IQWiG2019Onkologie

Olaparib (BRCA-Mammakarzinom): Indikation und Überleben

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG (A19-57) bewertet den Zusatznutzen von Olaparib als Monotherapie beim Mammakarzinom. Die Zielgruppe umfasst erwachsene Patientinnen und Patienten mit BRCA1/2-Keimbahnmutationen und HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs.

Voraussetzung für die Therapie ist laut Bericht eine Vorbehandlung mit einem Anthrazyklin und einem Taxan, sofern diese nicht kontraindiziert war. Bei hormonrezeptorpositiven Tumoren wird zusätzlich eine Progression unter endokriner Therapie oder deren Nichteignung vorausgesetzt.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Chemotherapie nach ärztlicher Wahl (Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin) festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, offenen OlympiAD-Studie.

Empfehlungen

Gesamtüberleben und Zusatznutzen

Das IQWiG stellt fest, dass der Zusatznutzen von Olaparib stark von der Vorbehandlung im metastasierten Stadium abhängt. Es wird folgende Einteilung vorgenommen:

  • Ohne vorherige Chemotherapie des metastasierten Brustkrebses: Es zeigt sich ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen, da ein Überlebensvorteil beobachtet wurde.

  • Mit vorheriger Chemotherapie des metastasierten Brustkrebses: Es gibt keinen signifikanten Unterschied im Gesamtüberleben. Aufgrund von Vorteilen bei den Nebenwirkungen wird hier ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet.

Nebenwirkungen

Laut Bericht zeigt Olaparib im Vergleich zur Chemotherapie sowohl Vor- als auch Nachteile im Nebenwirkungsprofil. Als positive Effekte werden beschrieben:

  • Ein geringerer Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüchen.

  • Selteneres Auftreten von Neutropenien, Gefäßerkrankungen, Hand-Fuß-Syndrom und Alopezie.

Demgegenüber stehen laut IQWiG negative Effekte in Form eines höheren Schadens durch Anämien (CTCAE-Grad ≥ 3) und Übelkeit.

Lebensqualität und Morbidität

Für die Endpunkte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Morbidität (erhoben über den EORTC QLQ-C30-Fragebogen) lagen dem IQWiG keine verwertbaren Daten vor. Ein Zusatznutzen ist in diesen Kategorien laut Bericht nicht belegt.

Dosierung

MedikamentDosisIndikation / Bemerkung
Olaparib300 mg (2x 150 mg) 2-mal täglichStandarddosis als Monotherapie
Olaparib200 mg (2x 100 mg) 2-mal täglichBei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion

Kontraindikationen

Laut Bericht bestehen folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise für Olaparib:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Stillzeit (während der Behandlung und einen Monat nach der letzten Dosis).

  • Schwangerschaft oder fehlende zuverlässige Verhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter.

  • Starke Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh C) oder terminale Niereninsuffizienz (Anwendung nicht empfohlen).

  • Gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren oder -Induktoren wird nicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass vor Beginn einer Therapie mit Olaparib eine Erholung von hämatologischen Toxizitäten vorangegangener Krebstherapien abgewartet werden sollte. Zudem wird bei Auftreten von neuen oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen eine sofortige Untersuchung auf eine Pneumonitis empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen beträchtlichen Zusatznutzen. Die Aussagesicherheit variiert jedoch: Bei Patienten ohne vorherige Chemotherapie im metastasierten Stadium gibt es einen Hinweis, bei Patienten mit Vortherapie lediglich einen Anhaltspunkt.

Die Standarddosis beträgt laut Dokument zweimal täglich 300 mg in Form von Tabletten. Bei einer mäßigen Nierenfunktionseinschränkung wird eine Dosisreduktion auf zweimal täglich 200 mg beschrieben.

Der Bericht beschreibt im Vergleich zur Chemotherapie ein häufigeres Auftreten von Anämien und Übelkeit. Gleichzeitig treten schwere unerwünschte Ereignisse insgesamt sowie spezifische Nebenwirkungen wie das Hand-Fuß-Syndrom und Alopezie seltener auf.

Es wird darauf hingewiesen, dass die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren oder -Induktoren nicht empfohlen wird. Falls ein CYP3A-Inhibitor zwingend erforderlich ist, sollte die Olaparib-Dosis reduziert werden.

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Quelle: IQWiG A19-57: Olaparib (Mammakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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