Rimegepant: Migräneprophylaxe, Dosierung und Indikation
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Nutzenbewertung für den Wirkstoff Rimegepant durchgeführt. Geprüft wurde der Einsatz zur präventiven Behandlung der episodischen Migräne bei Erwachsenen mit mindestens vier Migräneattacken pro Monat.
Für die Bewertung wurde Rimegepant mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) verglichen. Dabei wurden zwei Patientengruppen unterschieden: solche, für die eine konventionelle Prophylaxe infrage kommt, und solche, bei denen dies nicht der Fall ist.
Da der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Studiendaten für den Vergleich mit den festgelegten Standardtherapien vorlegte, konnte das IQWiG den Zusatznutzen nicht abschließend quantifizieren.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:
Bewertung des Zusatznutzens
Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Rimegepant nicht belegt. Dies gilt für beide untersuchten Fragestellungen der präventiven Migränebehandlung.
Der fehlende Beleg wird in der Bewertung wie folgt begründet:
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Für Patientinnen und Patienten, für die eine konventionelle Migräneprophylaxe infrage kommt, wurden keine Daten vorgelegt.
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Für die Gruppe, bei der konventionelle Therapien versagt haben oder kontraindiziert sind, wurden die vorgelegten Studiendaten (CHALLENGE-MIG) als ungeeignet eingestuft.
-
Es war unklar, ob die in den Studien eingeschlossenen Personen die Kriterien der zweckmäßigen Vergleichstherapie bezüglich vorheriger Therapieversuche erfüllten.
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Der Bericht definiert die Vergleichstherapien, gegen die sich Rimegepant hätte beweisen müssen:
-
Bei Eignung für konventionelle Prophylaxe: Amitriptylin, Erenumab, Flunarizin, Metoprolol oder Propranolol.
-
Bei Versagen oder Kontraindikation konventioneller Therapien: Eptinezumab, Erenumab, Fremanezumab oder Galcanezumab.
Dosierung
Die Fachinformation gibt folgende Dosierungen für Rimegepant (Lyophilisat zum Einnehmen) vor:
| Indikation | Empfohlene Dosis | Maximale Tagesdosis |
|---|---|---|
| Migräneprophylaxe | 75 mg jeden 2. Tag | 75 mg |
| Akuttherapie der Migräne | 75 mg bei Bedarf (1-mal täglich) | 75 mg |
Das Lyophilisat wird auf oder unter die Zunge gelegt und löst sich im Mund auf. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten und ohne Flüssigkeit erfolgen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von mittelstarken CYP3A4-Inhibitoren oder starken P-gp-Inhibitoren wird empfohlen, eine weitere Dosis Rimegepant erst nach 48 Stunden einzunehmen.
Kontraindikationen
Laut Dokument wird die Anwendung von Rimegepant in folgenden Fällen nicht empfohlen oder sollte vermieden werden:
-
Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C).
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Bei terminaler Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 15 ml/min).
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Bei gleichzeitiger Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren.
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Bei gleichzeitiger Anwendung mit starken oder mittelstarken CYP3A4-Induktoren.
-
Während der Schwangerschaft (aus Vorsichtsgründen).
Zudem besteht eine Gegenanzeige bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht warnt vor dem Risiko von Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch (Medication Overuse Headache, MOH). Es wird darauf hingewiesen, dass bei häufigen oder täglichen Kopfschmerzen trotz regelmäßiger Schmerzmitteleinnahme an diese Diagnose gedacht und die Behandlung gegebenenfalls abgebrochen werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation wird zur präventiven Behandlung eine Dosis von 75 mg Rimegepant jeden zweiten Tag empfohlen. Die maximale Tagesdosis beträgt 75 mg.
Nein, das IQWiG sieht einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie als nicht belegt an. Der Grund hierfür ist das Fehlen geeigneter Studiendaten für die relevanten Patientengruppen.
Bei leicht bis stark eingeschränkter Nierenfunktion ist laut Dokument keine Dosisanpassung erforderlich. Bei terminaler Niereninsuffizienz sollte die Anwendung jedoch vermieden werden.
Es wird empfohlen, die Anwendung von Rimegepant während der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen zu vermeiden. Tierexperimentelle Studien zeigten bei sehr hohen Dosen unerwünschte Wirkungen auf die embryofetale Entwicklung.
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Quelle: IQWiG A25-73: Rimegepant (Migräneprophylaxe) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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