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Schwerhörigkeit: Diagnostik, Therapie & Überweisung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schwerhörigkeit ist ein bedeutendes Gesundheitsproblem, von dem Millionen Erwachsene betroffen sind. Die altersbedingte Schwerhörigkeit stellt dabei die häufigste Form dar.

Die NICE-Leitlinie NG98 bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Beurteilung und Behandlung von Hörverlust bei Erwachsenen. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen durch eine frühzeitige Diagnostik und adäquate Versorgung zu verbessern.

Ein besonderer Fokus liegt auf der korrekten Indikationsstellung für fachärztliche Überweisungen sowie der sicheren Entfernung von Cerumen. Zudem wird die strukturierte Nachsorge bei der Hörgeräteversorgung thematisiert.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie NG98 formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Erwachsenen mit Hörverlust:

Diagnostik und Überweisung

Bei erstmaligen oder vermuteten Hörproblemen wird empfohlen, zunächst impaktiertes Cerumen und akute Infektionen auszuschließen. Anschließend sollte eine audiologische Untersuchung veranlasst werden.

Für die Überweisung bei plötzlichem oder rasch fortschreitendem Hörverlust (ohne erkennbare Ursache im Außen- oder Mittelohr) definiert die Leitlinie folgende Dringlichkeiten:

Onset / VerlaufZeitraumÜberweisungsdringlichkeit
Plötzlich (≤ 3 Tage)Innerhalb der letzten 30 TageSofort (innerhalb 24 Stunden) an HNO oder Notaufnahme
Plötzlich (≤ 3 Tage)Vor mehr als 30 TagenDringend (innerhalb 2 Wochen) an HNO oder Audiovestibularmedizin
Rasche Verschlechterung (4 bis 90 Tage)AktuellDringend (innerhalb 2 Wochen) an HNO oder Audiovestibularmedizin

Eine sofortige Überweisung (innerhalb 24 Stunden) wird auch bei einseitigem Hörverlust mit Gefühlsstörungen oder Fazialisparese auf derselben Seite empfohlen. Gleiches gilt für immunsupprimierte Personen mit Ohrenschmerzen und Ohrenfluss, die nicht innerhalb von 72 Stunden auf eine Therapie ansprechen.

Cerumenentfernung

Die Leitlinie empfiehlt, Cerumen zu entfernen, wenn es zu Hörverlust oder anderen Symptomen beiträgt. Auch wenn der Gehörgang für eine Untersuchung oder Ohrabformung frei sein muss, ist eine Entfernung indiziert.

Vor einer Ohrspülung wird die Anwendung von Ohrentropfen (Cerumenweichmacher) empfohlen. Diese können unmittelbar vor der Spülung oder bis zu 5 Tage im Voraus angewendet werden.

Bildgebung und medikamentöse Therapie

Ein MRT des inneren Gehörgangs wird bei Hörverlust mit lokalisierenden Symptomen (z. B. Schwäche des N. facialis) empfohlen, um ein Vestibularisschwannom auszuschließen.

Bei idiopathischem plötzlichem sensorineuralem Hörverlust sollte laut Leitlinie eine Behandlung mit Steroiden erwogen werden.

Hörgeräteversorgung und Nachsorge

Erwachsenen mit beidseitigem, versorgbarem Hörverlust sollten zwei Hörgeräte angeboten werden. Es wird betont, dass dies das Sprachverstehen bei Hintergrundgeräuschen und das Richtungshören verbessert.

Die Leitlinie empfiehlt einen persönlichen audiologischen Nachsorgetermin 6 bis 12 Wochen nach der Anpassung der Hörgeräte. Dabei sollen offene Fragen geklärt, die Handhabung überprüft und der personalisierte Versorgungsplan aktualisiert werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht eine klare Warnung bezüglich der manuellen Ohrspülung (mittels Spritze) aus. Es wird dringend davon abgeraten, diese Methode zur Cerumenentfernung bei Erwachsenen anzuwenden.

Zudem wird empfohlen, Betroffene davor zu warnen, kleine Gegenstände wie Wattestäbchen in den Gehörgang einzuführen. Dies kann den Gehörgang oder das Trommelfell verletzen und das Cerumen tiefer in das Ohr schieben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Erwachsenen mit diagnostizierter oder vermuteter Demenz sowie leichter kognitiver Beeinträchtigung aktiv an einen begleitenden Hörverlust gedacht werden sollte. Es wird empfohlen, diese Personengruppe alle zwei Jahre für eine audiologische Untersuchung zu überweisen, da ein unerkannter Hörverlust die kognitiven Einschränkungen aggravieren kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie hängt die Dringlichkeit vom Zeitpunkt des Auftretens ab. Ein plötzlicher Hörverlust, der innerhalb der letzten 30 Tage aufgetreten ist, erfordert eine sofortige Überweisung innerhalb von 24 Stunden.

Die Leitlinie rät explizit von der manuellen Ohrspülung mit einer Spritze ab. Stattdessen werden elektronische Irrigatoren, Mikrosaugung oder die manuelle Entfernung mit einer Sonde durch geschultes Personal empfohlen.

Es wird empfohlen, bei beidseitigem Hörverlust standardmäßig zwei Hörgeräte anzubieten. Die Leitlinie begründet dies mit einem besseren Sprachverstehen in lauter Umgebung und einer verbesserten räumlichen Orientierung.

Ein MRT des inneren Gehörgangs wird empfohlen, wenn lokalisierende neurologische Symptome wie eine Fazialisparese vorliegen. Auch bei einer reintonaudiometrischen Asymmetrie von 15 dB oder mehr bei zwei benachbarten Frequenzen sollte ein MRT erwogen werden.

Die Leitlinie empfiehlt, bei einem idiopathischen plötzlichen sensorineuralen Hörverlust eine Therapie mit Steroiden in Betracht zu ziehen. Konkrete Dosierungsschemata werden in diesem Dokument jedoch nicht vorgegeben.

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Quelle: NICE Guideline on Hearing Loss in Adults (NICE, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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