WHO2025

Prähospitale Notfallversorgung: Triage und Protokolle

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2025) zur prähospitalen Notfallversorgung definiert operative Standards und klinische Protokolle für Rettungsdienste. Ziel ist es, die Qualität der Patientenversorgung durch strukturierte Abläufe und evidenzbasierte Maßnahmen zu verbessern.

Ein funktionierendes Rettungswesen erfordert klare Regelungen für die Qualifikation des Personals, die Ausstattung der Fahrzeuge und die Kommunikation. Die Leitlinie unterscheidet dabei zwischen grundlegenden (Basic) und erweiterten (Advanced) Versorgungsstufen.

Zudem wird die Bedeutung einer kontinuierlichen medizinischen Kontrolle (Medical Control) und eines strukturierten Qualitätsmanagements hervorgehoben. Dies soll eine sichere und effiziente Notfallversorgung vom Notruf bis zur Übergabe in der Klinik gewährleisten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die prähospitale Notfallversorgung:

Disposition und Einsatzsteuerung

Es wird empfohlen, Notrufe über eine standardisierte, prioritätenbasierte Disposition zu steuern. Die Leitlinie betont, dass Leitstellendisponenten Anrufern bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes strukturierte Erste-Hilfe-Anweisungen geben sollten.

Für jeden Rettungswagen wird eine Mindestbesetzung von zwei Personen gefordert. Davon muss laut Leitlinie mindestens eine Person ein zertifizierter prähospitaler Versorger sein, während die zweite Person als Fahrer mindestens in Erster Hilfe geschult sein muss.

Diagnostik und Beurteilung am Einsatzort

Die Leitlinie empfiehlt bei jedem Patientenkontakt ein standardisiertes Vorgehen nach dem CABCDE-Schema. Die Eigensicherung und die Beurteilung der Gefahren am Einsatzort haben dabei höchste Priorität.

Bei der Beurteilung von Kindern wird empfohlen, spezifische Warnzeichen zu beachten:

  • Zeichen einer Atemwegsobstruktion (z. B. Stridor)

  • Erhöhte Atemarbeit oder Zyanose

  • Veränderter Bewusstseinszustand oder Lethargie

  • Krampfanfälle oder Hypothermie

Therapie und klinische Protokolle

Für lebensbedrohliche Zustände definiert die Leitlinie spezifische Behandlungsalgorithmen. Bei einem Schockgeschehen wird eine sofortige Volumentherapie mit kristalloiden Lösungen empfohlen.

Bei spezifischen Notfällen rät die Leitlinie zu folgenden Maßnahmen:

  • Anaphylaxie: Frühzeitige intramuskuläre Gabe von Adrenalin.

  • Schweres Trauma: Anlage eines Tourniquets bei unkontrollierbaren Blutungen und Gabe von Tranexamsäure.

  • Postpartale Blutung: Uterusmassage sowie die Verabreichung von Oxytocin und Tranexamsäure.

Transport und Übergabe

Die Leitlinie empfiehlt, Patienten in die nächstgelegene, für die jeweilige Erkrankung am besten geeignete Einrichtung zu transportieren. Bei komplexen Fällen oder Unklarheiten bezüglich des Zielkrankenhauses sollte eine ärztliche Konsultation (Medical Control) erfolgen.

Für die Übergabe in der Klinik wird die Nutzung des strukturierten SBAR-Formats (Situation, Background, Assessment, Recommendation) empfohlen. Zudem sollte die aufnehmende Einrichtung frühzeitig über den Zustand des Patienten informiert werden.

Dosierung

Die Leitlinie definiert spezifische Dosierungen für Notfallmedikamente, abhängig von der Qualifikationsstufe des Personals (Basic vs. Advanced).

Ausgewählte Notfallmedikamente (Advanced Provider)

MedikamentIndikationDosierung ErwachseneDosierung Kinder
Adrenalin (1:1000)Anaphylaxie0,3-0,5 mg IM0,15 mg IM
AcetylsalicylsäureVerdacht auf akutes Koronarsyndrom300 mg PO (Kautablette)Nicht empfohlen
DiazepamKrampfanfall10 mg langsam IV oder 20 mg PR0,2 mg/kg langsam IV oder 0,5 mg/kg PR
TranexamsäureSchwere Blutung nach Trauma1 g in 200 ml IV über 10 Min.Gemäß lokalem Protokoll
OxytocinPostpartale Blutung10 IE IM oder IVNicht zutreffend

Volumentherapie bei Schock

PatientengruppeInitiale Flüssigkeitsgabe (Kristalloide)Wiederholung
Erwachsene250-500 ml IV-Bolus über 5-10 MinutenBei anhaltenden Schockzeichen wiederholen
Kinder20 ml/kg IV-Bolus über 10 MinutenBei anhaltenden Schockzeichen wiederholen
Unterernährte Kinder10 ml/kg IV-Bolus über 10 MinutenBei anhaltenden Schockzeichen wiederholen

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise für den prähospitalen Einsatz:

  • Aktivkohle: Kontraindiziert bei Einnahme von Haushaltsreinigern, Paraffin, Benzin, ätzenden Giften (Säuren/Laugen), Eisen, Lithium oder Alkohol.

  • Nasopharyngealtubus (NPA): Darf bei Verdacht auf ein Gesichtstrauma nicht verwendet werden.

  • Halskrawatte (Cervical Collar): Sollte bei isolierten Kopfverletzungen vermieden werden.

  • Ondansetron: Darf nicht bei Kindern unter einem Monat angewendet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist die dynamische Natur der Eigensicherung am Einsatzort. Es wird betont, dass sich eine initial sichere Situation jederzeit ändern kann und eine kontinuierliche Neubewertung der Gefahrenlage zwingend erforderlich ist. Bei unklaren Vergiftungen oder Verätzungen wird dringend geraten, den Betroffenen vor dem Transport zu dekontaminieren, um das Rettungsfachpersonal nicht zu gefährden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Gabe von Tranexamsäure bei schweren traumatischen Blutungen sowie bei postpartalen Hämorrhagien. Die Dosierung für Erwachsene beträgt 1 g intravenös über 10 Minuten, idealerweise innerhalb von 3 Stunden nach dem Trauma.

Es wird eine intravenöse Volumentherapie mit kristalloiden Lösungen in einer Dosierung von 20 ml/kg über 10 Minuten empfohlen. Bei stark unterernährten Kindern sollte die Dosis laut Leitlinie auf 10 ml/kg reduziert werden.

Bei Verdacht auf Eklampsie wird die intramuskuläre oder intravenöse Gabe von Magnesiumsulfat empfohlen. Die Leitlinie rät zu einer initialen Dosis von 10 g intramuskulär (5 g in jede Gesäßhälfte) oder 4 g langsam intravenös.

Für eine sichere und effiziente Patientenübergabe wird die Verwendung des SBAR-Tools (Situation, Background, Assessment, Recommendation) empfohlen. Zudem sollte das aufnehmende Krankenhaus frühzeitig über kritische Fälle informiert werden.

Die Entscheidung über den Abbruch einer Reanimation hängt von lokalen Protokollen und der verfügbaren Ressourcensituation ab. Die Leitlinie empfiehlt, in unklaren Fällen stets die ärztliche Leitung (Medical Control) zu konsultieren.

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Quelle: Prehospital emergency care - operational guidance for ambulance systems (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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