RKI/STIKO2026Infektiologie

Meningokokken-Impfung (MenACWY): STIKO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die STIKO hat ihre Empfehlungen zur Prävention invasiver Meningokokken-Erkrankungen (IME) aktualisiert. Im Fokus steht die quadrivalente Impfung gegen die Serogruppen A, C, W und Y (MenACWY).

Invasive Meningokokken-Erkrankungen sind selten, verlaufen aber häufig fulminant und weisen eine Letalität von 10 bis 13 % auf. Überlebende leiden laut Leitlinie oft an schweren Langzeitfolgen wie Amputationen, chronischem Nierenversagen oder neurologischen Schäden.

Die epidemiologischen Daten zeigen eine Verschiebung der Serogruppen in Deutschland. Während die Serogruppe C stark rückläufig ist, breitet sich die Serogruppe Y in allen Altersgruppen aus. Jugendliche und junge Erwachsene weisen dabei die höchste asymptomatische Meningokokken-Trägerschaft auf.

Empfehlungen

Die STIKO formuliert folgende Kernempfehlungen zur Meningokokken-Impfung:

Standardimpfung für Jugendliche

Die Leitlinie empfiehlt neu eine MenACWY-Impfung für alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren als Standardimpfung. Es soll ein altersgerecht zugelassener quadrivalenter Konjugatimpfstoff verabreicht werden.

Die Impfung kann laut Leitlinie zeitgleich mit anderen empfohlenen Impfungen (wie Tdap-IPV und HPV) im Rahmen der J1-Vorsorgeuntersuchung erfolgen.

Es wird empfohlen, verpasste MenACWY-Impfungen als Nachholimpfung bis zu einem Alter von unter 25 Jahren durchzuführen.

Entfall der MenC-Impfung für Kleinkinder

Die bisherige Standardempfehlung zur monovalenten MenC-Impfung im Alter von 12 Monaten entfällt. Dies schließt auch die bislang empfohlenen Nachholimpfungen bis zum Alter von unter 18 Jahren ein.

Laut Leitlinie wird derzeit keine allgemeine MenACWY-Impfung für Kleinkinder empfohlen. Begründet wird dies mit der Seltenheit von ACWY-Erkrankungen in dieser Altersgruppe und dem besseren indirekten Schutz durch die Impfung von Jugendlichen.

Indikationsimpfungen

Die Indikationsimpfung gegen ACWY-IME für gesundheitlich gefährdete Personen bleibt unverändert bestehen.

Dies betrifft laut Leitlinie unter anderem Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz, gefährdetes Laborpersonal sowie Reisende in entsprechende Endemiegebiete.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende zugelassene quadrivalente Konjugatimpfstoffe (MenACWY) und deren Zulassungsalter für die Grundimmunisierung:

ImpfstoffZulassungsalterDosierungsschema
MenACWY-TT (Nimenrix)Ab 6 Wochen6 Wochen bis 6 Monate: 2 Dosen + Auffrischung mit 12 Monaten. Ab 6 Monaten: 1 Dosis
MenACYW-TT (MenQuadfi)Ab 12 Monaten1 Dosis
MenACWY-CRM (Menveo)Ab 2 Jahren1 Dosis
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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die MenACWY-Impfung im Jugendalter problemlos zeitgleich mit der HPV- und Tdap-IPV-Impfung verabreicht werden kann. Es wird erwartet, dass durch den Entfall der MenC-Impfung im Kleinkindalter der dortige Impfkalender entlastet wird, was den zeitgerechten Abschluss anderer wichtiger Grundimmunisierungen (wie der Sechsfach-Impfung oder MenB) erleichtert.

Häufig gestellte Fragen

Die STIKO empfiehlt die MenACWY-Impfung als Standardimpfung für alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Nachholimpfungen werden laut Leitlinie bis zu einem Alter von unter 25 Jahren empfohlen.

Nein, die Leitlinie empfiehlt die monovalente MenC-Impfung im Alter von 12 Monaten nicht mehr. Auch die entsprechenden Nachholimpfungen bis zum 18. Lebensjahr entfallen.

Laut Leitlinie sind in der EU die Konjugatimpfstoffe Nimenrix (ab 6 Wochen), MenQuadfi (ab 12 Monaten) und Menveo (ab 2 Jahren) zugelassen. Es wird die Verabreichung einer Dosis gemäß der jeweiligen Fachinformation empfohlen.

Die Leitlinie begründet dies mit der höchsten Meningokokken-Trägerschaft bei Jugendlichen. Eine Impfung in dieser Altersgruppe erzielt den größten indirekten Bevölkerungsschutz (Herdeneffekt) und verhindert so auch Erkrankungen bei jüngeren Kindern.

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Quelle: RKI: PM 2025-10-30 (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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