Müller-Muskel (M. tarsalis superior): StatPearls
Hintergrund
Der Musculus tarsalis superior, auch als Müller-Muskel bekannt, ist ein akzessorischer glatter Muskel des Oberlids. Er ist maßgeblich an der Retraktion und Elevation des Augenlids beteiligt.
Die Innervation erfolgt sympathisch über Fasern des Ganglion cervicale superius. Die Blutversorgung wird primär durch superiore Äste der Arteria ophthalmica sichergestellt.
Der Muskel misst etwa 15 mm in der Breite und 10 mm in der Länge. Er entspringt an der Unterseite des Musculus levator palpebrae superioris und setzt an der superioren Tarsusplatte an.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende anatomische und klinische Kernaspekte:
Funktion und Interaktion
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Der Muskel unterstützt den Musculus levator palpebrae superioris bei der Aufrechterhaltung der Lid-Elevation.
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Durch sympathische Stimulation kann das Oberlid um weitere 2 mm angehoben werden.
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Es wird eine signifikante Kraftübertragung auf den Levator-Muskel beschrieben, was eine starke synergistische Interaktion verdeutlicht.
Physiologische Varianten
Es werden vier physiologische Varianten basierend auf der Ansatzstelle an der superioren Tarsusplatte unterschieden:
| Variante | Ansatzstelle an der Tarsusplatte | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Muster 1 | Oberer Rand | Seltener |
| Muster 2M | Medialer Aspekt | Seltener |
| Muster 2L | Lateraler Aspekt | Seltener |
| Muster 3 | Gesamte Ausdehnung | Am häufigsten |
Chirurgische Aspekte bei Ptosis
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Bei der Müller-Muskel-Bindehaut-Resektion (MMCR) wird der Muskel über einen konjunktivalen Zugang teilweise entfernt.
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Bei einer Levator-Advancement-Operation über einen externen Zugang muss der Müller-Muskel geschont werden, da eine Verletzung zu einer Überkorrektur führen kann.
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Die Wahl des Operationsverfahrens richtet sich nach dem Grad der Ptosis, der Levator-Funktion und der Erfahrung des Operateurs.
Klinische Pathologien
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Bei der Schilddrüsen-assoziierten Orbitopathie (z. B. Morbus Basedow) führt eine lymphozytäre Infiltration des Muskels zu einer Lidretraktion.
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Beim Horner-Syndrom kommt es durch eine Läsion der sympathischen Bahn zu einer Paralyse des Muskels und konsekutiver Ptosis.
💡Praxis-Tipp
In der Übersicht wird darauf hingewiesen, dass bei einer Levator-Advancement-Operation zur Ptosis-Korrektur streng auf die Schonung des Müller-Muskels geachtet werden sollte. Eine unbeabsichtigte Verletzung dieses Muskels kann laut den Autoren zu einer unerwünschten Überkorrektur der Blepharoptosis führen.
Häufig gestellte Fragen
Der Musculus tarsalis superior wird durch das sympathische Nervensystem innerviert. Die postganglionären Fasern stammen aus dem Ganglion cervicale superius und erreichen die Orbita über den Plexus caroticus internus und die Arteria ophthalmica.
Er unterstützt den Musculus levator palpebrae superioris und hält das Oberlid nach der initialen Elevation oben. Bei sympathischer Aktivierung kann er das Lid um zusätzliche 2 mm anheben.
Das Horner-Syndrom entsteht durch eine Läsion der sympathischen Nervenbahnen. Dies führt zu einer Lähmung des sympathisch innervierten Müller-Muskels und somit zu einem leichten Herabhängen des Oberlids (Ptosis).
Bei Erkrankungen wie dem Morbus Basedow infiltrieren Lymphozyten den Muskel und verursachen eine Entzündung sowie Fibrose. Dies führt zu einer Verkürzung des Muskels und resultiert in einer pathologischen Lidretraktion.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Head and Neck: Eye, Superior Tarsal Muscle (Müller Muscle) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.