Tarsaltunnelsyndrom Diagnostik: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine seltene Mononeuropathie der unteren Extremität, die durch eine Kompression des Nervus tibialis posterior entsteht. Häufige Ursachen sind laut Text unpassendes Schuhwerk, enge Gipsverbände, Traumata oder Raumforderungen wie Lipome und Zysten.
Anatomisch verläuft der Nervus tibialis hinter und unter dem Innenknöchel durch den Tarsaltunnel. Distal teilt er sich in die sensiblen Nervi calcanei sowie die gemischten Nervi plantares medialis und lateralis auf.
Da Anamnese und körperliche Untersuchung oft nicht ausreichen und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT limitiert sind, spielt die Elektrodiagnostik eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht die genaue Lokalisation der Nervenläsion und hilft bei der Ursachenfindung.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt folgendes Vorgehen für die elektrodiagnostische Evaluation:
Indikationsstellung
Eine Untersuchung wird bei einseitigen Fuß- und Sprunggelenksschmerzen sowie Taubheitsgefühlen in der Fußsohle empfohlen. Klinische Hinweise, die eine Untersuchung rechtfertigen, umfassen:
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Einen positiven Tinel-Test über dem Nervus tibialis am Innenknöchel
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Sensibilitätsverluste im Bereich der Ferse oder Fußsohle
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Eine Schwäche der intrinsischen Fußmuskulatur bei gleichzeitig normaler Kraft des Musculus gastrocnemius und unauffälligem Achillessehnenreflex
Vorbereitung
Vor der Untersuchung sollte der Patient über den Ablauf, mögliche Missempfindungen und seltene Risiken wie Blutungen oder Infektionen aufgeklärt werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Hauttemperatur im Untersuchungsraum angemessen sein muss.
Die Haut ist vor dem Einstich mit Alkohol zu reinigen und an der Luft zu trocknen. Die Verwendung von Hautcremes vor dem Test sollte vermieden werden.
Durchführung der Elektroneurografie (ENG)
Bei der ENG-Untersuchung wird der Patient in Rückenlage positioniert. Der Text beschreibt folgende Kernschritte:
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Stimulation des Nervus tibialis auf Höhe des Sprunggelenks
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Ableitung des motorischen Summenaktionspotenzials (CMAP) vom Musculus abductor hallucis und Musculus abductor digiti minimi
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Durchführung sensibler und gemischter Leitfähigkeitsstudien, typischerweise mittels Averaging-Techniken
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Vergleich der Ergebnisse mit dem gesunden Fuß aufgrund der großen Bandbreite an Normalwerten
Durchführung der Elektromyografie (EMG)
Im Anschluss erfolgt die Nadel-EMG der intrinsischen Fußmuskulatur. Untersucht werden Muskeln, die von den Nervi plantares medialis und lateralis innerviert werden.
Um die Diagnose zu sichern, müssen proximal gelegene Muskeln wie der Musculus gastrocnemius (Nervus tibialis) und der Musculus tibialis anterior (Nervus peroneus) unauffällige Befunde aufweisen.
Kontraindikationen
Laut dem Text gibt es spezifische Kontraindikationen für die Durchführung einer EMG. Dazu gehören:
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Haut- oder Weichteilinfektionen an der anatomischen Untersuchungsstelle
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Vorhandensein eines Herzschrittmachers
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Bekannte Koagulopathien oder Blutungsneigung
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Vorliegen eines Lymphödems
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Geringe Toleranz des Patienten gegenüber der Untersuchung
💡Praxis-Tipp
Der Text betont, dass bei der Nadel-EMG der intrinsischen Fußmuskulatur auch bei gesunden Personen neurogene Auffälligkeiten auftreten können. Daher wird dringend empfohlen, die Befunde immer mit dem nicht betroffenen Fuß zu vergleichen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Zudem sichert erst ein unauffälliger Befund der proximalen Wadenmuskulatur die Lokalisation der Läsion im Tarsaltunnel.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text werden die intrinsischen Fußmuskeln untersucht, insbesondere der Musculus abductor digiti minimi, Musculus abductor hallucis brevis, Musculus flexor hallucis brevis und Musculus flexor digitorum brevis. Zusätzlich müssen proximale Muskeln wie der Musculus gastrocnemius zur Kontrolle abgeleitet werden.
Der Text nennt einseitige Schmerzen in Fuß und Knöchel, Taubheit der Fußsohle sowie einen positiven Tinel-Test am Innenknöchel. Typisch ist auch eine Schwäche der Fußbinnenmuskeln bei normalem Achillessehnenreflex.
Zu den häufigsten Ursachen zählen laut Quelle externe Kompressionen durch schlecht sitzendes Schuhwerk oder enge Gipsverbände. Weitere Auslöser können Traumata, Lipome, Zysten oder posttraumatische Fibrosen sein.
Bei frühzeitiger Diagnose wird zunächst ein konservativer Ansatz mit Schuhwechsel, Physiotherapie und entzündungshemmenden Medikamenten beschrieben. Bei progredientem Verlauf oder ausbleibendem Erfolg kann eine chirurgische Freilegung des Nervs erforderlich sein.
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Quelle: StatPearls: Electrodiagnostic Evaluation of Tarsal Tunnel Neuropathy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.