StatPearls2026

Episiotomie und Dammrissversorgung: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der Episiotomie, einem chirurgischen Einschnitt zur Erweiterung des Scheideneingangs während der Geburt. Historisch wurde der Eingriff routinemäßig durchgeführt, um unkontrollierte Dammrisse zu vermeiden.

Aktuelle Evidenz zeigt jedoch, dass eine routinemäßige Episiotomie den Schweregrad von Beckenbodenproblemen nicht verringert. Stattdessen kann der Eingriff das Risiko für eine Stuhlinkontinenz und andere Komplikationen erhöhen.

Daher wird laut Leitlinie heute ein restriktiver Einsatz empfohlen. Die Entscheidung für eine Episiotomie sollte auf spezifischen klinischen Faktoren sowie mütterlichen oder fetalen Indikationen basieren.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Durchführung und Versorgung:

Indikationsstellung

Die Leitlinie empfiehlt den Verzicht auf eine routinemäßige Episiotomie. Ein restriktiver Einsatz wird empfohlen, der auf spezifischen klinischen Faktoren wie auffälligen fetalen Herztönen oder vaginal-operativen Entbindungen basiert.

Klassifikation von Dammrissen

Zur Beurteilung von perinealen Verletzungen wird laut Leitlinie die Sultan-Klassifikation herangezogen:

GradBeschreibung
Grad 1Oberflächliche Verletzung der Vaginalschleimhaut, ggf. mit Beteiligung der Dammoberhaut
Grad 2Verletzung der Vaginalschleimhaut und der Dammmuskulatur
Grad 3ARiss des M. sphincter ani externus (< 50 %)
Grad 3BRiss des M. sphincter ani externus (> 50 %)
Grad 3CRiss des M. sphincter ani externus und internus
Grad 4Riss des Analsphinkterkomplexes und der Rektumschleimhaut

Schnittführung

Bei einer Indikation zur Episiotomie wird der Einschnitt während des Einschneidens des kindlichen Kopfes durchgeführt. Die Leitlinie beschreibt verschiedene Schnittführungen, wobei die mediolaterale Episiotomie das Risiko für höhergradige Dammrisse signifikant senkt.

Die mediolaterale Technik beginnt an der hinteren Kommissur und wird in einem Winkel von mindestens 60 Grad nach lateral und unten geführt. Die mediane Episiotomie wird in den USA häufiger verwendet, ist jedoch mit einer höheren Rate an Schließmuskelverletzungen assoziiert.

Versorgung und Nahttechnik

Nach jeder vaginalen Entbindung wird eine sorgfältige Untersuchung von Damm, Vagina und Zervix empfohlen. Bei schweren Rissen ist laut Leitlinie eine rektale Untersuchung zwingend erforderlich, um die Integrität des Analsphinkters zu beurteilen.

Für die Versorgung von zweitgradigen Rissen wird folgende Technik empfohlen:

  • Fortlaufende, nicht-blockierende Naht der Vaginalschleimhaut bis zum Hymenalsaum

  • Fortlaufende Naht der Dammmuskulatur

  • Fortlaufende intrakutane Naht der Dammoberhaut

  • Abschließende rektale Untersuchung zum Ausschluss fehlplatzierter Nähte

Bei dritt- und viertgradigen Rissen (OASIS) wird die präoperative Gabe eines Cephalosporins der zweiten Generation empfohlen. Zudem sollte vor Beginn der Rekonstruktion ein Blasenkatheter gelegt werden.

Postoperative Betreuung

Zur Schmerztherapie werden lokale Kühlpads, topische Anästhetika sowie orale Analgetika wie Paracetamol oder NSAR empfohlen. Auf Opioide sollte laut Leitlinie wegen der Gefahr einer Obstipation verzichtet werden.

Nach der Versorgung höhergradiger Risse (OASIS) wird die regelmäßige Gabe von Stuhlweichmachern für sechs Wochen empfohlen. Zudem sollte am ersten postoperativen Tag ein Auslassversuch des Blasenkatheters erfolgen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht sich explizit gegen die routinemäßige Durchführung einer Episiotomie aus.

Auch bei Notfällen wie einer Schulterdystokie oder vaginal-operativen Entbindungen gibt es keine konsistente Evidenz, die einen routinemäßigen Einsatz rechtfertigt. Der Eingriff setzt Patientinnen unnötigen chirurgischen Risiken aus.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die rektale Untersuchung nach jeder Episiotomie und Dammrissversorgung ein essenzieller Schritt. Es wird betont, dass nur so eine unerkannte Verletzung des Analsphinkters oder eine versehentlich durch die Rektumschleimhaut geführte Naht ausgeschlossen werden kann. Bei Anzeichen einer Sphinkterdysfunktion in der Heilungsphase wird eine endoanale Ultraschalluntersuchung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für zweitgradige Dammrisse eine fortlaufende Nahttechnik. Diese wird gegenüber Einzelknopfnähten bevorzugt, da sie postoperative Schmerzen reduziert und eine spätere Fadenentfernung überflüssig macht.

Für die Versorgung von zweitgradigen Rissen wird laut Leitlinie resorbierbares Material wie Polyglactin (Stärke 2-0 oder 3-0) empfohlen. Monofile Fäden werden häufig bevorzugt, da sie mit einem geringeren Infektionsrisiko einhergehen.

Nach der Versorgung von dritt- und viertgradigen Dammrissen (OASIS) wird die regelmäßige Verabreichung von Stuhlweichmachern oder Laxanzien empfohlen. Die Leitlinie rät zu einer Therapiedauer von sechs Wochen, um Wundkomplikationen zu vermeiden.

Es wird die Einnahme von Paracetamol oder NSAR empfohlen. Die Leitlinie rät von Opioiden ab, da diese Verstopfungen verursachen und somit die Wundheilung am Damm gefährden können.

Die mediolaterale Episiotomie wird bei vaginal-operativen Entbindungen empfohlen, um das Risiko für schwere Schließmuskelverletzungen zu senken. Der Schnitt sollte dabei in einem Winkel von mindestens 60 Grad geführt werden.

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Quelle: StatPearls: Episiotomy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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