Beutel-Masken-Beatmung: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Beutel-Masken-Beatmung ist eine manuelle Reanimationstechnik zur Überdruckbeatmung bei Patienten mit unzureichender oder fehlender Spontanatmung. Laut der StatPearls-Zusammenfassung ist sie eine lebensrettende Maßnahme in der präklinischen und klinischen Notfallmedizin.
Der Erfolg der Beatmung hängt maßgeblich von der korrekten Positionierung des Patienten und der Durchgängigkeit der Atemwege ab. Die Leitlinie betont, dass anatomische Besonderheiten wie Adipositas, fehlende Zähne oder ein Bart die Abdichtung der Maske erschweren können.
Zur Identifikation von Patienten mit potenziell schwieriger Beatmung werden die Akronyme MOANS und BONES herangezogen. Es wird darauf hingewiesen, dass Zahnprothesen zur Verbesserung der Maskenabdichtung belassen werden sollten.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Durchführung der Beutel-Masken-Beatmung:
Vorbereitung und Atemwegssicherung
Es wird eine optimale Positionierung des Patienten empfohlen, um die Atemwege freizuhalten.
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Die Leitlinie empfiehlt die Schnüffelposition (Sniffing-Position), bei der das Ohr auf einer Ebene mit der Jugulum-Kerbe liegt.
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Zur Freimachung der Atemwege soll der Kopf überstreckt und das Kinn angehoben (Head-Tilt-Chin-Lift) oder der Esmarch-Handgriff (Jaw-Thrust) angewendet werden.
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Der Einsatz von Guedel-Tuben (oropharyngeal) oder Wendl-Tuben (nasopharyngeal) wird angeraten, um ein Zurückfallen der Zunge zu verhindern.
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Eine apnoische Oxygenierung über eine Nasenbrille mit mindestens 15 l/min unter der Maske wird zur Vorbeugung von Hypoxien beschrieben.
Beatmungstechnik
Laut Leitlinie wird die Zwei-Helfer-Methode bevorzugt, da sie eine bessere Abdichtung und höhere Tidalvolumina ermöglicht sowie der Ermüdung des Anwenders vorbeugt.
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Bei der Ein-Helfer-Methode wird der C-E-Griff empfohlen: Daumen und Zeigefinger bilden ein "C" um die Maske, die restlichen Finger fassen als "E" den Unterkiefer.
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Der Beatmungsbeutel sollte an eine Sauerstoffquelle mit mindestens 15 l/min angeschlossen werden.
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Von der routinemäßigen Anwendung des Krikoiddrucks wird abgeraten, da dieser den Ösophagus verschieben und die Sicht bei einer späteren Intubation behindern kann.
Beatmungsparameter
Die Leitlinie definiert klare Zielwerte für die manuelle Beatmung von Erwachsenen:
| Parameter | Zielwert / Empfehlung |
|---|---|
| Beatmungsfrequenz | 10 bis 12 Atemzüge pro Minute (alle 5-6 Sekunden) |
| Tidalvolumen | 500 bis 600 ml (Beutel zu etwa einem Drittel zusammendrücken) |
| Sauerstofffluss | Mindestens 15 l/min |
| PEEP-Ventil | 5 bis 15 cm H2O (maximal 20 cm H2O) |
Monitoring und Komplikationsvermeidung
Die Beatmung sollte laut Text nur so lange erfolgen, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt, um eine Magenüberblähung zu vermeiden.
Es wird gewarnt, dass eine Hyperventilation den intrathorakalen Druck erhöht und den venösen Rückstrom zum Herzen verringert. Zur Überprüfung der Beatmungseffektivität wird die Beobachtung der Thoraxexkursionen, die Auskultation und die Kapnografie empfohlen.
Kontraindikationen
Die StatPearls-Zusammenfassung nennt folgende Kontraindikationen für die Beutel-Masken-Beatmung:
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Eine vollständige Obstruktion der oberen Atemwege.
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Zustände mit erhöhtem Aspirationsrisiko, wie beispielsweise Paralyse oder die Einleitung einer Anästhesie.
Zusätzlich gelten spezifische Kontraindikationen für Atemwegshilfen:
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Guedel-Tuben (oropharyngeal) sind bei vorhandenem Würgereflex kontraindiziert.
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Wendl-Tuben (nasopharyngeal) sind bei Gesichtstraumata mit Verdacht auf Frakturen kontraindiziert, da die Gefahr einer intrakraniellen Fehlplatzierung besteht.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer zu schnellen und zu tiefen Beatmung (Hyperventilation). Es wird betont, dass der Beatmungsbeutel nur langsam und zu etwa einem Drittel (500 bis 600 ml) zusammengedrückt werden sollte, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt. Eine übermäßige Beatmung erhöht das Risiko für ein Barotrauma, eine Magenüberblähung mit anschließender Aspiration und verringert durch den erhöhten intrathorakalen Druck den venösen Rückstrom bei der Reanimation.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird der C-E-Griff empfohlen. Dabei bilden Daumen und Zeigefinger ein "C" um die Maske, während die restlichen drei Finger ein "E" formen und den Unterkiefer nach oben ziehen.
Die StatPearls-Zusammenfassung empfiehlt eine Beatmungsfrequenz von 10 bis 12 Atemzügen pro Minute. Dies entspricht einem Atemzug alle 5 bis 6 Sekunden.
Die Leitlinie rät von der routinemäßigen Anwendung des Krikoiddrucks ab. Studien zeigen, dass dieser den Ösophagus oft nur verschiebt statt verschließt und zudem die Sicht bei einer späteren Intubation erschweren kann.
Es wird ein Tidalvolumen von 500 bis 600 ml empfohlen. Dafür reicht es laut Text aus, den Beatmungsbeutel zu etwa einem Drittel zusammenzudrücken, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt.
Bei Patienten mit Bart wird empfohlen, ein wasserlösliches Gleitmittel aufzutragen oder den Bart schnell elektrisch zu rasieren. Alternativ wird die Zwei-Helfer-Methode zur besseren Abdichtung der Maske angeraten.
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Quelle: StatPearls: Bag-Valve-Mask Ventilation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.