Asthma in der Schwangerschaft: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Bronchialasthma ist die häufigste chronische Erkrankung in der Schwangerschaft und betrifft etwa 4 bis 8 Prozent der Schwangeren. Bei etwa einem Drittel der Schwangeren verschlechtert sich das Asthma, bei einem Drittel bleibt es unverändert und bei einem Drittel verbessert es sich.
Physiologische Veränderungen wie ein erhöhter Sauerstoffbedarf und eine progesteronbedingte Hyperventilation beeinflussen den Krankheitsverlauf. Zudem führt das Wachstum des Uterus zu einer Abnahme der funktionellen Residualkapazität.
Eine unzureichende Asthmakontrolle ist mit erheblichen Risiken für Mutter und Kind verbunden. Dazu gehören Präeklampsie, Frühgeburten, ein niedriges Geburtsgewicht sowie maternale respiratorische Insuffizienz.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Asthma in der Schwangerschaft:
Diagnostik und Monitoring
Zur Diagnosestellung und Überwachung wird der Einsatz der Spirometrie empfohlen. Die Leitlinie rät zudem zur Nutzung des Asthma Control Tests (ACT) zur Beurteilung der Symptomkontrolle.
Ein Management basierend auf der fraktionierten exhalierten Stickstoffmonoxid-Konzentration (FENO) und den klinischen Symptomen reduziert laut Leitlinie signifikant die Exazerbationsrate.
| ACT-Score | Klinische Bedeutung |
|---|---|
| 25 | Vollständige Asthmakontrolle |
| < 20 | Unkontrolliertes Asthma |
| 5 | Schlechte Asthmakontrolle (Minimalwert) |
Therapieprinzipien
Schwangere sollen grundsätzlich nach den gleichen Prinzipien behandelt werden wie nicht-schwangere Frauen (Evidenzgrad B). Oberstes Ziel ist die Vermeidung maternaler Hypoxien zur Sicherung der fetalen Sauerstoffversorgung.
Für die medikamentöse Therapie werden folgende Präparate empfohlen:
-
Salbutamol als bevorzugtes Bedarfsmedikament (Reliever) aufgrund des hohen Sicherheitsprofils
-
Inhalative Kortikosteroide (ICS) als bevorzugte Dauermedikation (Controller)
-
Theophyllin und Montelukast gelten in der Schwangerschaft als sicher
Stufentherapie und Exazerbationen
Bei moderat-persistierendem Asthma wird eine Kombination aus langwirksamen Beta-2-Mimetika (LABA) und ICS empfohlen. Bei schwerem Asthma ist der Einsatz von oralen Kortikosteroiden und LABA indiziert.
Systemische Steroide sollen bei entsprechender Indikation wie außerhalb der Schwangerschaft eingesetzt werden (Evidenzgrad C). Die Leitlinie weist jedoch auf mögliche schwangerschaftsassoziierte Komplikationen bei längerer Anwendung hin.
Peripartales Management
Asthma-Exazerbationen treten während der Wehen und in der peripartalen Phase selten auf. Falls eine Analgesie unter der Geburt notwendig ist, wird eine Regionalanästhesie bevorzugt.
Kontraindikationen
Ein Methacholin-Provokationstest ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da er einen akuten Bronchospasmus auslösen kann.
Die Leitlinie warnt vor dem anhaltenden Einsatz systemischer Steroide. Dieser kann das Risiko für kongenitale Fehlbildungen, Frühgeburtlichkeit, Präeklampsie und Gestationsdiabetes erhöhen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Sorge vor teratogenen Effekten häufig zu einer gefährlichen Non-Adhärenz bei der Controller-Medikation führt. Es wird empfohlen, Schwangere darüber aufzuklären, dass unkontrolliertes Asthma ein weitaus größeres Risiko für den Fetus darstellt als die Standard-Asthmamedikation. Eine interprofessionelle Betreuung durch Pneumologen und Geburtshelfer wird bei Hochrisikopatientinnen als essenziell erachtet (Evidenzgrad A).
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie gelten Salbutamol als Bedarfsmedikament sowie inhalative Kortikosteroide (ICS), Theophyllin und Montelukast als sicher. Schwangere sollen grundsätzlich die gleiche medikamentöse Therapie erhalten wie nicht-schwangere Frauen.
Die Symptome erreichen typischerweise am Ende des zweiten oder zu Beginn des dritten Trimenons ihren Höhepunkt. Während der Geburt und in der direkten peripartalen Phase sind Exazerbationen hingegen selten.
Eine Spirometrie wird zur Diagnostik und Überwachung ausdrücklich empfohlen. Ein Methacholin-Provokationstest ist jedoch streng kontraindiziert.
Eine schlechte Asthmakontrolle ist mit zahlreichen Komplikationen assoziiert. Dazu zählen laut Leitlinie ein niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit, neonatale Hypoglykämien und kongenitale Anomalien.
Wenn während der Wehen eine Anästhesie indiziert ist, wird eine Regionalanästhesie empfohlen. Diese gilt als sicherer im Vergleich zu anderen Verfahren.
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Quelle: StatPearls: Asthma in Pregnancy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.