StatPearls2026

Enukleation des Auges: StatPearls Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Enukleation beschreibt die vollständige chirurgische Entfernung des Augapfels aus der Orbita, einschließlich der Durchtrennung des Sehnervs. Laut der StatPearls-Zusammenfassung handelt es sich um einen der ältesten Eingriffe in der Augenheilkunde.

Ein gutes postoperatives Ergebnis hängt maßgeblich von einem adäquaten Volumenersatz in der Orbita ab. Das Volumen eines erwachsenen Auges liegt zwischen 6,9 und 9,0 ml bei einer durchschnittlichen Achsenlänge von 21 bis 29 mm.

Bei pädiatrischen Fällen ist zu berücksichtigen, dass das Auge im Alter von zwei Jahren erst 85 % seiner endgültigen Achsenlänge erreicht hat und danach jährlich um 1 % wächst. Dies kann im Verlauf einen Implantatwechsel erforderlich machen.

Empfehlungen

Indikationen

Die Leitlinie nennt verschiedene Hauptindikationen für eine Enukleation. Diese umfassen:

  • Intraokulare Malignome (z. B. Aderhautmelanom, Retinoblastom)

  • Traumata (primäre Enukleation, sekundär zur Prävention einer sympathischen Ophthalmie, Autoenukleation)

  • Blindes, schmerzhaftes Auge (z. B. durch Neovaskularisationsglaukom, Endophthalmitis)

  • Kosmetische Verbesserungen bei Phthisis bulbi

Präoperative Vorbereitung

Es wird eine ausführliche Aufklärung über Risiken, Nutzen und Alternativen empfohlen. Bei Kindern wird die präoperative Einbindung eines Kinderpsychologen angeraten.

Vor dem Eingriff muss eine strenge Überprüfung der zu operierenden Seite erfolgen. Die Leitlinie fordert einen Drei-Punkte-Check unter Narkose, bei dem Chirurg, Anästhesist und Pflegepersonal das markierte Auge, die Einverständniserklärung und die Krankenakte abgleichen.

Chirurgische Technik

Die Operation erfolgt in der Regel unter Vollnarkose mit zusätzlicher peribulbärer oder retrobulbärer Lokalanästhesie. Es wird empfohlen, die geraden Augenmuskeln mit Nähten zu sichern und die schiefen Augenmuskeln ohne Fixationsnähte abzutrennen.

Bei intraokularen Tumoren wird die Entfernung eines Sehnervenstumpfes von mindestens 7 bis 10 mm empfohlen. Um bei großen Tumoren eine versehentliche Eröffnung des Bulbus zu vermeiden, wird ein superomedialer Zugang zum Sehnerv beschrieben.

Zum Abschluss der Operation wird die Einlage eines Conformers empfohlen, um die Fornices zu erhalten. Eine temporäre Tarsorrhaphie kann das Herausfallen des Conformers verhindern.

Implantatwahl

Die Wahl des Implantats dient dem Volumenersatz und der Ermöglichung einer Prothesenmotilität. Die Leitlinie unterscheidet folgende Materialklassen:

Implantat-TypMaterialienEigenschaften
PorösHydroxylapatit, poröses PolyethylenErmöglicht Vaskularisation und Gewebeintegration, verringert Migration und Extrusion
Nicht-porösPMMA, Silikon, AcrylKeine Gewebeintegration, dient primär dem reinen Volumenersatz

Postoperatives Management

Ein Druckverband für 24 Stunden wird empfohlen, um postoperative Ödeme zu reduzieren. Bei Infektionsgefahr kann eine systemische Breitbandantibiose indiziert sein.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und relative Kontraindikationen für eine Enukleation:

  • Absolute Kontraindikation: Intraokulare Malignome mit Nachweis einer orbitalen Ausbreitung (hier ist in der Regel eine Exenteration erforderlich).

  • Relative Kontraindikation: Sympathische Ophthalmie, da das sympathisierende Auge langfristig das Auge mit der besseren Sehkraft sein kann.

  • Relative Kontraindikation: Erwartetes schweres psychologisches Trauma durch den Verlust des Auges.

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💡Praxis-Tipp

Ein besonders gefürchteter intraoperativer Fehler ist die Entfernung des falschen Auges. Es wird dringend empfohlen, das zu operierende Auge vor der Medikamentengabe vom Chirurgen persönlich zu markieren und unmittelbar vor Operationsbeginn einen strukturierten Drei-Punkte-Check im gesamten Team durchzuführen. Zudem wird bei großen intraokularen Tumoren ein superomedialer Zugang angeraten, um den Sehnerv unter direkter Sicht zu durchtrennen und eine Tumorstreuung durch Anschnitt des Bulbus zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei intraokularen Tumoren wie dem Retinoblastom oder Melanom die Entfernung von mindestens 7 bis 10 mm des Sehnervs empfohlen. Dies dient der Sicherstellung tumorfreier Resektionsränder.

Das Syndrom umfasst Spätkomplikationen wie Enophthalmus, einen tiefen Sulcus superior, Ptosis, Erschlaffung des Unterlids und eine posteriore Neigung der Prothese. Es entsteht meist durch Gewebeschrumpfung und die Schwerkraft der Prothese.

Es wird empfohlen, die Tenon-Faszie schrittweise mit Pinzetten abzusuchen. Die intermuskulären Septen können als Leitstruktur dienen, um den retrahierten Muskel zu identifizieren.

Poröse Materialien wie Hydroxylapatit ermöglichen das Einwachsen von Blutgefäßen und Gewebe. Dies verringert laut Leitlinie das Risiko für eine Migration oder Extrusion des Implantats.

Der Druckverband kann bis zu einer Woche verbleiben, wird aber in der Praxis meist nach 24 Stunden entfernt. Dies ermöglicht das Auftragen von topischen Medikamenten auf den Conformer.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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