StatPearls2026

Anterior-Interosseus-Syndrom: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Anterior-Interosseus-Syndrom (AINS) ist eine seltene motorische Neuropathie des Nervus interosseus anterior, einem Endast des Nervus medianus. Die Erkrankung macht weniger als ein Prozent aller Nervenlähmungen der oberen Extremität aus.

Der Nerv innerviert den Musculus flexor pollicis longus, den radialen Anteil des Musculus flexor digitorum profundus sowie den Musculus pronator quadratus. Ein charakteristisches Merkmal des Syndroms ist das vollständige Fehlen von sensiblen Ausfällen.

Als häufigste Ursache wird eine idiopathische, immunvermittelte Neuritis beschrieben. Alternativ kann eine intrinsische Kompression im Unterarm vorliegen, während direkte externe Traumata definitionsgemäß nicht als echtes AINS klassifiziert werden.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Klinische Diagnostik

Die Leitlinie beschreibt als Leitsymptom eine Schwäche beim Pinzettengriff, die sich durch ein positives "OK-Zeichen" (Pinch-Grip-Test) äußert. Patienten können Daumen und Zeigefinger nicht zu einem Kreis formen, sondern pressen die gestreckten Fingerkuppen aneinander.

Zur Abgrenzung von Sehnenrupturen wird eine passive Beugung und Streckung des Handgelenks empfohlen. Dadurch kann der intakte Tenodese-Effekt klinisch überprüft werden.

Apparative Diagnostik

Zur weiteren Abklärung wird der Einsatz von elektrodiagnostischen Studien empfohlen:

  • Sensible Nervenleitgeschwindigkeiten des Nervus medianus sollten unauffällig sein.

  • Die Elektromyografie (EMG) zeigt typischerweise Auffälligkeiten in den vom Nervus interosseus anterior innervierten Muskeln.

  • Eine Magnetresonanztomografie (MRT) wird als wertvolle Ergänzung zur Beurteilung von Kompressionsursachen beschrieben.

Konservative Therapie

Als primärer Behandlungsansatz wird eine konservative Therapie über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten empfohlen. Die Leitlinie nennt folgende Maßnahmen:

  • Ruhigstellung und Schienung des Ellenbogens in 90 Grad Flexion oder in der für den Patienten bequemsten Position.

  • Verabreichung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

  • Physiotherapie mit schmerzlindernden Maßnahmen und Massagetechniken.

Chirurgische Intervention

Ein chirurgisches Vorgehen wird laut Leitlinie erst nach mehrmonatigem Versagen der konservativen Therapie in Betracht gezogen. Eine Exploration, Neurolyse und Dekompression wird insbesondere bei identifizierbaren raumfordernden Läsionen empfohlen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird das Anterior-Interosseus-Syndrom aufgrund der rein motorischen Ausfälle häufig fälschlicherweise als Sehnen- oder Bandverletzung der Finger fehldiagnostiziert. Es wird betont, dass zur sicheren Abgrenzung einer Sehnenruptur der Tenodese-Effekt durch passive Handgelenksbewegungen klinisch überprüft werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Patienten berichten laut Leitlinie meist über plötzlich auftretende, schlecht lokalisierbare Schmerzen im Unterarm. Zudem besteht eine Schwäche beim Pinzettengriff, während sensible Ausfälle wie Taubheit oder Kribbeln vollständig fehlen.

Die Diagnose stützt sich primär auf den klinischen Pinch-Grip-Test (OK-Zeichen). Zur Bestätigung und Differenzierung empfiehlt die Leitlinie elektrodiagnostische Untersuchungen (EMG) sowie eine MRT-Bildgebung.

Ein chirurgischer Eingriff wird gemäß der Leitlinie erst nach mindestens drei Monaten erfolgloser konservativer Therapie erwogen. Eine Ausnahme bilden Fälle mit einer eindeutig identifizierten, raumfordernden Kompression.

Die Leitlinie gibt an, dass die meisten Patienten unter konservativer Therapie innerhalb von 6 bis 12 Wochen eine Besserung oder vollständige Genesung erfahren. Die Prognose wird generell als gut eingestuft.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Anterior Interosseous Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien