NICE

Psychische Gesundheit im Alter: Soziale Teilhabe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG32 befasst sich mit der Förderung der Unabhängigkeit und des mentalen Wohlbefindens bei älteren Menschen ab 65 Jahren. Einsamkeit und soziale Isolation stellen in dieser Altersgruppe erhebliche Risikofaktoren dar, die mit Depressionen und einem erhöhten Pflegebedarf assoziiert sind.

Unter mentalem Wohlbefinden versteht die Leitlinie emotionale und psychologische Gesundheit, einschließlich Selbstwertgefühl und der Fähigkeit, mit Widrigkeiten umzugehen. Unabhängigkeit wird als die Fähigkeit definiert, eigene Entscheidungen zu treffen und Kontrolle über das eigene Leben auszuüben.

Ein zentraler Ansatz der Leitlinie ist die frühzeitige Identifikation von gefährdeten Personen. Durch gezielte soziale, kreative und körperliche Aktivitäten soll einem Abbau der Selbstständigkeit entgegengewirkt werden.

Empfehlungen

Identifikation von Risikogruppen

Laut Leitlinie wird empfohlen, dass das Personal im Kontakt mit älteren Menschen diejenigen identifiziert, die ein erhöhtes Risiko für einen Verlust der Unabhängigkeit aufweisen. Es wird betont, dass bestimmte Lebensereignisse dieses Risiko deutlich erhöhen.

Zu den besonders gefährdeten Gruppen gehören laut Leitlinie Personen, die:

  • in den letzten zwei Jahren ihren Partner verloren haben

  • pflegende Angehörige sind oder alleine leben

  • sich kürzlich getrennt haben oder unfreiwillig in den Ruhestand getreten sind

  • über ein geringes Einkommen verfügen oder das Autofahren aufgeben mussten

  • an einer altersbedingten Behinderung leiden oder 80 Jahre und älter sind

Gruppenbasierte Aktivitäten

Die Leitlinie empfiehlt die Bereitstellung verschiedener Gruppenaktivitäten, die auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung abgestimmt sind. Diese sollten idealerweise an regelmäßigen Orten und zu festen Zeiten stattfinden.

Als besonders wirksam werden folgende Angebote hervorgehoben:

  • Gesangsprogramme, insbesondere professionell geleitete Gemeindechöre

  • Kunst, Handwerk und andere kreative Aktivitäten

  • Maßgeschneiderte, gemeindebasierte Bewegungsprogramme wie Gehgruppen

  • Intergenerationelle Aktivitäten, bei denen beispielsweise Ältere in Schulen vorlesen

Zusätzlich wird angeregt, Schulungen für Informations- und Kommunikationstechnologien anzubieten. Dies schließt die Nutzung von Mobiltelefonen und dem Internet ein.

Einzelaktivitäten und Freiwilligenarbeit

Für Personen, die Gruppenangebote nicht nutzen können oder möchten, empfiehlt die Leitlinie Eins-zu-Eins-Aktivitäten. Dazu zählen Besuchsprogramme durch ehrenamtliche Helfer oder telefonische Betreuungsangebote.

Die Leitlinie unterstreicht zudem den hohen Wert von Freiwilligenarbeit für ältere Menschen. Es wird empfohlen, Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement zu schaffen, da dies soziale Kontakte fördert und das mentale Wohlbefinden stärkt.

Um die Teilnahme zu erleichtern, wird geraten, die Zeiten für ehrenamtliche Tätigkeiten flexibel zu gestalten. Zudem sollte eine angemessene Einarbeitung und kontinuierliche Unterstützung gewährleistet sein.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass die Förderung von Aktivitäten außerhalb des Hauses ältere Menschen anfälliger für Kriminalität wie Trickbetrug machen kann. Es wird daher empfohlen, bei der Vermittlung von Angeboten und insbesondere bei Internet-Schulungen stets auch Aufklärung über entsprechende Sicherheitsrisiken zu integrieren. Zudem wird betont, dass pflegende Angehörige im Alter oft nicht erkennen, dass sie selbst zur Risikogruppe für soziale Isolation gehören.

Häufig gestellte Fragen

Laut NICE-Leitlinie sind besonders Personen gefährdet, die in den letzten zwei Jahren verwitwet sind, alleine leben oder pflegende Angehörige sind. Auch ein kürzlicher, unfreiwilliger Renteneintritt oder die Aufgabe des Autofahrens gelten als starke Risikofaktoren.

Die Leitlinie hebt professionell geleitete Gemeindechöre, kreative Kunst- und Handwerkskurse sowie lokale Bewegungsprogramme hervor. Auch intergenerationelle Projekte, wie das Vorlesen in Schulen, werden als sehr effektiv eingestuft.

Es wird empfohlen, gezielte Schulungen und kontinuierlichen technischen Support für Geräte wie Smartphones oder internetfähige Fernseher anzubieten. Die Leitlinie betont, dass solche Angebote helfen, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und das mentale Wohlbefinden zu stärken.

Gemäß der Leitlinie bietet ehrenamtliches Engagement älteren Menschen die Möglichkeit, zu sozialisieren und ihre Lebenserfahrung sinnvoll einzubringen. Es wird beschrieben, dass dies das Selbstwertgefühl steigert und einen wichtigen Beitrag zur mentalen Gesundheit leistet.

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Quelle: NG32: Older people: independence and mental wellbeing (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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