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Trockenes Auge (Dry Eye Syndrome): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Trockene Auge (Dry Eye Syndrome, DES oder Dry Eye Disease, DED) ist laut der StatPearls-Leitlinie eine multifaktorielle Erkrankung der Augenoberfläche. Sie ist durch einen Verlust der Homöostase des Tränenfilms gekennzeichnet und geht mit okulären Symptomen sowie potenziellen neurosensorischen Auffälligkeiten einher.

Die Leitlinie beschreibt den Tränenfilm als ein komplexes System aus drei Hauptkomponenten. Dazu gehören die von den Meibom-Drüsen produzierte oberflächliche Lipidschicht, die wässrige Schicht aus den Tränendrüsen sowie die basale Muzinschicht, welche die Ausbreitung des Tränenfilms auf der Hornhaut unterstützt.

Epidemiologisch tritt die Erkrankung häufiger bei Frauen und mit zunehmendem Alter auf. Zudem wird eine höhere Prävalenz bei asiatischen und schwarzen Bevölkerungsgruppen im Vergleich zu weißen Populationen beschrieben, wobei auch klimatische und umweltbedingte Faktoren eine wesentliche Rolle spielen.

Empfehlungen

Klassifikation und Ätiologie

Die Leitlinie unterteilt das Trockene Auge in zwei sich nicht gegenseitig ausschließende Hauptkategorien:

  • Wassermangel-bedingtes Trockenes Auge: Gekennzeichnet durch eine unzureichende Tränenproduktion, häufig assoziiert mit dem Sjögren-Syndrom, Erkrankungen der Tränendrüse oder systemischen Medikamenten.

  • Evaporatives Trockenes Auge: Die häufigste Form, bei der eine erhöhte Verdunstung des Tränenfilms vorliegt, meist bedingt durch eine Meibom-Drüsen-Dysfunktion.

  • Mischformen: Viele klinische Fälle weisen laut Leitlinie eine Kombination beider Mechanismen auf.

Klinische Diagnostik

Für die Diagnostik wird eine Kombination aus Symptomevaluation und objektiven Tests empfohlen, da klinische Zeichen und subjektive Beschwerden oft nicht streng korrelieren. Die Leitlinie nennt folgende diagnostische Bausteine:

  • Symptom-Fragebögen: Der Einsatz validierter Fragebögen (z. B. OSDI, DEQ-5) wird zur Quantifizierung der Beschwerden und zur Verlaufskontrolle empfohlen.

  • Tränenfilmaufreißzeit (TBUT): Ein Wert von unter 10 Sekunden bis zum Auftreten des ersten Risses im Tränenfilm gilt als indikativ für ein Trockenes Auge.

  • Schirmer-Test: Dient der Messung der Tränenproduktion, wobei Werte von weniger als 5 bis 10 mm nach 5 Minuten auf einen wässrigen Tränenmangel hinweisen.

  • Oberflächenfärbung: Die Verwendung von Fluoreszein (für Hornhautschäden) und Lissamingrün (für Bindehaut und Lidränder) wird zur Beurteilung von Epithelschäden beschrieben.

Erweiterte Diagnostik

Zusätzlich zur Basisdiagnostik werden spezifische Tränenfilm-Assays und Liduntersuchungen aufgeführt:

  • Tränenfilmosmolarität: Erhöhte Werte (oft > 308 mOsm/L) und eine hohe Variabilität gelten als charakteristisch für die Erkrankung und korrelieren mit dem Schweregrad.

  • MMP-9-Testung: Die Bestimmung von Matrix-Metalloproteinasen im Tränenfilm kann entzündliche Prozesse an der Augenoberfläche nachweisen.

  • Meibom-Drüsen-Evaluation: Eine Beurteilung der Drüsenstruktur (Meibographie) und der Exprimierbarkeit des Sekrets wird zur Diagnose einer Dysfunktion empfohlen.

Stufentherapie

Die Behandlung erfolgt laut Leitlinie in einem stufenweisen Ansatz, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Die Therapieziele umfassen die Linderung der Symptome und die Wiederherstellung der okulären Homöostase.

TherapiestufeEmpfohlene Maßnahmen und Behandlungsoptionen
Initiale Therapie (Stufe 1)Patientenaufklärung, Umweltmodifikation (z. B. Luftbefeuchter), Absetzen auslösender Medikamente, topische Schmiermittel, Lidhygiene, orale essentielle Fettsäuren
Erweiterte Therapie (Stufe 2)Konservierungsmittelfreie Schmiermittel, Punctum-Plugs, nächtliche Salben, Meibom-Drüsen-Erwärmung/Expression, IPL-Therapie, topische Antiphlogistika (Kortikoide, Cyclosporin), orale Makrolide/Tetrazykline
Fortgeschrittene TherapieEigenserum-Augentropfen, orale/topische Sekretagoga, therapeutische Kontaktlinsen, Amnionmembran-Transplantation, chirurgische Punctum-Okklusion, Tarsorrhaphie
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💡Praxis-Tipp

Ein kontraintuitives, aber häufiges Symptom des Trockenen Auges ist die Epiphora (vermehrtes Tränen), welche reflektorisch durch die Schmerz- und Reizreaktion der trockenen Augenoberfläche ausgelöst wird. Zudem warnt die Leitlinie vor dem Einsatz rezeptfreier vasokonstriktorischer Augentropfen gegen Rötungen, da diese nach Abklingen der kurzfristigen Wirkung zu einem Rebound-Effekt mit verstärkter Rötung führen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können zahlreiche systemische Medikamente ein Trockenes Auge auslösen oder verschlechtern. Dazu gehören unter anderem Antihistaminika, Diuretika, Betablocker, Antidepressiva sowie systemische Hormone und Isotretinoin.

Die Leitlinie gibt an, dass beim Schirmer-I-Test (ohne Betäubung) eine Befeuchtung von weniger als 5 bis 10 Millimetern nach 5 Minuten als diagnostisch für einen wässrigen Tränenmangel gilt. Der genaue Grenzwert kann je nach verwendetem klinischen Protokoll leicht variieren.

Das evaporative Trockene Auge wird in der Literatur als der häufigste Subtyp beschrieben. Es entsteht meist durch eine Dysfunktion der Meibom-Drüsen, was zu einem Mangel an Lipiden im Tränenfilm und einer konsekutiv erhöhten Verdunstung führt.

Eine Hyperosmolarität des Tränenfilms ist ein zentrales pathologisches Merkmal der Erkrankung, das Entzündungskaskaden auslösen kann. Gemäß Leitlinie wird ein Wert von über 308 mOsm/L häufig als Schwellenwert für eine leichte bis mittelschwere Erkrankung herangezogen.

Topische antientzündliche Medikamente wie Kortikosteroide, Cyclosporin oder Lifitegrast werden als Therapie der zweiten Stufe beschrieben. Sie kommen zum Einsatz, wenn initiale Maßnahmen wie einfache Tränenersatzmittel und Lidhygiene keine ausreichende Linderung der Symptome erbringen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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