Multiples Myelom: Erstlinientherapie ohne SZT-Eignung
Hintergrund
Das multiple Myelom ist eine maligne Erkrankung des Knochenmarks, die etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen ausmacht. Für Personen mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die aufgrund von Alter oder Begleiterkrankungen nicht für eine Stammzelltransplantation infrage kommen, bestand die Standardbehandlung historisch aus Melphalan und Prednison (MP).
In den letzten Jahren wurden neue Wirkstoffe wie Proteasom-Inhibitoren (Bortezomib) und immunmodulatorische Medikamente (Lenalidomid, Thalidomid) in die Erstlinientherapie integriert. Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser neuen Kombinationstherapien im Vergleich zur MP-Standardtherapie.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Netzwerk-Metaanalyse folgende Erkenntnisse:
Gesamtüberleben und progressionsfreies Überleben
Es wird berichtet, dass kontinuierliche Therapien mit VRDc (Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason) den größten Überlebensvorteil gegenüber Melphalan und Prednison (MP) aufweisen.
Zudem hält der Review fest, dass auch folgende Kombinationen das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben wahrscheinlich signifikant verlängern:
-
RD (Lenalidomid, Dexamethason)
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TMP (Thalidomid, Melphalan, Prednison)
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VMP (Bortezomib, Melphalan, Prednison)
Unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche
Laut Review führen die neuen Medikamentenkombinationen zu einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen im Vergleich zur Standardtherapie.
Bezüglich spezifischer Nebenwirkungen werden folgende Beobachtungen hervorgehoben:
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Das Risiko für Polyneuropathien ist unter TMP und VMP stark erhöht.
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Unter RD ist das Polyneuropathie-Risiko möglicherweise geringer als unter MP.
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Die Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen ist unter RD, TMP und VRDc deutlich höher als unter der Standardtherapie.
Lebensqualität
Die Auswertung der Lebensqualität zeigt, dass alle untersuchten Anti-Myelom-Therapien zu einer Verbesserung der Lebensqualität nach Behandlungsbeginn führen. Der Review betont, dass der klinische Überlebensvorteil individuell gegen das erhöhte Risiko für Nebenwirkungen abgewogen werden sollte.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review betont, dass der deutliche Überlebensvorteil durch neue Kombinationstherapien wie VRDc oder TMP mit einem signifikant höheren Risiko für Polyneuropathien und Therapieabbrüche einhergeht. Es wird empfohlen, diese Nutzen-Risiko-Abwägung individuell mit jedem Patienten zu besprechen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review weist die kontinuierliche Gabe von VRDc (Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason) den größten Überlebensvorteil im Vergleich zur Standardtherapie auf. Auch RD und TMP verlängern das Gesamtüberleben signifikant.
Der Review zeigt, dass Kombinationen wie TMP (Thalidomid) und VMP (Bortezomib) das Risiko für Polyneuropathien im Vergleich zu Melphalan/Prednison stark erhöhen. Unter VMP lag das geschätzte Risiko in den Studien bei über 79 Prozent.
Ja, der Text belegt, dass Behandlungen mit RD, TMP und VRDc zu einer deutlich höheren Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen führen. Unter VRDc lag diese Rate bei über 82 Prozent.
Gemäß den ausgewerteten Studien verbessert sich die Lebensqualität der Patienten nach Beginn einer Anti-Myelom-Therapie. Dies gilt laut Review unabhängig von der spezifischen Medikamentenkombination.
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Quelle: Cochrane Review: Multiple drug combinations of bortezomib, lenalidomide, and thalidomide for first-line treatment in adults with transplant-ineligible multiple myeloma: a network meta-analysis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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