IQWiG2021Onkologie

Malignes Pleuramesotheliom: Nivolumab-Therapie & Nutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung A21-89 untersucht den Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinientherapie des nicht resezierbaren malignen Pleuramesothelioms bei Erwachsenen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt. In der zugrundeliegenden Studie CA209-743 wurde die Intervention mit Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin oder Carboplatin verglichen.

Die Bewertung basiert auf patientenrelevanten Endpunkten wie Gesamtüberleben, Morbidität und Nebenwirkungen. Es wird eine starke Differenzierung der Ergebnisse nach der vorliegenden Tumorhistologie vorgenommen.

Empfehlungen

Zusatznutzen nach Tumorhistologie

Das IQWiG differenziert den Zusatznutzen stark nach der vorliegenden Tumorhistologie. Es wird betont, dass sich ein positiver Effekt im Gesamtüberleben ausschließlich bei einer spezifischen Subgruppe zeigt.

Für die betroffenen Personen ergeben sich laut Bewertung folgende Resultate:

  • Bei nicht-epitheloider Tumorhistologie besteht ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Bei epitheloider Tumorhistologie ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Positive Effekte (Nicht-epitheloide Histologie)

Bei der nicht-epitheloiden Tumorhistologie zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben. Dies führt zu der positiven Bewertung des Zusatznutzens.

Zudem gibt es Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden bei bestimmten Nebenwirkungen. Dazu zählen unter anderem Übelkeit, Asthenie, Anämie und Neutropenie.

Negative Effekte und Nebenwirkungen

Dem potenziellen Nutzen stehen laut Bericht auch negative Effekte gegenüber. Es zeigen sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch spezifische unerwünschte Ereignisse.

Die Bewertung warnt vor folgenden vermehrten Nebenwirkungen unter der Kombinationstherapie:

  • Immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)

  • Diarrhö und endokrine Erkrankungen

  • Erhöhte Lipase-Werte

  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege (besonders bei epitheloider Histologie)

Lebensqualität und Symptomatik

Für den Endpunkt Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Studie jedoch nicht adäquat erhoben.

Dosierung

Die in der zugrundeliegenden Studie CA209-743 verwendeten Dosierungsschemata werden wie folgt beschrieben:

WirkstoffDosierungHäufigkeitMaximale Dauer
Nivolumab3 mg/kg Körpergewicht i.v.alle 2 Wochen24 Monate
Ipilimumab1 mg/kg Körpergewicht i.v.alle 6 Wochen24 Monate
Pemetrexed500 mg/m2 Körperoberfläche i.v.Tag 1 jedes Zyklus6 Zyklen (à 3 Wochen)
Cisplatin75 mg/m2 Körperoberfläche i.v.Tag 1 jedes Zyklus6 Zyklen (à 3 Wochen)
Carboplatin (alternativ)AUC 5 mg/ml/min i.v.Tag 1 jedes Zyklus6 Zyklen (à 3 Wochen)

Es wird darauf hingewiesen, dass die Zulassung für Nivolumab mittlerweile eine fixe Dosierung (360 mg alle 3 Wochen) vorsehen kann. Das IQWiG geht jedoch davon aus, dass diese Abweichung keinen relevanten Einfluss auf die beobachteten Effekte hat.

Kontraindikationen

Die Fachinformation und der Bericht nennen spezifische Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für bestimmte Personengruppen.

Eine besondere ärztliche Überwachung wird für folgende Gruppen beschrieben:

  • Personen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

  • Personen mit aktiven (unbehandelten) Hirnmetastasen

  • Personen mit aktiver Autoimmunerkrankung oder systemischer Immunsuppression

  • Personen mit symptomatischer interstitieller Lungenerkrankung

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass die Bestimmung der Tumorhistologie vor Therapiebeginn essenziell ist, da ein Überlebensvorteil durch Nivolumab plus Ipilimumab nur bei der nicht-epitheloiden Form nachgewiesen wurde. Bei Vorliegen einer epitheloiden Histologie überwiegen laut Bewertung die Risiken durch vermehrte immunvermittelte Nebenwirkungen, ohne dass ein Zusatznutzen belegt ist. Es wird daher eine strenge Indikationsstellung anhand des histologischen Befundes nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung hängt der Zusatznutzen von der Tumorhistologie ab. Bei nicht-epitheloider Histologie wird ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gesehen, während bei epitheloider Histologie kein Zusatznutzen belegt ist.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe als Vergleichstherapie festgelegt. In der bewerteten Studie wurde Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin oder Carboplatin als Komparator eingesetzt.

Der Bericht zeigt einen höheren Schaden durch immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Dazu gehören unter anderem Diarrhö, endokrine Störungen, Nierenerkrankungen und erhöhte Lipase-Werte.

Gemäß den Studiendaten und der Fachinformation wird eine maximale Behandlungsdauer von 24 Monaten für die Kombinationstherapie beschrieben. Die Therapie kann bei Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität vorzeitig beendet werden.

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Quelle: IQWiG A21-89: Nivolumab (Malignes Pleuramesotheliom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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