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Sportkardiologie: Empfehlungen zu körperlichem Training

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DGK fasst in ihrem Kommentar zur ESC-Leitlinie 2020 die aktuellen Empfehlungen zur Sport- und Wettkampftauglichkeit bei kardiovaskulären Erkrankungen zusammen. Im Fokus steht die sichere Ausübung von körperlichem Training im Freizeit- und Leistungssport.

Für die individuelle Risikobewertung werden verschiedene Faktoren herangezogen. Dazu zählen die kardiale Grunderkrankung, deren Ausprägung, Komorbiditäten, das Alter sowie die sportliche Vorerfahrung.

Zudem wird die kardiopulmonale Beanspruchung in drei Intensitätsstufen unterteilt:

IntensitätEnergiestoffwechselLaktatwertBeispiele (Freizeitsport)
NiedrigAerober Bereich (Regeneration)< 2 mmol/lGolf, langsames Jogging, Walking
ModeratAerober Bereich bis Schwelle< 4 mmol/lTennis, Jogging, Nordic Walking
HochAnaerober Bereich (Submaximal)> 4 mmol/lRennrad, Schwimmen, Triathlon

Klinischer Kontext

Kardiovaskuläre Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Morbiditäts- und Mortalitätsursachen. Gleichzeitig wächst der Anteil der kardiologischen Patienten, die sportlich aktiv bleiben oder mit einem Training beginnen möchten.

Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Endothelfunktion, senkt den Sympathikotonus und reduziert systemische Entzündungsprozesse. Bei vorbestehenden strukturellen Herzerkrankungen kann eine sehr hohe Trainingsintensität jedoch das Risiko für akute Arrhythmien oder Ischämien kurzzeitig erhöhen.

Die klinische Herausforderung besteht darin, die unbestrittenen kardioprotektiven Vorteile des Sports gegen mögliche akute Risiken abzuwägen. Eine fundierte Risikostratifizierung ist essenziell, um Patienten eine sichere Teilnahme an sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen.

Die Basisdiagnostik umfasst in der Regel eine detaillierte Eigen- und Familienanamnese, eine körperliche Untersuchung sowie ein Ruhe-EKG. Abhängig von der Grunderkrankung und der geplanten sportlichen Intensität wird diese durch Echokardiografie, Belastungsuntersuchungen oder Langzeit-EKG ergänzt.

Wissenswertes

Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit steht die Ischämiediagnostik im Vordergrund. Belastungs-EKG oder bildgebende Verfahren wie die Stressechokardiografie helfen, die individuelle Belastungsgrenze sicher zu definieren.

Akute Dekompensationen, schwere Obstruktionen des linksventrikulären Ausflusstrakts und lebensbedrohliche Rhythmusstörungen gelten als absolute Kontraindikationen. Nach Stabilisierung ist ein moderates, individuell angepasstes Training jedoch ein wichtiger Therapiebaustein.

Das Risiko ist bei intensiver Belastung und unerkannter struktureller Herzerkrankung vorübergehend erhöht. Langfristig überwiegen jedoch die kardioprotektiven Effekte regelmäßiger körperlicher Aktivität deutlich.

Ein Ruhe-EKG und eine ausführliche Anamnese bilden die Basis des Screenings. Bei Auffälligkeiten oder Palpitationen unter Belastung wird die Diagnostik um Langzeit-EKG und echokardiografische Untersuchungen erweitert.

Die Herzfrequenzkontrolle unter Belastung ist entscheidend, um eine adäquate hämodynamische Antwort zu gewährleisten. Betablocker oder andere frequenzbremsende Medikamente müssen dabei an das Trainingsniveau angepasst werden.

Nach einer akuten Myokarditis wird in der Regel eine strikte Sportpause von mehreren Monaten empfohlen. Vor der Wiederaufnahme des Trainings sind eine Normalisierung der Biomarker sowie unauffällige Befunde in EKG und Echokardiografie erforderlich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die arrhythmogene Kardiomyopathie (ACM) gelegt werden. Im Gegensatz zur HCM ist hier regelmäßiges, hochintensives Training mit einer Beschleunigung der Pathologie assoziiert. Die Leitlinie untersagt Leistungssport bei ACM strikt, selbst wenn die Athleten lediglich genotypisch positiv sind und noch keinen Phänotyp aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Pause von mindestens 3 bis 6 Monaten für moderate bis hochintensive Belastungen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Myokardfunktion erhalten geblieben ist.

Bei asymptomatischen Personen mit unauffälliger Ergometrie (kein Blutdruckabfall, keine Arrhythmien) kann Freizeitsport mit niedriger Intensität erlaubt werden. Kompetitiver Sport oder höhere Intensitäten sind laut Leitlinie jedoch kontraindiziert.

Laut Leitlinie müssen unter einer laufenden Antikoagulation Kontaktsportarten strikt vermieden werden. Auch Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko wie Mountainbiken oder Klettern sollten nicht ausgeübt werden.

Nach einer erfolgreichen Ablation kann laut Leitlinie innerhalb eines Monats wieder mit sportlicher Aktivität begonnen werden. Das Outcome ist bei Sportlern mit dem von Nichtsportlern vergleichbar.

Personen mit LQTS-1 haben das höchste Risiko für kardiale Ereignisse beim Sport. Es wird empfohlen, Sportarten zu meiden, bei denen in kaltes Wasser eingetaucht wird, wie beispielsweise Schwimmen oder Triathlon.

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Quelle: Kommentar zu den Leitlinien (2020) der ESC zu Sportkardiologie und körperlichem Training für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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