StatPearls2026

Skleral- und Limbuslazeration: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sklerale und limbale Lazerationen sind Formen der offenen Augenverletzung, die häufig durch scharfe Gegenstände oder stumpfes Trauma mit hoher Geschwindigkeit verursacht werden. Sie stellen eine der Hauptursachen für schwere, einseitige Sehverluste dar.

Die Verletzungen führen oft zu irreversiblen visuellen Einschränkungen und können mit einem Prolaps von intraokularem Gewebe einhergehen. Eine schnelle Diagnostik und chirurgische Intervention sind entscheidend, um die anatomische Integrität wiederherzustellen und schwerwiegende Komplikationen zu minimieren.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung offener Augenverletzungen:

Diagnostik und klinische Evaluation

Es wird eine detaillierte Spaltlampenuntersuchung zur Beurteilung von Bindehaut, Sklera und vorderer Augenkammer empfohlen. Zur Identifikation von okkulten Kammerwasserlecks wird die Durchführung des Seidel-Tests oder des forcierten Seidel-Tests angeraten.

Die Leitlinie betont, dass präoperativ strikt auf Untersuchungen verzichtet werden muss, die Druck auf den Bulbus ausüben.

Bildgebung

Röntgen- und CT-Aufnahmen (in 1-mm-Schichten) werden zum Ausschluss oder zur Lokalisation von intraokularen Fremdkörpern und Knochenverletzungen empfohlen. Eine MRT-Untersuchung kann zur Beurteilung von Weichteilverletzungen herangezogen werden.

Die Leitlinie rät von einer präoperativen B-Bild-Sonografie ab. Diese wird jedoch postoperativ bei trüben optischen Medien zur Beurteilung der Netzhaut empfohlen.

Präoperatives Management

Es wird die Gabe von konservierungsmittelfreien topischen Tropfen empfohlen, um eine intraokulare Migration zu verhindern. Bei Lazerationen mit Gewebeprolaps wird der sofortige Beginn einer systemischen und topischen Antibiotikatherapie sowie eine Tetanusprophylaxe empfohlen.

Für eine geplante Allgemeinanästhesie wird eine präoperative Nüchternheit von acht Stunden angeraten.

Chirurgische Therapie

Das primäre Ziel ist der wasserdichte Wundverschluss zur Wiederherstellung der anatomischen Integrität. Die Leitlinie empfiehlt folgende chirurgische Prinzipien:

  • Verwendung von nicht-resorbierbarem Nahtmaterial (9-0 Nylon oder 8-0 Mersilene) für große Defekte

  • Einsatz von resorbierbarem Material (8-0 Vicryl) für kleinere Defekte

  • Verwendung eines Skleratransplantats (Patch Graft) bei großen Gewebedefekten

  • Reposition von prolabiertem Uveagewebe nur, wenn die Verletzung weniger als vier Stunden zurückliegt und keine Nekrose vorliegt

Postoperative Nachsorge

Es wird eine ausschleichende topische Steroidtherapie über sechs Wochen empfohlen, sofern keine Infektion vorliegt. Zusätzlich wird eine topische Antibiotikagabe für 15 Tage sowie die Anwendung von Tränenersatzmitteln für 30 Tage empfohlen.

Zur Beurteilung von Netzhautpathologien wird eine dilatierte Fundusuntersuchung bei allen Patienten angeraten.

Dosierung

MedikamentDosisIndikation
Moxifloxacin 0,5 % oder Gatifloxacin 0,5 % (topisch)4-mal täglich für 15 TagePostoperative Antibiotikaprophylaxe
Ceftriaxon (i.v.)1 g 2-mal täglich für 3 TagePräoperative systemische Antibiose (Erwachsene)
Ceftriaxon (i.v.)500 mg 2-mal täglich für 3 TagePräoperative systemische Antibiose (Kinder)
Tetanus-Toxoid (i.m.)0,5 ml einmaligPräoperative Tetanusprophylaxe
Dexamethason 0,1 % oder Prednisolon 1 % (topisch)Ausschleichend über 6 Wochen (6/5/4/3/2/1 Tropfen/Tag je Woche)Postoperative Entzündungshemmung (nicht-infektiös)
Carboxymethylcellulose 0,5 % (topisch)4-mal täglich für 30 TagePostoperative Befeuchtung

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • MRT-Untersuchungen sind bei Verdacht auf ferromagnetische intraokulare Fremdkörper streng kontraindiziert.

  • Druckausübende Untersuchungen (präoperative B-Bild-Sonografie, Gonioskopie, forcierte Duktionstests, sklerale Impression) sind kontraindiziert, da sie zur Extrusion von intraokularem Gewebe führen können.

  • Topische Steroide sind bei infektiösen skleralen oder limbalen Lazerationen kontraindiziert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Warnhinweis der Leitlinie ist der strikte Verzicht auf jegliche präoperative Diagnostik, die Druck auf den verletzten Bulbus ausübt. Es wird betont, dass Maßnahmen wie die B-Bild-Sonografie, die Gonioskopie oder die Kontakttonometrie bei offenen Augenverletzungen zur Extrusion von intraokularem Gewebe führen können und daher bis nach dem operativen Wundverschluss aufgeschoben werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den Seidel-Test, bei dem Fluoreszein-Farbstoff auf die Wunde aufgetragen wird. Bei okkulten Lecks kann ein forcierter Seidel-Test mit leichtem Druck auf das Lid durchgeführt werden.

Es wird eine CT-Untersuchung in 1-mm-Schichten empfohlen, um Fremdkörper und knöcherne Verletzungen darzustellen. Eine MRT ist laut Leitlinie nur bei sicherem Ausschluss ferromagnetischer Materialien zulässig.

Laut Leitlinie kann Uveagewebe reponiert werden, wenn die Verletzung weniger als vier Stunden zurückliegt. Es darf zudem keine Nekrose oder Infektion des Gewebes vorliegen.

Für große Defekte wird nicht-resorbierbares Nahtmaterial wie 9-0 Nylon oder 8-0 Mersilene empfohlen. Bei kleineren Defekten kann gemäß Leitlinie resorbierbares 8-0 Vicryl verwendet werden.

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Quelle: StatPearls: Scleral and Limbic Lacerations (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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