StatPearls2026

Night-Eating-Syndrom (NES): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Night Eating Syndrome (NES) ist eine Essstörung, die durch eine übermäßige Nahrungsaufnahme am Abend oder in der Nacht gekennzeichnet ist. Laut der StatPearls-Zusammenfassung nehmen Betroffene mindestens 25 % ihrer täglichen Kalorien nach dem Abendessen zu sich und erwachen nachts häufig, um zu essen.

Die genaue Ätiologie ist unbekannt, jedoch wird ein Zusammenhang mit psychologischen, neurologischen und genetischen Faktoren beschrieben. Stress und psychiatrische Begleiterkrankungen wie Depressionen können den Beginn und die Aufrechterhaltung der Erkrankung begünstigen.

Die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung liegt bei etwa 1,5 %, ist jedoch in adipösen Populationen und bei Personen, die eine bariatrische Operation anstreben, deutlich höher. Die Erkrankung beginnt meist im späten Teenager- bis Zwanzigeralter und verläuft oft chronisch mit stressbedingten Rückfällen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Behandlung des Night Eating Syndrome (NES):

Diagnostische Kriterien

Für die klinische Diagnose eines NES wird laut Text vorausgesetzt, dass eine abendliche Hyperphagie (≥ 25 % der Tageskalorien nach dem Abendessen) oder mindestens zwei nächtliche Erwachensphasen pro Woche mit Nahrungsaufnahme vorliegen. Zudem müssen die Patienten sich ihres nächtlichen Essverhaltens bewusst sein und sich daran erinnern können.

Zusätzlich wird das Vorliegen von mindestens drei der folgenden Symptome gefordert:

  • Fehlendes Verlangen nach Frühstück (morgendliche Anorexie)

  • Starker Drang zu essen zwischen Abendessen und Schlafengehen

  • Ein- oder Durchschlafstörungen an vier oder mehr Nächten pro Woche

  • Die Überzeugung, nur nach Nahrungsaufnahme wieder einschlafen zu können

  • Eine abendliche Verschlechterung der Stimmung oder eine häufig depressive Verstimmung

Differenzialdiagnostik

Der Text betont die Wichtigkeit, das NES von anderen schlafbezogenen Essstörungen und Essanfällen abzugrenzen. Folgende Unterscheidungsmerkmale werden hervorgehoben:

ErkrankungBewusstseinszustandNahrungsmengeCharakteristika
Night Eating Syndrome (NES)Wach und bewusstModeratNächtliche Angst, Überzeugung essen zu müssen
Sleep-related Eating Disorder (SRED)Unbewusst (Parasomnie)VariabelAmnesie, teils Verzehr von Non-Food-Artikeln
Binge Eating Disorder (BED)Wach und bewusstSehr großNicht zwingend an nächtliche Angst gekoppelt

Screening und Komorbiditäten

Es wird empfohlen, Patienten mit Typ-2-Diabetes aktiv auf ein NES zu screenen, da in dieser Gruppe eine hohe Prävalenz vorliegt. Der Text weist darauf hin, dass eine abendliche Hyperphagie bei Diabetikern ein signifikanter Prädiktor für einen HbA1c-Wert von über 7 sein kann.

Zudem wird eine interprofessionelle Zusammenarbeit angeraten, da das NES häufig mit Adipositas, Hypercholesterinämie, Hypertonie und depressiven Störungen vergesellschaftet ist.

Therapieansätze

Für die Behandlung des NES beschreibt die Quelle verschiedene wirksame Modalitäten:

  • Psychotherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) wird zur Reduktion der abendlichen Kalorienaufnahme und der nächtlichen Erwachensphasen eingesetzt.

  • Pharmakotherapie: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Sertralin oder Escitalopram zeigen in Studien eine signifikante Reduktion der Symptomatik.

  • Ergänzende Verfahren: Progressive Muskelrelaxation (PMR) und Phototherapie (Lichttherapie) werden als weitere Optionen zur Symptomlinderung und Stimmungsverbesserung genannt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Da viele Betroffene aus Scham oder Schuldgefühlen nicht von sich aus über ihr nächtliches Essverhalten berichten, wird ein aktives Screening durch den behandelnden Arzt empfohlen. Insbesondere bei Patienten mit Typ-2-Diabetes oder Adipositas sollte laut Text gezielt nach abendlicher Hyperphagie und nächtlichem Erwachen gefragt werden, um eine Chronifizierung und metabolische Komplikationen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut der StatPearls-Zusammenfassung sind Patienten mit einem Night Eating Syndrome während der Nahrungsaufnahme vollständig wach, bewusst und können sich am nächsten Tag daran erinnern. Bei schlafbezogenen Essstörungen (SRED), die den Parasomnien zugeordnet werden, geschieht das Essen unbewusst und die Patienten haben oft eine Amnesie für das Ereignis.

Der Text beschreibt den erfolgreichen Einsatz von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) wie Sertralin, Escitalopram und Paroxetin. Diese Substanzklasse wird eingesetzt, da das Serotoninsystem an der Regulation von Sättigung, Stimmung und zirkadianem Rhythmus beteiligt ist.

Nein, obwohl das Syndrom in adipösen Populationen deutlich häufiger auftritt, sind nicht alle Betroffenen übergewichtig. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass die vermehrte abendliche Kalorienaufnahme langfristig das Risiko für Adipositas und metabolische Erkrankungen stark erhöht.

Stress wird als ein wesentlicher Faktor für den Beginn und die Aufrechterhaltung der Erkrankung beschrieben. Es wird berichtet, dass die Symptome häufig in Abhängigkeit von aktuellen Lebensstressoren exazerbieren oder remittieren.

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Quelle: StatPearls: Night Eating Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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