CochraneIa2022

Mukoviszidose (CF): Training, Lungenfunktion & Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Zystische Fibrose (Mukoviszidose) führt zu einer Beeinträchtigung vieler Organsysteme, insbesondere der Lunge. Das Fortschreiten der Erkrankung resultiert häufig in einer verminderten körperlichen Belastbarkeit und Inaktivität.

Körperliche Aktivität und Training sind mittlerweile fester Bestandteil der multidisziplinären Versorgung von Menschen mit zystischer Fibrose. Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Evidenz für diese Interventionen.

Der Review analysiert randomisierte kontrollierte Studien, die körperliches Training von mindestens zwei Wochen Dauer mit der üblichen Versorgung vergleichen. Dabei werden sowohl Kinder als auch Erwachsene mit unterschiedlichen Schweregraden der Erkrankung berücksichtigt.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2022) fasst die Effekte von körperlicher Aktivität bei zystischer Fibrose in folgenden Kernpunkten zusammen:

Übersicht der klinischen Endpunkte

EndpunktEffekt der körperlichen Aktivität (> 6 Monate)Vertrauenswürdigkeit (GRADE)
Körperliche Leistungsfähigkeit (VO2 peak)Wahrscheinliche Verbesserung (geringer Effekt)Moderat
Lungenfunktion (FEV1)Möglicherweise kein EffektNiedrig
Lebensqualität (körperliche Funktion)Möglicherweise kein EffektNiedrig
Pulmonale ExazerbationenKein Unterschied zur KontrollgruppeHoch
BlutzuckerkontrolleKein Effekt nachgewiesenModerat
Unerwünschte EreignisseKein Unterschied (selten)Niedrig

Körperliche Leistungsfähigkeit

Laut der Meta-Analyse hat körperliches Training von mehr als sechs Monaten Dauer wahrscheinlich einen positiven Effekt auf die körperliche Leistungsfähigkeit (moderate Vertrauenswürdigkeit). Die gemessene Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2 peak) wird jedoch als gering eingestuft.

Lungenfunktion und Lebensqualität

Der Review zeigt, dass die Interventionen möglicherweise keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf die Lungenfunktion (FEV1) haben.

Ebenso wird kein signifikanter Unterschied bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in den Bereichen körperliche Funktionsfähigkeit und Atemwegssymptome beobachtet.

Exazerbationen und Blutzuckerkontrolle

Es wird berichtet, dass körperliche Aktivität keinen Unterschied bei der Häufigkeit von pulmonalen Exazerbationen oder der Zeit bis zur ersten Exazerbation macht (hohe Vertrauenswürdigkeit).

Zudem zeigt die Evidenz keine positiven Wirkungen auf die Blutzuckerkontrolle bei Personen ohne vorbestehenden Diabetes.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Autoren betonen, dass unerwünschte Ereignisse durch körperliche Aktivität selten sind. Es wird kein Unterschied in der Rate unerwünschter Ereignisse zwischen aktiven Gruppen und Kontrollgruppen festgestellt.

Daher gibt es laut Review keinen Grund, von regelmäßiger körperlicher Aktivität abzuraten. Die individuellen Vorlieben und Barrieren sollten bei der Trainingsplanung berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass körperliches Training bei zystischer Fibrose zwar sicher ist und die Leistungsfähigkeit leicht verbessert, jedoch keine signifikanten Effekte auf die Lungenfunktion (FEV1) oder die Lebensqualität nachgewiesen sind. Die Autoren betonen, dass Trainingsprogramme individuell an die Vorlieben und Barrieren der Betroffenen angepasst werden sollten, um eine langfristige Adhärenz zu fördern.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review hat körperliches Training wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf die Lungenfunktion (FEV1). Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Meta-Analyse zeigt mit hoher Vertrauenswürdigkeit, dass körperliche Aktivität keinen Unterschied bei der Häufigkeit von pulmonalen Exazerbationen macht. Auch die Zeit bis zum ersten Erkrankungsschub wird durch das Training nicht verlängert.

Der Review stuft körperliche Aktivität bei zystischer Fibrose als sicher ein. Es wird kein Unterschied in der Rate unerwünschter Ereignisse im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne spezielles Trainingsprogramm festgestellt.

Es wird berichtet, dass Trainingsprogramme von mehr als sechs Monaten Dauer die körperliche Leistungsfähigkeit, gemessen an der maximalen Sauerstoffaufnahme, wahrscheinlich verbessern. Der gemessene Effekt wird von den Autoren jedoch als gering bewertet.

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Quelle: Cochrane Review: Physical activity and exercise training in cystic fibrosis (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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