StatPearls2026

Sehnentransfer: Prinzipien, Indikation und Technik

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Prinzipien und Techniken von Sehnentransfers zur Wiederherstellung der Muskelfunktion. Diese Eingriffe werden bei Nervenschäden, Verletzungen oder angeborenen Defekten eingesetzt.

Historisch basieren die Richtlinien auf den fünf Grundprinzipien von Mayer aus dem Jahr 1916. Ein zentrales Ziel ist es, vor der Operation eine maximale passive Beweglichkeit und Gelenkfreiheit sicherzustellen.

Biomechanische Aspekte wie die optimale Sarkomerlänge und die Kraftproduktionskurve (Blix-Kurve) sind laut Leitlinie entscheidend für den Erfolg. Ein Überdehnen des Spendermuskels kann die biomechanische Effektivität erheblich beeinträchtigen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für Sehnentransfers:

Biomechanik und Fixation

Laut Leitlinie erfordert die Auswahl des Transplantats ein genaues Verständnis der Muskel-Sehnen-Einheit. Es wird betont, dass eine Überdehnung des Muskels vermieden werden sollte, da dies die aktive Kontraktionskraft reduziert.

Für die Fixation werden verschiedene Techniken beschrieben:

  • Die Pulvertaft-Flechtnaht gilt als Standard für eine robuste Fixation.

  • Neuere Koaptationstechniken (z. B. Seit-zu-Seit-Koaptation) bieten laut Leitlinie eine hohe Festigkeit bei geringerer Auftreibung.

  • Bei der Sehnen-Knochen-Fixation, insbesondere an der unteren Extremität, werden Interferenzschrauben oder Fadenanker aufgrund der geringeren Komplikationsraten bevorzugt.

Obere Extremität und Hand

Die Leitlinie beschreibt spezifische Transfers für verschiedene Nervenläsionen. Bei der Radialisparese zielen die Eingriffe auf die Wiederherstellung der Handgelenks-, Finger- und Daumenstreckung ab.

Für die Medianusparese steht die Wiederherstellung der Daumenopposition (Opponensplastik) im Vordergrund. Bei der Ulnarisparese wird die Korrektur der Krallenhand und die Verbesserung der Griffkraft fokussiert.

PareseTransfer-TechnikZiel/Indikation
RadialispareseTriple-Transfer (Jones)Wiederherstellung der Handgelenks-, Finger- und Daumenstreckung
RadialisparesePronator teres auf ECRBWiederherstellung der Handgelenksstreckung
MedianuspareseCamitz-OpponensplastikWiederherstellung der Daumenabduktion bei tiefer Parese
MedianuspareseEIP-OpponensplastikWiederherstellung der Daumenopposition bei hoher Parese
UlnarispareseECRB-Transfer (Smith)Wiederherstellung der Daumenadduktion
UlnarispareseModifizierte Stiles-Bunnell-PlastikKorrektur der Krallenhand (ohne Griffkraftverbesserung)

Schulter

Sehnentransfers an der Schulter verbessern laut Leitlinie die Koordination zwischen dem skapulothorakalen und glenohumeralen Gelenk. Sie werden bei irreparablen Rotatorenmanschettenrupturen oder Nervenläsionen eingesetzt.

PathologieTransfer-TechnikZiel/Indikation
Serratus-anterior-ParesePectoralis-major-TransferBehandlung der Scapula alata
Trapezius-PareseEden-Lange-ProzedurKorrektur von Abduktions- und Rotationsanomalien
Irreparable Posterosuperiore RotatorenmanschettenrupturLatissimus-dorsi-TransferWiederherstellung von Elevation und Außenrotation
Deltoideus-ParalyseObere-Trapezius-PlastikWiederherstellung von Schulterabduktion und -elevation

Untere Extremität

An der unteren Extremität liegt der Fokus auf der Wiederherstellung der Gehfähigkeit und der Gewichtsbelastung. Eine häufige Indikation ist die Fußheberparese (z. B. durch Peronäusläsion).

PathologieTransfer-TechnikZiel/Indikation
FußheberpareseTibialis-posterior-TransferWiederherstellung der Dorsalextension
Rezidivierender KlumpfußTibialis-anterior-TransferKorrektur der dynamischen Supination
Spastischer SpitzklumpfußSplit-Tibialis-anterior-Transfer (SPLATT)Korrektur von Fußdeformitäten
Achillessehnen-TendinoseFlexor-hallucis-longus-TransferErsatz oder Unterstützung der degenerierten Sehne

Rehabilitation

Die Leitlinie beschreibt unterschiedliche postoperative Protokolle je nach Körperregion. An der oberen Extremität wird zunehmend eine frühere Mobilisation angestrebt, um Gelenksteifigkeit zu vermeiden.

An der Schulter ist aufgrund der komplexen Mechanik oft eine längere Immobilisation erforderlich. An der unteren Extremität liegt der Schwerpunkt auf einer frühen Gewichtsbelastung und dem Gangtraining.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie gilt die gleichzeitige Behandlung von Gelenkkontrakturen während der postoperativen Immobilisationsphase nach einem Sehnentransfer als Kontraindikation.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein Latissimus-dorsi-Transfer bei irreparablen Rotatorenmanschettenrupturen nur begrenzten Nutzen zeigt, wenn die Funktion des Musculus subscapularis defizitär ist.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, Spendermuskeln in der Annahme einer postoperativen Dehnung zu stark zu spannen. Eine Überdehnung reduziert die Aktin-Myosin-Überlappung erheblich und kann dazu führen, dass die transferierte Sehne nur noch durch einen Tenodese-Effekt anstatt durch aktive Kontraktion funktioniert.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie beschreibt die Pulvertaft-Flechtnaht als traditionellen Standard für eine robuste Fixation. Neuere Techniken wie die Seit-zu-Seit-Koaptation oder die Verwendung von Interferenzschrauben bei der Sehnen-Knochen-Fixation werden jedoch zunehmend bevorzugt.

Laut Leitlinie ist der Transfer der Tibialis-posterior-Sehne eine effektive Methode zur Wiederherstellung der Dorsalextension. Die Sehne wird dabei durch die Membrana interossea oder zirkumtibial auf den Fußrücken umgeleitet.

Bei posterosuperioren Rupturen beschreibt die Leitlinie den Latissimus-dorsi-Transfer zur Wiederherstellung der Außenrotation und Elevation. Alternativ kann ein Transfer des unteren Trapezius erfolgen, der die anatomische Zugrichtung des Infraspinatus besser imitiert.

Die Opponensplastik zielt darauf ab, die Daumenopposition wiederherzustellen, was für die Greif- und Kneifkraft essenziell ist. Je nach Höhe der Läsion werden dafür unterschiedliche Sehnen wie der Palmaris longus oder der Extensor indicis proprius verwendet.

Die Dauer der Immobilisation variiert laut Leitlinie je nach Region. Während an der oberen Extremität zunehmend eine frühe Mobilisation angestrebt wird, erfordern Eingriffe an der Schulter oft eine längere Ruhigstellung, und an der unteren Extremität liegt der Fokus auf einer zügigen Gewichtsbelastung nach etwa 6 bis 8 Wochen.

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Quelle: StatPearls: Principle of Tendon Transfers (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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