Muskelkrämpfe (Crampi): Leitlinie Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die S1-Leitlinie der AWMF behandelt die Diagnostik und Therapie von Muskelkrämpfen (Crampi) bei Erwachsenen. Ein Muskelkrampf ist definiert als eine akute, schmerzhafte und unwillkürliche Kontraktion eines Muskels, die mit einer tastbaren Verhärtung einhergeht.
Es wird zwischen idiopathischen und symptomatischen Muskelkrämpfen unterschieden. Idiopathische Crampi treten häufig nachts in der Wadenmuskulatur auf und nehmen mit steigendem Lebensalter deutlich zu.
Symptomatische Muskelkrämpfe können durch vielfältige Faktoren ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem körperliche Überbelastung, Polyneuropathien, Leberzirrhose, Hämodialyse, Schwangerschaft oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Statine oder Diuretika.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass vor dem Einsatz von Chinin zwingend behandelbare Ursachen für die Muskelkrämpfe ausgeschlossen werden müssen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Chinin-Therapie beendet werden sollte, wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von vier Wochen deutlich bessern. Es wird empfohlen, die Indikation für Chinin alle drei Monate neu zu überprüfen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist die Wirksamkeit von Magnesium bei idiopathischen Muskelkrämpfen nicht ausreichend belegt. Ein Therapieversuch kann jedoch erwogen werden, wenn andere Maßnahmen nicht greifen oder Kontraindikationen für Chinin bestehen.
Die Leitlinie listet zahlreiche Medikamente auf, die symptomatische Crampi als Nebenwirkung begünstigen können. Dazu gehören unter anderem Statine, Diuretika, Beta-Blocker, Lithium und orale Kontrazeptiva.
Im akuten Fall wird gemäß Leitlinie die sofortige statische Dehnung des betroffenen Muskels empfohlen. Alternativ kann die statische Anspannung der antagonistischen Muskulatur den Krampf lösen.
Für Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft gibt es laut Leitlinie keine medikamentöse Therapie mit ausreichend hohem Evidenzniveau. Die Wirksamkeit von Magnesium oder Calcium wird in dieser Gruppe als unsicher eingestuft.
Die Leitlinie empfiehlt, die Wirksamkeit von Chinin nach zwei bis vier Wochen zu evaluieren und das Medikament bei Wirkungslosigkeit abzusetzen. Bei erfolgreicher Therapie soll der Einsatz alle drei Monate neu bewertet werden.
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Quelle: Crampi / Muskelkrampf (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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