WHO2023

Patientenbeteiligung bei NCDs: Leitlinien-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie befasst sich mit der strukturierten Einbindung von Menschen, die mit nicht übertragbaren Krankheiten (NCDs), psychischen oder neurologischen Erkrankungen leben. Es wird betont, dass die gelebte Erfahrung dieser Personen als wertvolle Expertise anerkannt werden muss.

Historisch bedingte Machtgefälle und Diskriminierungen im Gesundheitswesen führen laut Leitlinie häufig zu gesundheitlicher Ungleichheit. Um diese abzubauen, wird ein Paradigmenwechsel von Top-down-Ansätzen hin zu einer gemeinsamen Lösungsfindung (Co-Creation) gefordert.

Ziel des Dokuments ist es, Mitgliedsstaaten und Gesundheitsorganisationen praktische Prinzipien und Instrumente an die Hand zu geben. Dadurch soll eine bedeutungsvolle und nicht nur symbolische Beteiligung (Tokenismus) auf lokaler, nationaler und globaler Ebene erreicht werden.

Empfehlungen

Die WHO formuliert zentrale Prinzipien und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einbindung von Betroffenen.

Grundprinzipien der Einbindung

Laut Leitlinie basiert eine bedeutungsvolle Beteiligung auf fünf Kernprinzipien:

  • Würde und Respekt: Gelebte Erfahrung ist als gleichwertige Expertise anzuerkennen.

  • Macht und Gerechtigkeit: Bestehende Machtungleichgewichte müssen aktiv abgebaut werden.

  • Inklusivität und Intersektionalität: Diverse und marginalisierte Gruppen sind gezielt einzubinden.

  • Engagement und Transparenz: Einbindungsprozesse erfordern klare Kommunikation und Verbindlichkeit.

  • Institutionalisierung: Die Beteiligung muss fest in organisatorische Abläufe integriert werden.

Entstigmatisierende Kommunikation

Die Leitlinie fordert eine bewusste und entstigmatisierende Sprachverwendung im Umgang mit Betroffenen. Es wird empfohlen, eine personenzentrierte Sprache zu wählen.

Zu vermeidende BegriffeEmpfohlene AlternativenBegründung laut Leitlinie
Patient, Fall, OpferPerson mit gelebter Erfahrung, individueller NameReduziert Machtgefälle und humanisiert die Person
Leidend an, Überlebender vonLebt mit, ist betroffen vonVerhindert eine Übermedikalisierung der Identität
Non-Compliance, Lebensstil-ErkrankungKonkordanz, gemeinsame EntscheidungsfindungVermeidet Schuldzuweisungen an das Individuum

Strukturelle Maßnahmen

Es wird empfohlen, Betroffene für ihre Expertise angemessen zu vergüten. Die Leitlinie betont, dass die finanzielle Entschädigung auf dem gleichen Niveau wie bei technischen Experten erfolgen sollte.

Weiterhin wird der Aufbau von Kapazitäten gefordert. Dies umfasst laut Leitlinie sowohl Schulungen für Betroffene zur Stärkung der Gesundheitskompetenz als auch Trainings für Entscheidungsträger zum Abbau von Stigmata.

Die Leitlinie rät dazu, informelle Beteiligungen schrittweise in formelle, rechtlich verankerte Mechanismen zu überführen. Dadurch soll eine langfristige und nachhaltige Mitbestimmung gesichert werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt nachdrücklich vor einer rein symbolischen Einbindung (Tokenismus) von Betroffenen, da dies zu einem Vertrauensverlust führt. Es wird hervorgehoben, dass die Verwendung einer personenzentrierten, entstigmatisierenden Sprache eine grundlegende Voraussetzung ist, um sichere Räume für eine echte Partizipation zu schaffen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist dies die respektvolle und gerechte Einbeziehung von Personen mit gelebter Erfahrung in Entscheidungsprozesse. Dabei wird die gelebte Erfahrung als Expertise gewertet, um Gesundheitsergebnisse zu verbessern.

Die Leitlinie empfiehlt eine angemessene Vergütung für die Einbindung von Personen mit gelebter Erfahrung. Diese sollte auf dem gleichen Niveau liegen wie die Bezahlung von technischen Experten.

Es wird die Verwendung einer personenzentrierten Sprache empfohlen, bei der die Person und nicht die Erkrankung im Vordergrund steht. Die Leitlinie rät von Begriffen wie 'Patient' oder 'leidend an' ab, sofern die Person dies nicht ausdrücklich wünscht.

Die Leitlinie betont, dass intersektionale Diskriminierung zu erheblicher gesundheitlicher Ungleichheit führt. Durch die gezielte Einbindung dieser Gruppen sollen passgenauere und gerechtere Gesundheitslösungen entwickelt werden.

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Quelle: WHO framework for meaningful engagement of people living with noncommunicable diseases, and mental health and neurological conditions (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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