Erworbene perforierende Dermatose: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Übersicht beschreibt die erworbene perforierende Dermatose (APD) als eine Hauterkrankung, die durch die transepidermale Elimination von dermalen Bestandteilen gekennzeichnet ist. Sie tritt typischerweise bei Erwachsenen als sekundäre Form auf.
Häufig sind Personen mit Diabetes mellitus oder chronischer Niereninsuffizienz betroffen. Seltener wird die Erkrankung im Zusammenhang mit Lebererkrankungen, HIV-Infektionen oder Malignomen beschrieben.
Die genaue Pathogenese ist nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Mikrotraumata durch Kratzen (Koebner-Phänomen), Gewebehypoxie und eine veränderte Wundheilung zentrale Auslöser für die Degeneration der Kollagenfasern darstellen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie:
Klassifikation der primären Formen
Laut Text werden traditionell vier klassische Formen der primären perforierenden Dermatose unterschieden, deren Merkmale sich auch in der erworbenen Form (APD) wiederfinden können:
| Erkrankung | Manifestationsalter | Eliminiertes Material |
|---|---|---|
| Elastosis perforans serpiginosum | Kindesalter | Elastische Fasern |
| Reaktive perforierende Kollagenose | Kindesalter | Kollagenfasern |
| Perforierende Follikulitis | Variabel | Follikelinhalt (mit/ohne Fasern) |
| Morbus Kyrle | Variabel | Abnormes Keratin |
Diagnostik und Evaluation
Für die Diagnosestellung wird eine Hautbiopsie als zwingend erforderlich beschrieben. Da die histopathologischen Merkmale variieren können, wird die Entnahme mehrerer Biopsien empfohlen.
Das klassische histologische Bild zeigt eine epidermale Invagination mit einem keratotischen Pfropf. Als zentrales diagnostisches Merkmal gilt ein keratotischer Kern, der über einer epidermalen Perforation liegt.
Zur Identifikation der zugrunde liegenden Systemerkrankung wird folgende Basisdiagnostik empfohlen:
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Bestimmung des Blutzuckerspiegels
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Überprüfung der Nierenfunktion
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Kontrolle der Leberwerte
Therapie und Management
Da keine kontrollierten Studien vorliegen, basiert die Behandlung laut Text auf Fallberichten. Das primäre Ziel ist die Behandlung der Grunderkrankung sowie die Linderung des starken Juckreizes.
Als Erstlinientherapie werden folgende Optionen genannt:
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Topische oder systemische Kortikosteroide
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Retinoide zur Stabilisierung der Keratinozyten
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Keratolytika wie Harnstoff oder Salicylsäure
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Emollientien und orale Antihistaminika gegen den Pruritus
Bei unzureichendem Ansprechen können laut Text alternative Ansätze wie Tetracycline, Allopurinol oder eine Phototherapie (NB-UVB, PUVA) eingesetzt werden. Es wird betont, dass eine Kombinationstherapie oft erfolgreicher ist als eine Monotherapie.
💡Praxis-Tipp
Der Text weist darauf hin, dass die erworbene perforierende Dermatose aufgrund des starken Juckreizes und der Kratzspuren häufig als einfache Exkoriation fehldiagnostiziert wird. Zudem wird das Auftreten des Koebner-Phänomens beschrieben, bei dem durch weiteres Kratzen neue Läsionen entstehen. Eine frühzeitige histologische Sicherung und konsequente Pruritusbehandlung sind daher essenziell, um eine Befundverschlechterung und sekundäre Infektionen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls tritt die Erkrankung am häufigsten bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus oder chronischer Niereninsuffizienz auf. Insbesondere dialysepflichtige Personen sind häufig betroffen.
Es zeigen sich typischerweise hyperkeratotische, oft genabelte Papeln oder Knoten. Diese treten bevorzugt an den Streckseiten der unteren Extremitäten sowie am Rumpf auf.
Die häufigste beschriebene Komplikation ist die sekundäre bakterielle Infektion der Hautläsionen. Diese entsteht meist durch den ausgeprägten Juckreiz und das damit verbundene Kratzen.
Die Diagnose erfordert eine Hautbiopsie, die klassischerweise eine epidermale Invagination mit einem keratotischen Pfropf zeigt. Da die Befunde variieren können, wird die Entnahme mehrerer Biopsien empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Acquired Perforating Dermatosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.