MASLD und MASH: Leitlinien zu Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: EASL (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die EASL-Leitlinie 2024 aktualisiert die Nomenklatur und das Management der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD). Der Begriff NAFLD wurde durch MASLD (Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease) ersetzt, um die metabolische Natur der Erkrankung besser abzubilden.

Für die Diagnose einer MASLD wird laut Leitlinie der Nachweis einer Steatose sowie mindestens eines kardiometabolischen Risikofaktors gefordert. Die globale Prävalenz bei Erwachsenen liegt bei etwa 30 Prozent.

Die Leitlinie betont, dass kardiovaskuläre Erkrankungen die häufigste Todesursache bei MASLD darstellen. Eine aggressive Modifikation der Risikofaktoren sowie eine 10-Jahres-Risikobewertung für kardiovaskuläre Ereignisse werden als obligatorisch eingestuft.

Klinischer Kontext

Die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), ehemals NAFLD, ist die weltweit häufigste chronische Lebererkrankung. Die globale Prävalenz wird auf etwa 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geschätzt, wobei eine enge Assoziation zum metabolischen Syndrom und Adipositas besteht.

Die Pathogenese basiert auf einer gestörten hepatischen Lipidhomöostase, die durch Insulinresistenz und systemische Inflammation angetrieben wird. Dies führt zu einer Akkumulation von Triglyceriden in den Hepatozyten, was bei einem Teil der Patienten eine Steatohepatitis (MASH) mit fortschreitender Fibrosierung auslösen kann.

Für behandelnde Ärzte ist die Erkrankung von zentraler Bedeutung, da sie unbehandelt zu Leberzirrhose und hepatozellulärem Karzinom führen kann. Zudem ist die kardiovaskuläre Mortalität bei diesen Patienten signifikant erhöht, was einen ganzheitlichen kardiometabolischen Behandlungsansatz erfordert.

Die Basisdiagnostik umfasst in der Regel den sonografischen Nachweis einer Lebersteatose sowie die Bestimmung der Leberenzymwerte. Zur nicht-invasiven Abschätzung des Fibroserisikos kommen häufig laborchemische Scores wie der FIB-4-Index oder die transiente Elastografie zum Einsatz.

Wissenswertes

Die Nomenklatur wurde aktualisiert, um die pathophysiologische Rolle metabolischer Faktoren besser abzubilden und Stigmatisierung zu reduzieren. MASLD erfordert neben der hepatischen Steatose das Vorliegen mindestens eines kardiometabolischen Risikofaktors.

Der FIB-4-Index wird aus Alter, AST, ALT und Thrombozytenzahl berechnet und dient der initialen Risikostratifizierung. Niedrige Werte schließen eine fortgeschrittene Fibrose mit hoher Wahrscheinlichkeit aus, während hohe Werte eine weitere fachärztliche Abklärung erfordern.

MASLD beschreibt die einfache Verfettung der Leber mit metabolischen Risikofaktoren, während MASH (früher NASH) zusätzlich durch hepatozelluläre Schädigung und Inflammation gekennzeichnet ist. Die sichere Differenzierung erfordert oft erweiterte Diagnostik oder eine Leberbiopsie.

Zur Basisdiagnostik gehören die Transaminasen (AST, ALT), Gamma-GT sowie Parameter des Glukose- und Lipidstoffwechsels. Zusätzlich sollte ein komplettes Blutbild zur Berechnung von Fibrose-Scores wie dem FIB-4-Index abgenommen werden.

Die Grundlage der Behandlung bildet die Lebensstilmodifikation mit Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung und vermehrter körperlicher Aktivität. Begleitend steht die optimale medikamentöse Einstellung kardiovaskulärer und metabolischer Komorbiditäten wie Diabetes mellitus im Fokus.

Eine fachärztliche Vorstellung ist indiziert, wenn nicht-invasive Tests wie der FIB-4-Score auf ein mittleres oder hohes Risiko für eine fortgeschrittene Leberfibrose hindeuten. Ebenso ist eine Überweisung bei unklarer Diagnose oder Hinweisen auf andere chronische Lebererkrankungen sinnvoll.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Statine bei Vorliegen einer MASLD sicher sind und bei entsprechendem kardiovaskulärem Risiko indiziert bleiben. Eine unbegründete Zurückhaltung bei der Statintherapie aus Sorge vor Leberwerterhöhungen sollte vermieden werden, da kardiovaskuläre Ereignisse die Haupttodesursache dieser Kohorte darstellen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfordert die Diagnose den Nachweis einer hepatischen Steatose in Kombination mit mindestens einem kardiometabolischen Risikofaktor.

Die Leitlinie empfiehlt den FIB-4-Score als nicht-invasiven Erstlinientest. Bei Werten unter 1,30 wird ein geringes Risiko angenommen, sodass keine weitere Abklärung erforderlich ist.

Nein, die Leitlinie stuft Statine bei MASLD als sicher ein. Sie werden bei bestehendem kardiovaskulärem Risiko ausdrücklich empfohlen.

Es wird eine mediterrane Diät empfohlen. Zudem rät die Leitlinie zur Reduktion von Fruktose und hochverarbeiteten Lebensmitteln.

Ja, laut Leitlinie ist Resmetirom die erste zugelassene medikamentöse Therapie für MASH mit Fibrose. Es handelt sich um einen Schilddrüsenhormonrezeptor-beta-Agonisten.

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Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines on NAFLD/MASLD (2024) (EASL, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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