NTM-Lungenerkrankung: Diagnostik und Therapie (MAC)

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IDSA (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

NTM (Nicht-tuberkulöse Mykobakterien) umfassen über 190 Spezies, die pulmonale und extrapulmonale Erkrankungen verursachen können. Die IDSA-Leitlinie (2020) fokussiert sich auf Lungenerkrankungen bei Erwachsenen ohne Mukoviszidose oder HIV-Infektion.

Zu den häufigsten Erregern gehören der Mycobacterium avium-Komplex (MAC), M. kansasii und M. xenopi sowie der schnell wachsende M. abscessus. Die Inzidenz von NTM-Lungenerkrankungen nimmt weltweit zu, insbesondere bei älteren Menschen und bei Vorliegen von strukturellen Lungenerkrankungen wie Bronchiektasen.

Die Diagnose erfordert eine Synthese aus klinischen, radiologischen und mikrobiologischen Befunden. Da NTM auch als Umweltkontaminationen vorkommen können, ist der Nachweis der klinischen Relevanz durch wiederholte Kulturnachweise vor einem Therapiebeginn essenziell.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Aspekt bei der Therapie von Mycobacterium abscessus ist die genaue Subspezies-Bestimmung. Laut Leitlinie weisen Stämme von M. abscessus subsp. massiliense in der Regel ein nicht-funktionales erm(41)-Gen auf und sind makrolidsensibel, was mit deutlich besseren Therapieergebnissen assoziiert ist. Bei M. abscessus subsp. abscessus liegt hingegen oft eine induzierbare Makrolidresistenz vor. In diesem Fall darf das Makrolid nicht als aktive Substanz im Behandlungsregime gezählt werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt den Therapiebeginn besonders bei Vorliegen von positiven Sputumausstrichen oder kavitären Lungenveränderungen. Bei milden Symptomen und Erregern mit geringer Pathogenität kann auch ein rein beobachtendes Vorgehen ("watchful waiting") erwogen werden.

Es wird eine Therapiedauer von mindestens 12 Monaten nach der ersten negativen Sputumkultur empfohlen. Bei Therapieversagen nach 6 Monaten sollte das Regime laut Leitlinie eskaliert werden, beispielsweise durch die Hinzunahme von liposomalem Amikacin zur Inhalation.

Bei makrolidsensiblen MAC-Infektionen wird Azithromycin gegenüber Clarithromycin bevorzugt. Die Leitlinie begründet dies mit einer besseren Verträglichkeit, weniger Arzneimittelinteraktionen und der Möglichkeit einer einmal täglichen Gabe.

Eine routinemäßige Testung wird für Makrolide und Amikacin (bei MAC und M. abscessus) sowie für Rifampicin (bei M. kansasii) empfohlen. Für andere Medikamente ist die Korrelation zwischen In-vitro-Aktivität und klinischem Ansprechen laut Leitlinie nicht ausreichend belegt.

Eine Operation wird als Ergänzung zur medikamentösen Therapie bei ausgewählten Personen mit Therapieversagen, kavitären Läsionen oder resistenten Erregern empfohlen. Der Eingriff sollte in Zentren mit entsprechender thoraxchirurgischer Expertise erfolgen.

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Quelle: ATS/IDSA: Nontuberculous Mycobacterial Diseases (IDSA, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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