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Raumluftqualitaet in Wohngebaeuden: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Schlechte Raumluftqualitaet verschlechtert Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Besonders gefaehrdet sind Schwangere, Kinder, Aeltere und chronisch Kranke.
  • Bei wiederkehrenden Atemwegssymptomen sollte aktiv nach den Wohnverhaeltnissen gefragt werden.
  • Aktivitaeten wie Kochen mit Gas, offene Kamine und das Trocknen von Waesche erfordern verstaerkte Lueftung.
  • Die Nutzung von ungefuehrten Paraffinheizungen und das Heizen mit Gasherden wird strikt abgelehnt.
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Hintergrund

Menschen verbringen bis zu 90 % ihres Lebens in Innenraeumen. Schadstoffe in der Raumluft (z. B. Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Feinstaub, fluechtige organische Verbindungen [VOCs] und biologische Erreger wie Schimmel) koennen Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausloesen oder verschlechtern. Die NICE-Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Verbesserung der Raumluftqualitaet und zur Reduktion von Gesundheitsrisiken.

Vulnerable Gruppen und Risikofaktoren

Bestimmte Personengruppen und Wohnverhaeltnisse weisen ein erhoehtes Risiko fuer gesundheitliche Schaeden durch schlechte Raumluft auf:

Vulnerable PersonenRisikofaktoren der Wohnverhaeltnisse
Patienten mit Asthma, COPD, Allergien oder Herz-Kreislauf-ErkrankungenStandort: Hohe Aussenluftverschmutzung, Laerm oder Sicherheitsrisiken (verhindern das Oeffnen von Fenstern)
Schwangere und ungeborene BabysInfrastruktur: Kleine Raeume, unzureichende Belueftung
Vorschulkinder und aeltere MenschenZustand: Feuchtigkeit, Schimmel, ungefuehrte oder schlecht gewartete Verbrennungsgeraete
Menschen in Armut oder schlechten WohnverhaeltnissenUeberbelegung: Fuehrt zu erhoehter Feuchtigkeit
Personen, die Tabakrauch im Haushalt ausgesetzt sind

Schadstoffquellen und Praevention

Verschiedene Alltagsaktivitaeten tragen zur Verschlechterung der Raumluft bei. Die Leitlinie empfiehlt folgende Massnahmen zur Reduktion von Schadstoffen und Feuchtigkeit:

Schadstoffquelle / AktivitaetEmpfohlene Massnahme
Feuchtigkeit & Schimmel (Baden, Waeschetrocknen)Hintergrundlueftung (z. B. Fensterfalzluefter) nutzen, mechanische Lueftung (Abluftventilatoren) aktivieren, Waeschetrocknen in Innenraeumen moeglichst vermeiden.
Verbrennungsgase & Feinstaub (Gasherde, offene Kamine, Kerzen)Verstaerkt lueften (Abluftventilatoren, Fenster oeffnen). Gasherde niemals zum Heizen verwenden. Keine ungefuehrten Paraffinheizungen nutzen.
VOCs & Chemikalien (Reinigungsmittel, Sprays, Farben)Produktanweisungen befolgen, gut lueften. Bei Neuanschaffungen (Moebel, Boeden) auf emissionsarme Materialien (wenig VOC/Formaldehyd) achten.
HausstaubmilbenGebrauchte Matratzen meiden, Allergenbarrieren (Schutzbezuege) verwenden, Bettwaesche regelmaessig waschen.

Empfehlungen fuer medizinisches Personal

Medizinisches Personal spielt eine Schluesselrolle bei der Identifikation von gesundheitlichen Problemen durch schlechte Wohnverhaeltnisse.

  • Zusammenhang erklaeren: Patienten darueber aufklaeren, dass Raumluftschadstoffe (Stickstoffdioxid, Feuchtigkeit, Schimmel, Feinstaub, VOCs) Asthma und Herz-Kreislauf-Erkrankungen triggern koennen.
  • Wohnverhaeltnisse erfragen: Bei Patienten mit wiederkehrenden oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen (z. B. Husten, Giemen) gezielt nach den Wohnbedingungen fragen.
  • Wohnraumbewertung initiieren: Bei Bedenken bezueglich der Wohnverhaeltnisse die Patienten dabei unterstuetzen, eine offizielle Wohnraumbewertung (Housing Assessment) bei den lokalen Behoerden anzufordern.
  • Asthma-Management: Patienten, deren Asthma durch Haushaltssprays oder Aerosole getriggert wird, raten, diese zu meiden und spruehfreie Alternativen zu nutzen.
  • Schwangere und Saeuglinge: Darauf hinweisen, dass diese Gruppe besonders gefaehrdet ist. Die Nutzung von Sprays und Feinstaubquellen (offene Kamine, Kerzen) sollte reduziert und Passivrauchen strikt vermieden werden.

Bauliche und regulatorische Massnahmen

Fuer Architekten, Bauherren und Vermieter gelten spezifische Anforderungen:

  • Materialwahl: Verwendung von Materialien mit geringen Formaldehyd- und VOC-Emissionen.
  • Lueftungskonzepte: Einbau permanenter, effektiver Lueftungssysteme (z. B. Kuechenabluftventilatoren, die nach aussen ableiten). Fenster sollten sich oeffnen lassen, idealerweise abgewandt von stark befahrenen Strassen.
  • Vermieterpflichten: Wasserschaeden, Feuchtigkeit und Schimmel muessen umgehend beseitigt werden. Heizungs- und Lueftungssysteme muessen regelmaessig gewartet werden.

💡Praxis-Tipp

Fragen Sie bei Patienten mit therapieresistentem oder sich verschlechterndem Asthma gezielt nach Schimmel, Feuchtigkeit oder der Nutzung von Gasherden und offenen Kaminen in der Wohnung.

Häufig gestellte Fragen

Schwangere, Vorschulkinder, Aeltere und Patienten mit vorbestehenden Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Bei wiederkehrenden oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen, die auf Feuchtigkeit, Schimmel oder Schadstoffe in der Wohnung hindeuten.
Nein, die Leitlinie raet strikt davon ab, da dies zur Ansammlung von Feuchtigkeit und Schadstoffen wie Stickstoffdioxid fuehrt.
Durch den Verzicht auf gebrauchte Matratzen, die Nutzung von Allergen-Schutzbezuegen und regelmaessiges Waschen der Bettwaesche.
Ungefuehrte Paraffinheizungen sollten gar nicht genutzt werden. Bei offenen Kaminen und Kerzen ist auf eine sehr gute Belueftung zu achten.

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