CochraneIa2019

Radikale Zystektomie: Perioperative Ernährungstherapie

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die radikale Zystektomie ist die primäre operative Behandlung des muskelinvasiven Urothelkarzinoms der Harnblase. Dieser Eingriff ist häufig mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, einer längeren Rekonvaleszenz und potenziell schweren Komplikationen assoziiert.

Viele Betroffene weisen aufgrund ihres Alters oder der Tumorerkrankung bereits präoperativ eine Mangelernährung auf. Dies kann das Risiko für postoperative Morbidität und Mortalität erhöhen, weshalb Ernährungsinterventionen theoretisch von Vorteil sein könnten.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit verschiedener perioperativer Ernährungsstrategien. Die Autoren betonen jedoch, dass die verfügbare Evidenz auf wenigen, kleinen und teils veralteten Studien mit methodischen Mängeln basiert.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen zur perioperativen Ernährung:

Parenterale und enterale Ernährung

  • Laut Review kann eine postoperative parenterale Ernährung im Vergleich zur oralen Ernährung die Komplikationsrate innerhalb der ersten 30 Tage möglicherweise erhöhen.

  • Ein früher postoperativer Kostaufbau führt im Vergleich zum Standardmanagement möglicherweise zu einer erhöhten Komplikationsrate, wobei diese Evidenz als sehr unsicher eingestuft wird.

  • Die Dauer des Krankenhausaufenthalts wird durch diese Interventionen laut den vorliegenden Daten nicht signifikant beeinflusst.

Orale Supplementation und Immunernährung

  • Es wird berichtet, dass eine immunstärkende Ernährung die postoperativen 90-Tage-Komplikationen im Vergleich zur Standardernährung möglicherweise reduziert.

  • Perioperative orale Nahrungsergänzungsmittel verringern im Vergleich zu Multivitaminpräparaten postoperative Komplikationen möglicherweise leicht.

  • Bei einer rein präoperativen oralen Ernährungsunterstützung ist es laut Review sehr unsicher, ob diese postoperative Komplikationen vermindert.

Aminosäuren

  • Die Gabe von Aminosäuren (mit oder ohne Dextrose) im Vergleich zu reiner Dextrose hat einen sehr unsicheren Effekt auf die Reduktion von Komplikationen.

  • Auch für verzweigtkettige Aminosäuren lässt sich aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität keine sichere Aussage zur Komplikationsrate treffen.

Vergleich der Ernährungsinterventionen

InterventionVergleichEffekt auf KomplikationenEffekt auf Aufenthaltsdauer
Parenterale ErnährungOrale ErnährungMögliche Erhöhung (30 Tage)Ähnlich
Immunstärkende ErnährungStandardernährungMögliche Reduktion (90 Tage)Ähnlich
Perioperative orale SupplementeMultivitamineMögliche leichte ReduktionÄhnlich
Früher postoperativer KostaufbauStandardmanagementMögliche Erhöhung (sehr unsicher)Ähnlich
Aminosäuren (+/- Dextrose)DextroseSehr unsicherSehr unsicher
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass eine routinemäßige postoperative parenterale Ernährung im Vergleich zur oralen Ernährung mit einer erhöhten Komplikationsrate assoziiert sein kann. Es wird zudem hervorgehoben, dass die Evidenz für alle Ernährungsinterventionen bei Zystektomie aktuell von sehr niedriger Qualität ist und weitere Forschung dringend benötigt wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review ist das Gegenteil der Fall. Eine postoperative parenterale Ernährung kann die Komplikationsrate innerhalb der ersten 30 Tage im Vergleich zur oralen Ernährung möglicherweise sogar erhöhen.

Der Review zeigt, dass eine immunstärkende Ernährung die postoperativen Komplikationen nach 90 Tagen möglicherweise reduzieren kann. Die Qualität dieser Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.

Gemäß den ausgewerteten Studien hat keine der untersuchten Ernährungsinterventionen einen signifikanten Einfluss auf die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Die Aufenthaltsdauer war in den Interventions- und Kontrollgruppen meist ähnlich.

Die Datenlage hierzu ist laut Review sehr unsicher. Es gibt Hinweise darauf, dass ein früher postoperativer Kostaufbau die Komplikationsrate möglicherweise erhöhen könnte, was jedoch in weiteren hochwertigen Studien überprüft werden muss.

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Quelle: Cochrane Review: Perioperative nutrition for the treatment of bladder cancer by radical cystectomy (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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