Perioperative Hypothermie: Prävention und Management

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die unbeabsichtigte perioperative Hypothermie ist eine häufige, aber vermeidbare Komplikation bei chirurgischen Eingriffen. Sie ist mit schlechteren klinischen Ergebnissen für die betroffenen Personen assoziiert.

Laut der NICE-Leitlinie wird eine Hypothermie als eine Körperkerntemperatur von unter 36,0 °C definiert. Ein Abfall der Temperatur kann bereits in den ersten 30 bis 40 Minuten der Anästhesie auftreten.

Ursächlich für den Temperaturabfall sind unter anderem der Verlust von Verhaltensreaktionen auf Kälte sowie die Beeinträchtigung thermoregulatorischer Mechanismen durch die Anästhesie. Zudem trägt eine anästhesiebedingte periphere Vasodilatation zum Wärmeverlust bei.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert detaillierte Empfehlungen für die verschiedenen perioperativen Phasen, um eine Auskühlung zu verhindern.

Temperaturmessung

Es wird empfohlen, die Temperatur an einer Stelle zu messen, die eine direkte Messung oder eine genaue direkte Schätzung der Körperkerntemperatur ermöglicht. Die Leitlinie klassifiziert die Messmethoden wie folgt:

MessmethodeEignung laut LeitlinieAnmerkung
PulmonalarterienkatheterEmpfohlenDirekte Messung
Distaler ÖsophagusEmpfohlenDirekte Messung
HarnblaseEmpfohlenDirekte Messung
Zero-Heat-Flux (tiefe Stirn)EmpfohlenDirekte Schätzung
Sublingual / AxillärEingeschränkt empfohlenMögliche Ungenauigkeiten außerhalb des Normbereichs (36,5-37,5 °C)
Infrarot (Tympanal, Temporal, Stirn)Nicht empfohlenIndirekte Schätzung mit Korrekturfaktor

Präoperative Phase

Die Leitlinie empfiehlt, das Risiko für eine perioperative Hypothermie vor der Verlegung in den OP-Trakt zu bewerten. Ein erhöhtes Risiko liegt vor, wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • ASA-Klassifikation 2 bis 5

  • Präoperative Temperatur unter 36,0 °C

  • Kombinierte Allgemein- und Regionalanästhesie

  • Große oder mittelschwere Eingriffe mit kardiovaskulärem Risiko

Es wird angeraten, die Temperatur in der Stunde vor dem Verlassen der Station zu messen. Liegt die Temperatur unter 36,0 °C, sollte umgehend mit aktivem Wärmen begonnen werden, sofern keine absolute klinische Dringlichkeit besteht.

Bei einer Temperatur von 36,0 °C oder höher wird empfohlen, mindestens 30 Minuten vor Narkoseeinleitung mit dem aktiven Wärmen zu beginnen. Vor der Verlegung in den OP sollte die Temperatur mindestens 36,0 °C betragen.

Intraoperative Phase

Laut Leitlinie sollte die Temperatur vor der Narkoseeinleitung und danach alle 30 Minuten bis zum Ende der Operation gemessen werden. Die Umgebungstemperatur im OP-Saal sollte bei exponiertem Körper mindestens 21 °C betragen.

Für das intraoperative Wärmemanagement formuliert die Leitlinie folgende Empfehlungen:

  • Intravenöse Flüssigkeiten (ab 500 ml) und Blutprodukte auf 37 °C erwärmen

  • Spülflüssigkeiten in einem Wärmeschrank auf 38 °C bis 40 °C temperieren

  • Aktive Gebläsewärmesysteme bei Anästhesien über 30 Minuten oder bei Hochrisikopatienten einsetzen

  • Die Temperatur des Wärmesystems initial auf das Maximum einstellen und dann anpassen, um mindestens 36,5 °C zu halten

Postoperative Phase

Es wird empfohlen, die Temperatur bei Aufnahme in den Aufwachraum und anschließend alle 15 Minuten zu dokumentieren. Eine Verlegung auf die Normalstation sollte erst erfolgen, wenn die Temperatur mindestens 36,0 °C beträgt.

Auf der Normalstation wird eine routinemäßige Temperaturkontrolle alle 4 Stunden empfohlen. Fällt die Temperatur unter 36,0 °C, sollte gemäß Leitlinie erneut ein aktives Gebläsewärmesystem eingesetzt und die Temperatur alle 30 Minuten kontrolliert werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät ausdrücklich von der Verwendung indirekter Schätzmethoden zur Bestimmung der Körperkerntemperatur bei Erwachsenen im perioperativen Setting ab. Dazu zählen Infrarot-Tympanalthermometer, Infrarot-Temporalthermometer sowie Stirn-Temperaturstreifen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass die Einleitung der Anästhesie erst erfolgen sollte, wenn die Körperkerntemperatur mindestens 36,0 °C beträgt. Ausnahmen von dieser Regel sind nur bei absoluter klinischer Dringlichkeit vorgesehen, wie beispielsweise bei akuten Blutungen oder kritischer Beinischämie.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine perioperative Hypothermie als eine Körperkerntemperatur von unter 36,0 °C definiert. Der als "angenehm warm" bezeichnete physiologische Zielbereich liegt zwischen 36,5 °C und 37,5 °C.

Die Leitlinie empfiehlt, intravenöse Flüssigkeiten ab einer Menge von 500 ml sowie Blutprodukte mithilfe eines Flüssigkeitswärmers auf 37 °C zu erwärmen. Intraoperative Spülflüssigkeiten sollten in einem Wärmeschrank auf 38 °C bis 40 °C temperiert werden.

Es wird davon abgeraten, Thermometer zu verwenden, die lediglich eine indirekte Schätzung der Kerntemperatur liefern. Hierzu gehören laut Leitlinie Infrarot-Thermometer für das Ohr oder die Schläfe sowie Temperaturmessstreifen für die Stirn.

Es wird empfohlen, eine Verlegung aus dem Aufwachraum erst zu veranlassen, wenn die Temperatur mindestens 36,0 °C beträgt. Bei niedrigeren Werten sollte eine aktive Wärmebehandlung fortgesetzt werden, bis der Zielwert erreicht ist.

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Quelle: CG65: Hypothermia: prevention and management in adults having surgery (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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