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Serotoninsyndrom Interaktionen: Leitlinie (ABDA)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Klinische Pharmakologie / ABDA Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Serotoninsyndrom entsteht durch einen Überschuss an Serotonin bei der Kombination serotonerger Substanzen.
  • Die Kombination von MAO-Hemmern mit SSRI/SNRI oder Tramadol/Pethidin ist streng kontraindiziert.
  • Linezolid wirkt als reversibler MAO-Hemmer und sollte mit SSRI nach Möglichkeit vermieden werden.
  • Bei MAO-Hemmern ist eine Washout-Phase von 2 Wochen (5 Wochen nach Fluoxetin) zwingend einzuhalten.
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Hintergrund

Ein Serotoninsyndrom entsteht durch einen Überschuss an Serotonin, der meist durch die Kombination verschiedener serotonerger Substanzen ausgelöst wird. Die Symptomatik ist vielfältig und erfordert rasches Handeln. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Neuromuskulär: Tremor, Hyperreflexie, Klonus
  • Vegetativ: Tachykardie, Hypertonie, Hyperthermie, Mydriasis, Schwitzen
  • Zentralnervös: Agitation, Verwirrtheit

Hochrisiko-Kombinationen

Bestimmte Kombinationen bergen ein massives Risiko für ein Serotoninsyndrom und sind teilweise streng kontraindiziert.

KombinationRisiko / BewertungBemerkung
MAO-Hemmer + SSRI/SNRIKontraindiziert (schwerstes Risiko)Bsp: Tranylcypromin + Sertralin/Venlafaxin. Auch Moclobemid + SSRI vermeiden.
MAO-Hemmer + Tramadol/PethidinKontraindiziertFatale Verläufe sind beschrieben.
Linezolid + SSRIWenn möglich vermeidenLinezolid ist ein reversibler MAO-Hemmer! Fälle von Serotoninsyndrom sind beschrieben.

Moderate Risiko-Kombinationen

Bei diesen Kombinationen ist das Risiko geringer, erfordert aber dennoch Aufmerksamkeit und teils Dosisanpassungen.

KombinationBewertungHandlungsempfehlung
SSRI + TriptaneTheoretisches RisikoVorsichtige Anwendung möglich, in der Praxis selten klinisch relevant.
SSRI + TramadolErhöhtes RisikoNiedrigste Tramadol-Dosis wählen, engmaschiges Monitoring auf Symptome.
SSRI + FentanylRisiko bei hohen DosenBeobachtung erforderlich (Fentanyl ist schwach serotonerg).
SSRI + LithiumKann Syndrom verstärkenEngmaschiges Monitoring (Standard-Kombination bei Depression).

Prävention und Management

Um ein Serotoninsyndrom zu verhindern, sind folgende Maßnahmen essenziell:

  • Kombinations-Check: Vor jeder Neuverordnung von SSRI/SNRI Interaktionen prüfen.
  • Washout-Zeiten: Bei MAO-Hemmern strikt einhalten. Standardmäßig 2 Wochen, nach Fluoxetin 5 Wochen.
  • Patientenaufklärung: Patienten aktiv über die Symptome eines Serotoninsyndroms aufklären.

💡Praxis-Tipp

Denken Sie bei der Verordnung des Antibiotikums Linezolid an dessen Eigenschaft als reversibler MAO-Hemmer. Eine Kombination mit der SSRI-Dauermedikation des Patienten kann ein Serotoninsyndrom auslösen.

Häufig gestellte Fragen

Die Standard-Washout-Phase beträgt 2 Wochen. Eine Ausnahme bildet Fluoxetin, hier müssen 5 Wochen eingehalten werden.
Ja, eine vorsichtige Anwendung ist möglich. Es besteht ein theoretisches Risiko für ein Serotoninsyndrom, was in der Praxis jedoch selten klinisch relevant wird.
Linezolid wirkt als reversibler MAO-Hemmer. Die Kombination mit SSRI kann zu einem Serotoninüberschuss und damit zu einem Serotoninsyndrom führen.
Typisch sind Tremor, Hyperreflexie, Klonus, Agitation, Verwirrtheit sowie vegetative Symptome wie Tachykardie, Hypertonie, Hyperthermie, Mydriasis und Schwitzen.

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