CochraneIa2021

Postpartale Dammschmerzen: Therapie mit oralen NSAR

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dammschmerzen nach der Geburt sind ein häufiges Problem, das insbesondere nach Dammrissen oder Episiotomien auftritt. Jedoch können auch Frauen mit intaktem Damm betroffen sein. Die Schmerzen können die Mobilität der Mutter sowie die Versorgung des Neugeborenen erheblich beeinträchtigen.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) werden häufig zur Behandlung dieser akuten Schmerzen eingesetzt. Der vorliegende Cochrane-Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit einer oralen Einzeldosis von NSAR zur Linderung von Dammschmerzen in der frühen postpartalen Phase (innerhalb der ersten vier Wochen nach der Geburt).

Die Datengrundlage umfasst 35 randomisierte kontrollierte Studien mit über 5000 Patientinnen. Es ist zu beachten, dass alle eingeschlossenen Studien stillende Frauen ausschlossen, weshalb keine Daten zu potenziellen unerwünschten Wirkungen auf das Neugeborene vorliegen.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit oraler NSAR als Einzeldosis zusammen:

NSAR im Vergleich zu Placebo

Laut Review zeigen NSAR im Vergleich zu Placebo eine überlegene Wirksamkeit bei der Schmerzlinderung:

  • Es wird berichtet, dass mehr Frauen nach vier und sechs Stunden eine angemessene Schmerzlinderung erreichen (niedrige bis sehr niedrige Evidenz).

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass nach vier Stunden zusätzliche Analgetika benötigt werden, ist unter NSAR geringer (moderate Evidenz).

  • Auch nach sechs Stunden besteht möglicherweise ein geringerer Bedarf an zusätzlicher Schmerzmedikation.

NSAR im Vergleich zu Paracetamol

Der Review vergleicht NSAR zudem mit Paracetamol als alternativem Analgetikum:

  • NSAR führen nach vier Stunden möglicherweise häufiger zu einer angemessenen Schmerzlinderung als Paracetamol (niedrige Evidenz).

  • Es wird beschrieben, dass Frauen unter NSAR nach sechs Stunden seltener zusätzliche Schmerzmittel benötigen.

  • Bezüglich der Schmerzlinderung nach sechs Stunden bleibt die Evidenzlage unsicher.

Wahl des NSAR und Sicherheit

Die Autoren des Reviews leiten folgende Erkenntnisse zur Wirkstoffwahl und Sicherheit ab:

  • Vergleiche zwischen verschiedenen NSAR (z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Aspirin) oder verschiedenen Dosierungen desselben Wirkstoffs zeigten keine eindeutigen Unterschiede in der Wirksamkeit.

  • Mütterliche Nebenwirkungen (wie Schläfrigkeit oder Magenbeschwerden) traten insgesamt selten auf. Es ergab sich kein sicherer Unterschied in der Nebenwirkungsrate zwischen NSAR und Placebo oder Paracetamol.

  • Da keine Daten zu stillenden Frauen vorliegen, wird darauf hingewiesen, dass die Wahl des NSAR in der Praxis von der Stillverträglichkeit abhängig gemacht werden sollte.

Dosierung

Der Review zitiert allgemeine Dosierungsbeispiele für die akute Schmerztherapie, auch wenn die Studien keinen klaren Vorteil spezifischer Dosierungen zeigten:

WirkstoffEinzeldosisMaximale Tagesdosis
Ibuprofen400 mg2400 mg
Naproxen500 mg (initial), dann 250 mg1250 mg

Kontraindikationen

Der Review nennt allgemeine Risiken und unerwünschte Wirkungen von NSAR:

  • Häufige Nebenwirkungen umfassen Bauchschmerzen, Übelkeit, Dyspepsie, Kopfschmerzen und Hautausschläge.

  • Seltene, aber schwere Komplikationen sind Magenulzera, gastrointestinale Blutungen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Bronchospasmen, Nierenversagen und Herzinsuffizienz.

  • Einige in älteren Studien untersuchte NSAR (z.B. Zomepirac, Indoprofen) wurden wegen schwerer Nebenwirkungen (z.B. Anaphylaxie) vom Markt genommen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Obwohl NSAR eine effektive Schmerzlinderung bei postpartalen Dammschmerzen bieten, weist der Cochrane-Review darauf hin, dass alle eingeschlossenen Studien stillende Frauen ausschlossen. In der klinischen Praxis sollte die Auswahl des Präparats daher zwingend anhand der bekannten Stillverträglichkeit erfolgen. Ibuprofen gilt hierbei im Allgemeinen als Mittel der Wahl in der Stillzeit.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review führen NSAR vier Stunden nach der Einnahme möglicherweise häufiger zu einer angemessenen Schmerzlinderung als Paracetamol. Zudem wird unter NSAR nach sechs Stunden seltener eine zusätzliche Schmerzmedikation benötigt.

Der Review fand keine eindeutigen Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen verschiedenen NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin. Die Publikation legt nahe, die Auswahl primär von der Verträglichkeit und der Kompatibilität mit dem Stillen abhängig zu machen.

Vergleiche verschiedener Dosierungen desselben Wirkstoffs (beispielsweise Ibuprofen 400 mg vs. 800 mg) zeigten laut Review keine signifikanten Unterschiede in der schmerzlindernden Wirkung. Es wird allgemein empfohlen, die niedrigste wirksame Dosis zu verwenden.

In den untersuchten Studien traten mütterliche Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel oder Magenbeschwerden insgesamt selten auf. Es ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Nebenwirkungsrate im Vergleich zu Placebo.

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Quelle: Cochrane Review: Oral non-steroidal anti-inflammatory drugs (single dose) for perineal pain in the early postpartum period (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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