Palliative Symptomkontrolle bei COVID-19: Therapie
Hintergrund
Personen, die an COVID-19 versterben, leiden häufig unter stark belastenden Symptomen wie Atemnot, Husten oder einem Delir. Eine adäquate palliative Symptomkontrolle ist entscheidend, um die Lebensqualität am Lebensende zu verbessern.
Bisherige Leitlinien zur Symptomlinderung bei COVID-19 basieren oft auf klinischen Erfahrungen oder Empfehlungen für andere Erkrankungen wie Krebs oder COPD. Der rasche Krankheitsverlauf bei COVID-19 erfordert jedoch eine spezifische Evidenzbewertung.
Dieser Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von pharmakologischen sowie nicht-pharmakologischen Interventionen zur palliativen Symptomkontrolle bei COVID-19.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenz zur palliativen Symptomkontrolle bei COVID-19 zusammen.
Medikamentöse Interventionen
Laut Review wurden in den eingeschlossenen Studien verschiedene Medikamentenklassen zur Symptomlinderung eingesetzt. Dazu gehören:
-
Opioide (z.B. bei Atemnot und Schmerzen)
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Neuroleptika (z.B. bei Delir und Übelkeit)
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Anticholinergika (z.B. bei Rasselatmung)
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Benzodiazepine (z.B. bei Angst und Agitation)
Die Studienautoren bewerteten diese Interventionen mehrheitlich als vollständig oder teilweise wirksam. Die Evidenzqualität wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
Nicht-medikamentöse Interventionen
Es konnten keine Studien identifiziert werden, die den Einsatz nicht-medikamentöser Maßnahmen untersuchten. Die Wirksamkeit von Atemtechniken oder Entspannungsverfahren bleibt in diesem Kontext unklar.
Bewertung der Evidenzlage
Der Review kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität keine verlässlichen Aussagen zur Wirksamkeit oder Sicherheit der Maßnahmen getroffen werden können. Alle eingeschlossenen Studien wiesen ein hohes Verzerrungsrisiko auf.
Es wird betont, dass die vorliegende Evidenz die aktuelle klinische Praxis nicht ausschließt. Dennoch sind qualitativ hochwertige, kontrollierte Studien dringend erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die aktuelle Evidenzlage keine sicheren Schlüsse zur Wirksamkeit palliativer Medikamente bei COVID-19 zulässt. Es wird hervorgehoben, dass die Symptomkontrolle weiterhin auf etablierten palliativmedizinischen Standards basieren sollte. Eine individuelle und multimodale Therapieplanung bleibt essenziell.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review werden in der Praxis häufig Opioide und Benzodiazepine zur Linderung von Atemnot eingesetzt. Die Evidenz für deren Wirksamkeit bei COVID-19 wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
Die eingeschlossenen Studien beschreiben den Einsatz von Neuroleptika zur Behandlung eines Delirs. Aufgrund fehlender kontrollierter Studien lässt sich die Sicherheit und Wirksamkeit laut Review nicht abschließend beurteilen.
Der Review konnte keine Studien identifizieren, die nicht-medikamentöse Interventionen wie Atem- oder Entspannungstechniken untersuchten. Daher können hierzu keine evidenzbasierten Aussagen getroffen werden.
Die Evidenzqualität wird vom Cochrane Review als sehr niedrig bewertet. Es fehlen randomisierte kontrollierte Studien, weshalb sich aktuelle Empfehlungen meist auf Erfahrungen aus anderen Erkrankungen stützen.
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Quelle: Cochrane Review: Interventions for palliative symptom control in COVID-19 patients (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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