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Resveratrol bei Typ-2-Diabetes: Evidenz zur Wirksamkeit

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Typ-2-Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die durch Insulinresistenz und Hyperglykämie gekennzeichnet ist. Im Tiermodell zeigte das pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel Resveratrol vielversprechende antidiabetische Eigenschaften.

Ein systematischer Cochrane Review (2020) evaluierte die Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Resveratrol bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Die Datenlage basiert auf drei randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 50 Teilnehmenden.

Bisherige Studien untersuchten Zeiträume von lediglich vier bis fünf Wochen. Langfristige, patientenrelevante Endpunkte wie Gesamtmortalität oder diabetesbedingte Komplikationen wurden in der wissenschaftlichen Literatur bislang nicht ausreichend erfasst.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende Kernaussagen zur Anwendung von Resveratrol:

Wirksamkeit auf den Glukosestoffwechsel

Laut Analyse zeigt Resveratrol im Vergleich zu Placebo keine signifikanten Verbesserungen des Stoffwechsels. Dies betrifft insbesondere folgende Parameter:

  • Glykosyliertes Hämoglobin A1c (HbA1c)

  • Nüchtern-Blutzuckerwerte

  • Insulinresistenz (HOMA-IR)

Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und der kurzen Studiendauer als sehr niedrig eingestuft.

Sicherheit und Nebenwirkungen

In den eingeschlossenen Kurzzeitstudien wurden keine unerwünschten Ereignisse oder vorzeitigen Todesfälle beobachtet.

Die Autoren betonen jedoch, dass das Fehlen wissenschaftlicher Evidenz für Nebenwirkungen nicht zwingend eine absolute Unbedenklichkeit bedeutet. Langzeitdaten zur Sicherheit fehlen derzeit vollständig.

Klinische Bewertung

Aufgrund der unzureichenden Datenlage kann keine Empfehlung für die Supplementierung von Resveratrol zur Behandlung des Typ-2-Diabetes ausgesprochen werden.

Viele frei verkäufliche Präparate bewerben positive Effekte, die sich jedoch primär auf Ergebnisse aus Tierversuchen stützen. Für den Menschen ist ein therapeutischer Nutzen nicht belegt.

Dosierung

In den vom Review eingeschlossenen Studien wurden folgende Dosierungen von oralem Resveratrol (als Kapsel) untersucht. Es existiert jedoch keine Evidenz, die diese Dosierungen für die klinische Praxis rechtfertigt.

WirkstoffUntersuchte TagesdosisStudiendauerKlinischer Effekt vs. Placebo
Resveratrol10 mg4 WochenNeutral (kein signifikanter Nutzen)
Resveratrol150 mg30 TageNeutral (kein signifikanter Nutzen)
Resveratrol1000 mg5 WochenNeutral (kein signifikanter Nutzen)
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass Personen mit Diabetes häufig durch irreführende Werbung für frei verkäufliche Resveratrol-Präparate beeinflusst werden. Die postulierten antidiabetischen Effekte basieren laut Review fast ausschließlich auf Tierversuchen und lassen sich derzeit nicht auf den Menschen übertragen. Von einer gezielten Supplementierung zur Blutzuckersenkung ist mangels Evidenz abzuraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review zeigt Resveratrol im Vergleich zu Placebo eine neutrale Wirkung auf den HbA1c-Wert. Es konnte in klinischen Studien keine signifikante Blutzuckersenkung nachgewiesen werden.

In Kurzzeitstudien über vier bis fünf Wochen wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Es fehlen jedoch Langzeitdaten, weshalb die langfristige Sicherheit bei Typ-2-Diabetes unklar bleibt.

Derzeit kann keine Dosisempfehlung ausgesprochen werden. Die in Studien untersuchten Mengen von 10 mg bis 1000 mg pro Tag zeigten keinen klinischen Nutzen.

Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage dafür, etablierte Antidiabetika durch Resveratrol zu ersetzen. Die Evidenz reicht nicht aus, um einen therapeutischen Nutzen beim Menschen zu belegen.

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Quelle: Cochrane Review: Resveratrol for adults with type 2 diabetes mellitus (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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