ClariMedClariMed
Dosing.de / FachinformationFachinformation2024NephrologieInnere MedizinAllgemeinmedizin

Ciprofloxacin bei Niereninsuffizienz: Dosierung (Dosing)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Dosing.de / Fachinformation Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ab einer GFR < 60 ml/min ist eine Dosisanpassung von Ciprofloxacin zwingend erforderlich.
  • Bei Hämodialyse erfolgt die Gabe von 250–500 mg alle 24h stets nach der Dialysesitzung.
  • Magnesium- und calciumhaltige Antazida vermindern die Resorption und sind zu vermeiden.
  • Aufgrund einer CYP1A2-Hemmung müssen Theophyllin-Spiegel bei gleichzeitiger Gabe überwacht werden.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Ciprofloxacin ist ein Fluorchinolon-Antibiotikum mit einer guten oralen Bioverfügbarkeit von 70 bis 80 %. Da die renale Elimination 40 bis 50 % beträgt, ist bei eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisanpassung erforderlich. Zu den relevanten Nebenwirkungen, die klinisch beachtet werden müssen, zählen QT-Verlängerungen sowie das Risiko für Sehnenrupturen.

Standarddosierung

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion (GFR > 60 ml/min) gelten folgende Standarddosierungen:

ApplikationsformDosisIntervall
Oral250–750 mgalle 12h
Intravenös (i.v.)200–400 mgalle 8–12h

Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz

Ab einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von unter 60 ml/min muss die Dosis oder das Dosierungsintervall von Ciprofloxacin wie folgt angepasst werden:

GFR / NierenfunktionDosierungIntervallBemerkung
> 60 ml/minStandarddosisStandardKeine Anpassung erforderlich
30–60 ml/min250–500 mg (oral) / 200–400 mg (i.v.)alle 12h-
15–30 ml/min250–500 mgalle 18–24h-
< 15 ml/min250–500 mgalle 24h-
Hämodialyse250–500 mgalle 24hGabe nach der Dialyse
CAPD250–500 mgalle 24h-

Klinische Hinweise und Interaktionen

Bei der Verordnung von Ciprofloxacin sind folgende pharmakologische Besonderheiten zwingend zu beachten:

  • Antazida: Magnesium- oder calciumhaltige Antazida sind zu vermeiden, da sie die Resorption von Ciprofloxacin vermindern.
  • Theophyllin: Ciprofloxacin führt zu einer CYP1A2-Hemmung. Bei gleichzeitiger Gabe müssen die Theophyllin-Spiegel streng überwacht werden.

💡Praxis-Tipp

Geben Sie Ciprofloxacin bei hämodialysepflichtigen Patienten immer erst nach der Dialysesitzung. Verzichten Sie zudem auf die gleichzeitige Gabe von magnesium- oder calciumhaltigen Antazida, um Resorptionsverluste zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Eine Dosisanpassung ist ab einer GFR von unter 60 ml/min erforderlich.
Die Gabe von 250–500 mg alle 24 Stunden sollte stets nach der Dialysesitzung erfolgen.
Magnesium- und calciumhaltige Antazida vermindern die Resorption. Zudem hemmt Ciprofloxacin CYP1A2, was eine Überwachung des Theophyllin-Spiegels bei gleichzeitiger Gabe erfordert.

Verwandte Leitlinien