COVID-19-Impfung: STIKO-Empfehlung
Hintergrund
Die vierte Aktualisierung der STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung aus dem Jahr 2021 adressiert den Einsatz der zugelassenen mRNA- und Vektor-Impfstoffe. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt limitierten Impfstoffverfügbarkeit steht die Priorisierung vulnerabler Gruppen im Fokus.
Zudem reagiert die Leitlinie auf neu aufgetretene Sicherheitssignale im Zusammenhang mit Vektor-Impfstoffen. Dies betrifft insbesondere seltene thromboembolische Ereignisse, die eine Anpassung der Altersempfehlungen erforderlich machten.
Ziel der Empfehlungen ist es, schwere und tödliche Krankheitsverläufe zu verhindern sowie den Individual- und Bevölkerungsschutz unter den Bedingungen der Pandemie zu optimieren.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Durchführung der COVID-19-Impfung:
Impfstoffe und Dosierungsabstände
Laut Leitlinie wird die Impfung mit mRNA-Impfstoffen (Comirnaty, Moderna) oder Vektor-Impfstoffen (AstraZeneca, Janssen) empfohlen. Es wird betont, dass es sich bei keinem der Präparate um einen Lebendimpfstoff handelt.
Für die verschiedenen Impfstoffklassen werden folgende Abstände für eine vollständige Impfserie empfohlen:
| Impfstoff-Typ | Präparat | Empfohlener Impfabstand |
|---|---|---|
| mRNA | Comirnaty, Moderna | 6 Wochen |
| Vektor | AstraZeneca | 12 Wochen |
| Vektor | Janssen | Einzeldosis |
Priorisierung
Aufgrund der Impfstoffknappheit empfiehlt die Leitlinie ein stufenweises Vorgehen. Die Einteilung erfolgt nach Alter, Vorerkrankungen und Expositionsrisiko in sechs Stufen:
| Stufe | Altersgruppe | Ausgewählte Risikogruppen und Berufe |
|---|---|---|
| 1 | >= 80 Jahre | Altenpflegeheimbewohner, medizinisches Personal mit sehr hohem Risiko |
| 2 | 75-79 Jahre | Trisomie 21, Dialysepatienten, Demenzkranke in Heimen |
| 3 | 70-74 Jahre | Schwere Vorerkrankungen (z. B. Organtransplantation, aktive Onkologie), enge Kontaktpersonen |
| 4 | 65-69 Jahre | Erhöhtes Risiko (z. B. Diabetes, KHK), Lehrer, Erzieher |
| 5 | 60-64 Jahre | Einzelhandel, kritische Infrastruktur, öffentliche Sicherheit |
| 6 | < 60 Jahre | Alle übrigen Personen |
Besonderheiten bei AstraZeneca und heterologes Schema
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz der COVID-19 Vaccine AstraZeneca primär für Personen ab 60 Jahren. Ein Einsatz bei jüngeren Personen ist nach ärztlichem Ermessen, individueller Risikoakzeptanz und sorgfältiger Aufklärung möglich.
Für Personen unter 60 Jahren, die bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, wird ein heterologes Impfschema empfohlen. Anstelle der zweiten AstraZeneca-Dosis soll nach 12 Wochen ein mRNA-Impfstoff verabreicht werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Eine generelle Impfung in der Schwangerschaft wird derzeit nicht empfohlen. Bei Schwangeren mit Vorerkrankungen und hohem Risiko für schwere Verläufe kann die Impfung nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung angeboten werden.
In der Stillzeit wird eine Impfung als unbedenklich für den Säugling eingestuft. Eine akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft stellt laut Leitlinie keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar.
Vorgehen nach durchgemachter Infektion
Nach einer PCR-gesicherten SARS-CoV-2-Infektion wird empfohlen, frühestens nach 6 Monaten zu impfen. Laut Leitlinie ist bei immungesunden Personen in diesen Fällen zunächst eine einzige Impfstoffdosis ausreichend, da diese bereits hohe Antikörperkonzentrationen erzielt.
Allgemeine Anwendungshinweise
Die Leitlinie formuliert folgende praktische Vorgaben zur Applikation:
-
Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden.
-
Die Impfung muss strikt intramuskulär erfolgen (keinesfalls intradermal oder subkutan).
-
Bei Patienten unter Antikoagulation soll eine feine Kanüle verwendet und die Einstichstelle mindestens 2 Minuten fest komprimiert werden.
-
Es wird eine Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 Minuten empfohlen (30 Minuten bei bestimmten Risikopersonen).
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt bekannte Allergien gegen Inhaltsstoffe der Vakzine (z. B. Polyethylenglykol bei mRNA-Impfstoffen) als Kontraindikation.
Ein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen bei Personen mit vorbekannten allergischen Erkrankungen (ohne spezifische Inhaltsstoff-Allergie) wird bei mRNA-Impfstoffen nicht angenommen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor seltenen, aber schweren Thrombosen (z. B. Sinusvenenthrombosen) in Kombination mit Thrombopenien nach der Gabe des AstraZeneca-Impfstoffs. Es wird dringend empfohlen, Patienten darauf hinzuweisen, bei anhaltenden Kopfschmerzen (später als drei Tage nach Impfung), Kurzatmigkeit oder punktförmigen Hautblutungen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für mRNA-Impfstoffe einen Abstand von 6 Wochen zwischen den Dosen. Bei dem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca wird ein Intervall von 12 Wochen empfohlen.
Laut Leitlinie wird für diese Personengruppe ein heterologes Impfschema empfohlen. Die zweite Dosis sollte 12 Wochen nach der Erstimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen.
Es wird empfohlen, frühestens 6 Monate nach einer PCR-gesicherten Infektion zu impfen. In der Regel reicht dann eine einzige Impfstoffdosis für eine ausreichende Immunantwort aus.
Die Leitlinie empfiehlt, zu anderen planbaren Impfungen einen Mindestabstand von 14 Tagen vor und nach der COVID-19-Impfung einzuhalten. Notfallimpfungen sind von dieser Regelung ausgenommen.
Bei Patienten unter Antikoagulation soll die Impfung ebenfalls strikt intramuskulär erfolgen. Es wird die Verwendung einer sehr feinen Injektionskanüle sowie eine anschließende feste Kompression der Einstichstelle für mindestens 2 Minuten empfohlen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: RKI: Vierte Empfehlung 2021-04-01 (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.