IQWiG2023Onkologie

Olaparib bei mCRPC: Zusatznutzen und Erstlinientherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A23-03 bewertet den Zusatznutzen von Olaparib in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie nicht klinisch indiziert ist.

Die Bewertung unterscheidet zwischen unvorbehandelten und vorbehandelten Patienten im mCRPC-Stadium. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde für unvorbehandelte Patienten eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Abirateron oder Enzalutamid) festgelegt.

Für vorbehandelte Patienten sieht die Festlegung eine patientenindividuelle Therapie unter Berücksichtigung der Vortherapie und des BRCA1/2-Mutationsstatus vor. Die Datengrundlage für die unvorbehandelte Population bildet die randomisierte, kontrollierte PROpel-Studie.

Empfehlungen

Die Bewertung kommt zu differenzierten Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens, abhängig von der Vorbehandlung und dem Alter der Patienten.

Unvorbehandeltes mCRPC

Für Patienten mit unvorbehandeltem mCRPC, bei denen eine Chemotherapie nicht klinisch indiziert ist, zeigt die Auswertung eine Effektmodifikation durch das Alter. Laut Bericht ergeben sich folgende Bewertungen:

  • Für Patienten unter 65 Jahren gibt es einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen. Hier zeigt sich ein beträchtlicher Vorteil beim Gesamtüberleben, der die negativen Effekte bei Nebenwirkungen überwiegt.

  • Für Patienten ab 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen. Den positiven Effekten bei symptomatischen skelettbezogenen Ereignissen stehen negative Effekte erheblichen Ausmaßes bei schweren Nebenwirkungen (Lungenembolien, Anämien) gegenüber.

Vorbehandeltes mCRPC

Für die Patientengruppe mit vorbehandeltem mCRPC ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer hat für diese Fragestellung keine verwertbaren Daten vorgelegt.

Die potenziell relevante Studie 8 wurde in den eingereichten Unterlagen nicht berücksichtigt. Daher konnte die zweckmäßige Vergleichstherapie für diese Gruppe nicht bewertet werden.

Dosierung

Laut den im Bericht zitierten Fachinformationen gelten folgende Dosierungsempfehlungen für die Kombinationstherapie:

MedikamentDosisHäufigkeit
Olaparib300 mg (2x 150 mg Tabletten)2-mal täglich
Abirateron1000 mg1-mal täglich
Prednison / Prednisolon5 mg2-mal täglich

Bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion wird eine Dosisreduktion von Olaparib auf 200 mg zweimal täglich empfohlen. Bei gleichzeitiger Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren ist ebenfalls eine Dosisreduktion von Olaparib erforderlich.

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Warnhinweise und Kontraindikationen auf:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Bestandteile.

  • Stillzeit während der Behandlung und bis 1 Monat nach der letzten Dosis.

  • Schwere Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh C) oder terminale Niereninsuffizienz (Anwendung nicht empfohlen).

  • Gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren oder -Induktoren wird nicht empfohlen.

Es wird eine regelmäßige Überwachung auf klinische Anzeichen einer Venenthrombose, Lungenembolie und Pneumonitis empfohlen. Bei Verdacht auf ein myelodysplastisches Syndrom (MDS) oder eine akute myeloische Leukämie (AML) sollte eine hämatologische Abklärung erfolgen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei Patienten ab 65 Jahren unter der Kombinationstherapie mit Olaparib und Abirateron ein signifikant höheres Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse, insbesondere Lungenembolien und Anämien, zu beobachten. Es wird daher eine engmaschige klinische Überwachung auf thromboembolische Ereignisse und hämatologische Toxizitäten in dieser Altersgruppe empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht bei Patienten unter 65 Jahren einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen aufgrund eines Überlebensvorteils. Bei Patienten ab 65 Jahren wird hingegen ein geringerer Nutzen festgestellt, da schwere Nebenwirkungen überwiegen.

Für Patienten mit vorbehandeltem mCRPC ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt. Es wurden vom Hersteller keine geeigneten Studiendaten für diese spezifische Fragestellung eingereicht.

Gemäß den im Bericht zitierten Zulassungsunterlagen ist vor der Anwendung von Olaparib in Kombination mit Abirateron beim mCRPC keine genomische Testung erforderlich.

Die Dokumentation fordert die Fortführung einer bestehenden Androgendeprivationstherapie (ADT). Zudem muss Abirateron zwingend mit Prednison oder Prednisolon kombiniert werden.

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Quelle: IQWiG A23-03: Olaparib (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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