StatPearls2026

Hypothermie: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Eine Hypothermie wird als Abfall der Körperkerntemperatur auf unter 35 °C definiert. Sie entsteht, wenn der Körper mehr Wärme an die Umgebung abgibt, als er absorbieren oder selbst produzieren kann.

Neben einer extremen Kälteexposition können auch intrinsische Faktoren die Entstehung begünstigen. Dazu zählen extreme Altersgruppen, Hypoglykämie, Mangelernährung, endokrine Störungen sowie der Einfluss von Medikamenten oder Toxinen.

Der Körper reagiert auf Kältestress initial mit einer Steigerung des Grundumsatzes, Vasokonstriktion und Kältezittern. Wenn diese Kompensationsmechanismen erschöpft sind, kommt es zu einer zunehmenden Einschränkung aller Organsysteme, was unbehandelt zum Tod führt.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Patienten mit Hypothermie:

Diagnostik und Evaluation

Laut Leitlinie muss bei jedem Patienten zunächst eine primäre Untersuchung nach dem ABCDE-Schema erfolgen. Bei Bewusstlosigkeit, Pulslosigkeit und Apnoe wird eine sofortige Reanimation empfohlen, unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache.

Die exakte Bestimmung der Körperkerntemperatur ist für die weitere Therapieplanung essenziell. Die Leitlinie weist darauf hin, dass herkömmliche Thermometer oft nur bis 35 °C messen und daher ungeeignet sind.

Für die Temperaturmessung werden folgende Methoden bewertet:

  • Ösophageale Messung: Gilt als präziseste Methode, sollte aber nur bei gesichertem Atemweg angewendet werden.

  • Rektale oder vesikale Messung: Bei wachen Patienten mit milder Hypothermie geeignet, hinken der tatsächlichen Kerntemperatur während der Wiedererwärmung jedoch hinterher.

  • Orale oder tympanische Messung: Werden als unzuverlässig eingestuft.

Zusätzlich wird ein EKG empfohlen, da Hypothermie die kardiale Erregungsleitung verzögert. Es wird beschrieben, dass häufig verlängerte QT-Intervalle, Osborn-Wellen (J-Wellen) sowie Vorhofflimmern oder Bradykardien auftreten.

Stadieneinteilung

Die Leitlinie nutzt die Einteilung nach Durrer et al., um den Schweregrad zu klassifizieren und die Therapie zu steuern:

StadiumSchweregradKerntemperaturKlinische Präsentation
IMild32-35 °CBewusstseinsklar, Kältezittern vorhanden
IIModerat28-32 °CEingeschränktes Bewusstsein, kein Kältezittern
IIISchwer24-28 °CBewusstlos, Vitalzeichen vorhanden
IVHerzstillstand< 24 °CKeine Vitalzeichen (Scheintod)
VTod< 13,7 °CIrreversibel

Therapie und Wiedererwärmung

Es wird empfohlen, nasse Kleidung umgehend zu entfernen und durch trockene Schichten zu ersetzen. Die Wahl der Wiedererwärmungsmethode richtet sich nach dem Schweregrad:

  • Milde Hypothermie: Es wird eine passive externe Wiedererwärmung (0,5 bis 2 °C pro Stunde) durch Isolation empfohlen, sofern die Energiereserven für das Kältezittern ausreichen.

  • Moderate bis schwere Hypothermie: Die Leitlinie empfiehlt eine aktive externe Wiedererwärmung durch konvektive Wärmesysteme oder Wärmepackungen an Axillen, Brust und Rücken.

  • Refraktäre oder schwere Fälle: Es wird eine aktive interne Wiedererwärmung mittels erwärmter, befeuchteter Atemluft und warmer intravenöser Flüssigkeiten (40-42 °C) empfohlen. Auch Lavagen von Körperhöhlen können erwogen werden.

Extrakorporale Verfahren

Bei Patienten im Herzstillstand oder mit hämodynamischer Instabilität wird der Einsatz von extrakorporalen Verfahren wie kardiopulmonalem Bypass oder venoarterieller ECMO empfohlen. Diese Methoden ermöglichen laut Leitlinie eine Erhöhung der Kerntemperatur um 7 bis 10 °C pro Stunde und bieten gleichzeitig eine Kreislaufunterstützung.

Monitoring

Während der Reanimation und Wiedererwärmung wird eine engmaschige Laborkontrolle empfohlen. Die Leitlinie rät dazu, die Elektrolyte alle 4 Stunden zu überprüfen, da es zu signifikanten Verschiebungen kommen kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass Gerinnungstests bei einer In-vivo-Temperatur unter 37 °C ungenau sein können. Dennoch sollte der Fibrinogenspiegel kontrolliert werden, um eine disseminierte intravasale Gerinnung (DIC) auszuschließen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie müssen Patienten mit moderater oder schwerer Hypothermie äußerst behutsam bewegt werden, da abrupte Bewegungen die kardiale Irritabilität erhöhen und fatale Arrhythmien wie Kammerflimmern auslösen können. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein Serumkaliumwert von über 12 mEq/L bei refraktärer Asystolie auf einen irreversiblen Gewebetod hindeutet und Reanimationsbemühungen in diesem Fall meist erfolglos bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie beschreibt die ösophageale Messung als präziseste Methode, sofern ein gesicherter Atemweg vorliegt. Rektale Messungen gelten in der Akutphase der Wiedererwärmung als unzuverlässig, da sie der tatsächlichen Kerntemperatur hinterherhinken.

Laut Leitlinie kommt es häufig zu einer Verlängerung des QT-Intervalls sowie zum Auftreten von Osborn-Wellen (J-Wellen). Zudem wird Vorhofflimmern als die häufigste Dysrhythmie bei diesen Patienten beschrieben.

Es wird empfohlen, eine ECMO oder einen kardiopulmonalen Bypass bei Patienten im Herzstillstand oder bei hämodynamischer Instabilität einzusetzen. Diese invasiven Verfahren ermöglichen eine schnelle Wiedererwärmung und sichern die Oxygenierung.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Standard-Gerinnungstests in vitro bei 37 °C durchgeführt werden. Wenn die In-vivo-Temperatur des Patienten deutlich darunter liegt, spiegeln die Laborwerte die tatsächliche Gerinnungssituation im Körper nicht korrekt wider.

Es wird beschrieben, dass die Wiedererwärmung zu Elektrolytverschiebungen, Rhabdomyolyse und einer Takotsubo-Kardiomyopathie führen kann. Auch das Auftreten von Vorhof- oder Kammerarrhythmien wird als häufige Komplikation genannt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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