
Amitriptylin5-10 mg zur Nacht20-30 mg zur NachtSchmerz ohne ausgeprägte Stimmungssymptome
Cyclobenzaprin5 mg zur Nacht10-20 mg zur NachtAlternative zu Amitriptylin
Duloxetin20-30 mg morgens60 mg täglichBegleitende Fatigue oder Depression
Milnacipran12,5 mg täglich50-100 mg (ein- bis zweimal täglich)Begleitende Fatigue oder Depression
Pregabalin25-50 mg zur Nacht300-450 mg täglich (aufgeteilt)Ausgeprägte Schlafstörungen
Gabapentin100 mg zur Nacht1200-2400 mg täglich (aufgeteilt)Alternative zu Pregabalin

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät vom Einsatz von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Paracetamol ab, da diese keine signifikanten Vorteile bei Fibromyalgie bieten.

Ebenso wird generell von der Verordnung von Opioiden abgeraten. Eine Ausnahme kann in bestimmten refraktären Fällen das schwache Opioid Tramadol darstellen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist es ein häufiger Fehler, die Diagnose einer Fibromyalgie durch ausgedehnte Labor- und Bildgebungsdiagnostik zu verzögern. Es wird betont, dass die Diagnose rein klinisch gestellt wird und apparative Untersuchungen ausschließlich dem Ausschluss anderer Erkrankungen dienen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Patienten darüber aufgeklärt werden sollten, dass körperliches Training die Schmerzen initial verstärken kann, bevor eine Besserung eintritt.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose erfolgt laut Leitlinie klinisch anhand der Kriterien des American College of Rheumatology (ACR). Ein zentrales Merkmal sind generalisierte Schmerzen in mindestens vier von fünf Körperregionen, die länger als drei Monate anhalten.

Die Leitlinie stellt fest, dass klassische Schmerzmittel wie NSAR (z. B. Ibuprofen) oder Paracetamol bei Fibromyalgie nicht wirksam sind. Stattdessen wird der Einsatz von Antidepressiva oder Antikonvulsiva empfohlen.

Es wird ein aerobes Training mit geringer Stoßbelastung empfohlen, wie beispielsweise zügiges Gehen, Schwimmen oder Wassergymnastik. Die Leitlinie rät zu mindestens 30 Minuten Training an drei Tagen pro Woche.

Bei Patienten mit ausgeprägten Schlafstörungen empfiehlt die Leitlinie den primären Einsatz von Alpha-2-Liganden. Hierzu zählen Wirkstoffe wie Pregabalin oder alternativ Gabapentin, die zur Nacht eingenommen werden.

Nein, laut Leitlinie handelt es sich um eine Störung der Schmerzregulation und eine zentrale Sensibilisierung. Es liegen keine Entzündungen oder strukturellen Schäden in den Gelenken oder Muskeln vor.

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Quelle: StatPearls: Fibromyalgia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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