Akute Mastitis: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die akute Mastitis ist eine Entzündung der Brustdrüse, die in laktationale und nicht-laktationale Formen unterteilt wird. Die laktationale Mastitis tritt am häufigsten in den ersten sechs Wochen post partum auf und wird durch Milchstau sowie eine Dysbiose des Mikrobioms begünstigt.
Zu den nicht-laktationalen Formen gehören die periduktale Mastitis (PDM) und die idiopathische granulomatöse Mastitis (IGM). Die PDM betrifft vorwiegend die milchführenden Gänge nahe der Mamille und ist stark mit Rauchen assoziiert.
Die IGM ist eine seltene, chronisch-entzündliche Erkrankung, die durch nicht-verkäsende Granulome gekennzeichnet ist. Sie tritt häufig bei Frauen innerhalb von fünf Jahren nach einer Schwangerschaft auf und kann klinisch einem Mammakarzinom ähneln.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der akuten Mastitis:
Diagnostik
Die Diagnose der laktationalen Mastitis wird primär klinisch gestellt. Bei systemischen Symptomen, die länger als 24 Stunden anhalten, wird eine ärztliche Evaluation empfohlen.
Laut Leitlinie sollte bei fehlender Besserung nach 48 Stunden antibiotischer Therapie eine Muttermilchkultur angelegt werden. Bei Verdacht auf einen Abszess wird eine Ultraschalluntersuchung der Brust empfohlen.
Für die Diagnostik der nicht-laktationalen Mastitis (PDM und IGM) ist eine Biopsie der Goldstandard. Die Leitlinie betont, dass bei der IGM zwingend eine Biopsie erfolgen muss, um ein Mammakarzinom auszuschließen.
Therapie der laktationalen Mastitis
Es wird empfohlen, zunächst für 24 Stunden supportive Maßnahmen anzuwenden. Dazu gehören:
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Fortsetzung des Stillens nach Bedarf
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Vermeidung von Stillhütchen und Nutzung gut sitzender BHs
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Kühlung und Einsatz von NSAR zur Schmerzlinderung
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Lymphdrainage-Massagen
Bei fehlender Besserung unter supportiven Maßnahmen wird eine antibiotische Therapie für 10 bis 14 Tage empfohlen. Eine prophylaktische Antibiotikagabe wird nicht empfohlen.
Therapie der nicht-laktationalen Mastitis
Für die akute PDM wird der Einsatz von Breitbandantibiotika empfohlen. Als definitive Therapie der PDM wird häufig eine chirurgische Exzision der betroffenen Milchgänge beschrieben, wobei ein Rauchstopp zur Rezidivprophylaxe essenziell ist.
Die Behandlung der IGM erfolgt laut Leitlinie individualisiert. Es werden folgende Ansätze beschrieben:
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Beobachtung bei milden Verläufen, da Spontanremissionen möglich sind
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Kortikosteroidtherapie (oral oder lokal) als häufigste medikamentöse Intervention
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Chirurgische Exzision bei schweren oder therapierefraktären Verläufen
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Einsatz von Methotrexat bei Kortikosteroid-Resistenz
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für die antibiotische Therapie der laktationalen Mastitis:
| Medikament | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|
| Dicloxacillin, Flucloxacillin oder Cefalexin | k.A. (Dauer: 10-14 Tage) | Erstlinientherapie (Fokus auf grampositive Erreger) |
| Clindamycin | 300 mg 4-mal täglich (Dauer: 10-14 Tage) | Zweitlinientherapie / bei Resistenzen |
| Trimethoprim-Sulfamethoxazol (TMP-SMX) | Double-Strength 2-mal täglich (Dauer: 10-14 Tage) | Zweitlinientherapie / bei Resistenzen |
| Vancomycin | empirisch (intravenös) | Schwere Fälle mit Notwendigkeit zur Hospitalisierung |
Kontraindikationen
Die Leitlinie weist darauf hin, dass Trimethoprim-Sulfamethoxazol bei Patientinnen mit einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel) kontraindiziert ist.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, die idiopathische granulomatöse Mastitis (IGM) rein klinisch zu diagnostizieren, da sie einem inflammatorischen Mammakarzinom stark ähnelt. Es wird betont, dass zwingend eine Biopsie durchgeführt werden muss, um eine Malignität sicher auszuschließen. Zudem wird bei der laktationalen Mastitis von einer prophylaktischen Antibiotikagabe abgeraten, da dies das Mikrobiom der Brust stört und Resistenzen fördert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine antibiotische Therapie empfohlen, wenn sich die Symptome nach 24 Stunden supportiver Maßnahmen nicht bessern. Eine prophylaktische Gabe wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Nein, die Leitlinie empfiehlt die Fortsetzung des Stillens nach Bedarf. Ein regelmäßiges und vollständiges Entleeren der Brust unterstützt den Heilungsprozess und verhindert einen weiteren Milchstau.
Bei klinischem Verdacht auf einen Abszess wird primär eine Ultraschalluntersuchung der Brust empfohlen. Dies gilt laut Leitlinie insbesondere für Frauen unter 30 Jahren.
Die Leitlinie identifiziert das Rauchen als den signifikantesten Risikofaktor für die periduktale Mastitis. Ein Rauchstopp wird dringend zur Senkung des hohen Rezidivrisikos empfohlen.
Es wird in der Regel eine Behandlungsdauer von 10 bis 14 Tagen empfohlen. Bei fehlender Besserung nach 48 Stunden sollte eine Reevaluation inklusive Muttermilchkultur erfolgen.
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Quelle: StatPearls: Acute Mastitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.