MINS in der HNO-Chirurgie: Diagnostik und Monitoring

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: ASA (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Myocardial Injury After Non-Cardiac Surgery (MINS) bezeichnet asymptomatische Myokardschäden innerhalb von 30 Tagen nach einer Operation. Die ASA-Leitlinie betont, dass diese Komplikation häufig unterschätzt wird, da sie in über 80 % der Fällen klinisch stumm verläuft.

Besonders in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) besteht ein erhöhtes Risiko. Dies liegt an der häufigen Anwendung der kontrollierten Hypotension bei Eingriffen wie der funktionellen endoskopischen Sinuschirurgie (FESS) oder der Mittelohr-Mikrochirurgie.

Patienten über 45 Jahre sowie Personen mit Vorerkrankungen wie koronarer Herzkrankheit oder Niereninsuffizienz sind laut Leitlinie besonders gefährdet. Ein postoperativer Troponinanstieg ist mit einer deutlich erhöhten 30-Tage-Mortalität assoziiert.

Klinischer Kontext

Jährlich werden weltweit Millionen von Narkosen durchgeführt. Das anästhesiologische Basismonitoring ist dabei ein essenzieller Bestandteil zur Gewährleistung der Patientensicherheit und Reduktion perioperativer Morbidität sowie Mortalität.

Narkosemittel beeinflussen fundamentale physiologische Prozesse wie den Atemantrieb, die kardiovaskuläre Autoregulation und die Thermoregulation. Ein kontinuierliches Monitoring ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Hypoxie, Hypoventilation oder hämodynamischer Instabilität.

Für Anästhesisten ist die lückenlose Überwachung der Vitalparameter entscheidend, um lebensbedrohliche Komplikationen während eines Eingriffs sofort zu identifizieren. Die Standardüberwachung bildet das Fundament für rasche therapeutische Interventionen im Operationssaal.

Zu den grundlegenden Überwachungsverfahren gehören standardmäßig die Pulsoximetrie, die Kapnographie, die kontinuierliche EKG-Ableitung sowie die nicht-invasive Blutdruckmessung. Ergänzt wird dies durch die Überwachung der Körpertemperatur und die klinische Beobachtung des Patienten.

Wissenswertes

Zu den Standardparametern zählen Oxygenierung (Pulsoximetrie), Ventilation (Kapnographie), Zirkulation (EKG, Blutdruck) und Temperatur. Diese Basisüberwachung wird bei jeder Allgemeinanästhesie, Regionalanästhesie und Sedierung angewendet.

Die kontinuierliche Messung des endtidalen CO2 dient der sicheren Verifikation der korrekten Tubuslage nach einer Intubation. Zudem ermöglicht sie die frühzeitige Erkennung von Ventilationsstörungen, Diskonnektionen oder einem Abfall des Herzzeitvolumens.

In der Regel erfolgt die nicht-invasive Blutdruckmessung bei stabilen Patienten mindestens alle fünf Minuten. Bei hämodynamisch instabilen Situationen oder speziellen Eingriffen wird auf eine kontinuierliche invasive arterielle Messung eskaliert.

Narkosemittel heben die zentrale Thermoregulation auf, was zu einer perioperativen Hypothermie führen kann. Eine kontinuierliche Temperaturmessung ist wichtig, um rechtzeitig wärmeerhaltende Maßnahmen einzuleiten und Gerinnungsstörungen sowie Wundinfektionen vorzubeugen.

Ein erweitertes Monitoring, wie die invasive Blutdruckmessung oder das Herzzeitvolumen-Monitoring, wird bei kardialen Vorerkrankungen oder großen Blutverlusten eingesetzt. Es ergänzt das Basismonitoring bei komplexen chirurgischen Eingriffen oder kritisch kranken Patienten.

Die Oxygenierung wird primär durch die kontinuierliche Pulsoximetrie und die Messung der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration überwacht. Ein Abfall der Sauerstoffsättigung löst sofortige akustische und visuelle Alarme am Narkosegerät aus.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein Abfall des mittleren arteriellen Drucks (MAP) unter 55 mmHg für mehr als eine Minute erhöht das Risiko für Myokardschäden signifikant. Es wird daher dringend empfohlen, bei der kontrollierten Hypotension in der HNO-Chirurgie die Dauer und Tiefe der Blutdrucksenkung auf das absolute Minimum zu beschränken.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose erfolgt primär über die Bestimmung von hochsensitivem kardialem Troponin (hs-cTn). Die Leitlinie empfiehlt serielle Messungen in den ersten 24 bis 72 Stunden nach dem Eingriff, da EKG-Veränderungen meist fehlen.

Laut Leitlinie sind besonders Patienten über 45 Jahre gefährdet. Zusätzliche Risikofaktoren sind koronare Herzkrankheit, chronische Niereninsuffizienz, Anämie und intraoperative Hypotension.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Gabe von ASS zur Prävention ab. Studiendaten zeigen, dass ASS das Infarktrisiko nicht senkt, aber das Risiko für schwere perioperative Blutungen erhöht.

Bei der funktionellen endoskopischen Sinuschirurgie (FESS) wird häufig eine kontrollierte Hypotension angewendet, um Blutungen zu minimieren. Diese künstliche Blutdrucksenkung kann laut Leitlinie die myokardiale Durchblutung gefährden und stumme Myokardschäden auslösen.

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Quelle: Standards for Basic Anesthetic Monitoring (ASA, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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