Myomektomie bei Subfertilität: Indikation zur Therapie
Hintergrund
Uterusmyome sind die häufigsten gutartigen Tumore des weiblichen Genitaltraktes und können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Die genauen Mechanismen variieren je nach Lage des Myoms, wobei submuköse Myome den stärksten negativen Effekt auf die Fertilität zeigen.
Um die Fruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern, kann eine chirurgische Entfernung (Myomektomie) erwogen werden. Dieser Eingriff ist jedoch mit Risiken wie intrauterinen oder pelvinen Adhäsionen verbunden, die ihrerseits die Konzeptionswahrscheinlichkeit mindern können.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Evidenz zur chirurgischen Behandlung von Myomen bei Subfertilität. Ziel ist es, den Nutzen der Operation im Vergleich zu keiner Intervention sowie die Vor- und Nachteile verschiedener chirurgischer Zugangswege zu bewerten.
Empfehlungen
Der Cochrane Review (2020) betont, dass die aktuelle Evidenzlage zur chirurgischen Behandlung von Myomen bei Subfertilität stark limitiert ist. Die eingeschlossenen Studien weisen durchgehend eine sehr niedrige Evidenzqualität auf.
Myomektomie versus keine Intervention
Laut dem Review ist es derzeit ungewiss, ob eine Myomektomie im Vergleich zu keiner Behandlung die reproduktiven Endpunkte verbessert. Dies betrifft insbesondere:
-
Die klinische Schwangerschaftsrate bei intramuralen, submukösen oder kombinierten Myomen
-
Die Senkung der Fehlgeburtenrate bei den genannten Myomtypen
Die Autoren weisen darauf hin, dass zu primären Endpunkten wie der Lebendgeburtenrate oder Frühgeburtenrate im Vergleich zur Nichtbehandlung keine ausreichenden Daten vorliegen.
Vergleich der chirurgischen Zugangswege
Wenn eine chirurgische Entfernung indiziert ist, lässt sich aus der Evidenz keine überlegene Methode ableiten. Der Review vergleicht verschiedene Ansätze:
| Vergleich | Untersuchte Endpunkte | Ergebnis laut Review |
|---|---|---|
| Laparoskopie vs. (Mini-)Laparotomie | Lebendgeburten, Frühgeburten, klinische Schwangerschaft | Kein signifikanter Vorteil für eine der Methoden nachweisbar (sehr niedrige Evidenz) |
| Bipolares vs. monopolares Resektoskop | Lebendgeburten, klinische Schwangerschaft, Fehlgeburten | Keine Überlegenheit eines Systems bezüglich der Fertilität belegt (sehr niedrige Evidenz) |
Implikationen für die Praxis
Der Review schlussfolgert, dass die vorhandene Evidenz aufgrund kleiner Fallzahlen und methodischer Mängel mit großer Vorsicht betrachtet werden muss. Es wird hervorgehoben, dass die Entscheidung zur Operation individuell und unter Abwägung der potenziellen Adhäsionsrisiken getroffen werden sollte.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt davor, bei der Myomektomie zur Fertilitätserhaltung automatisch von einer Überlegenheit minimalinvasiver Verfahren auszugehen. Da die aktuelle Evidenz keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Lebendgeburtenrate zwischen Laparoskopie und Laparotomie zeigt, sollte die Wahl des chirurgischen Zugangs primär von der Lage der Myome und der chirurgischen Expertise abhängen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist die Evidenz hierfür sehr schwach. Es ist derzeit ungewiss, ob die Operation im Vergleich zu keiner Intervention die klinische Schwangerschaftsrate signifikant erhöht.
Der Review konnte keine Überlegenheit der laparoskopischen Myomektomie gegenüber der Laparotomie oder Mini-Laparotomie feststellen. Beide Verfahren zeigten in den untersuchten Studien vergleichbare Raten an Lebendgeburten und klinischen Schwangerschaften.
Bezüglich der reproduktiven Endpunkte zeigt die Evidenz keinen signifikanten Unterschied zwischen bipolaren und monopolaren Resektoskopen. Der Review merkt jedoch an, dass bipolare Systeme aufgrund des geringeren Risikos für ein Flüssigkeitsüberschuss-Syndrom oft als sicherer gelten.
Der Hintergrundtext des Reviews beschreibt, dass submuköse Myome den stärksten negativen Effekt auf die Fertilität haben. Bei subserösen Myomen wird hingegen kaum ein negativer Einfluss auf die Empfängniswahrscheinlichkeit vermutet.
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Quelle: Cochrane Review: Surgical treatment of fibroids for subfertility (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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