CochraneIa2022

Lungenrehabilitation bei Asthma: Wirksamkeit und Nutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, die durch variable Atemwegsobstruktionen und Symptome wie Atemnot, Husten und Engegefühl in der Brust gekennzeichnet ist. Körperliches Training gilt als vorteilhaft für Menschen mit Asthma.

Die Lungenrehabilitation ist eine etablierte Standardbehandlung für viele chronische Lungenerkrankungen wie die COPD. Die spezifischen Auswirkungen herkömmlicher Rehabilitationsprogramme auf Erwachsene mit Asthma waren jedoch bislang weniger eindeutig.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit der Lungenrehabilitation im Vergleich zur üblichen Versorgung. Dabei werden Endpunkte wie körperliche Leistungsfähigkeit, Asthmakontrolle und Lebensqualität bei erwachsenen Asthmatikern analysiert.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Lungenrehabilitation bei Erwachsenen mit Asthma anhand verschiedener klinischer Endpunkte zusammen.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die Meta-Analyse bewertet die Effekte unmittelbar nach Abschluss der Lungenrehabilitation im Vergleich zur üblichen Versorgung wie folgt:

Klinischer EndpunktEffekt der LungenrehabilitationEvidenzgrad (GRADE)
6-Minuten-Gehtest (Distanz)Verbesserung um ca. 80 MeterModerat
Lebensqualität (SGRQ-Score)Deutliche VerbesserungModerat
Asthmakontrolle (ACQ-Score)Geringfügige VerbesserungNiedrig
Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 peak)Sehr unsicherer EffektSehr niedrig

Körperliche Leistungsfähigkeit

Die Meta-Analyse zeigt, dass eine Lungenrehabilitation die funktionelle körperliche Leistungsfähigkeit wahrscheinlich signifikant verbessert.

  • Im 6-Minuten-Gehtest zeigte sich eine durchschnittliche Verbesserung, die die minimal klinisch bedeutsame Differenz deutlich übertrifft.

  • Die Effekte auf die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max) sind hingegen sehr unsicher.

  • Es ist unklar, ob die positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum (bis zu 12 Monate) anhalten.

Lebensqualität und Asthmakontrolle

Bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Asthmakontrolle liefert der Review gemischte Ergebnisse.

  • Die Lebensqualität, gemessen mit dem St. George's Respiratory Questionnaire (SGRQ), verbessert sich wahrscheinlich deutlich.

  • Bei Messung mit dem Asthma Quality of Life Questionnaire (AQLQ) zeigt sich jedoch möglicherweise kaum ein messbarer Effekt.

  • Die Asthmakontrolle verbessert sich unmittelbar nach der Intervention möglicherweise nur geringfügig.

Weitere Endpunkte

Für Endpunkte wie schwere Asthmaexazerbationen, psychische Gesundheit, Muskelkraft oder Entzündungsmarker liegt derzeit nicht genügend Evidenz vor. Es können laut Review hierzu keine klaren Schlussfolgerungen gezogen werden.

Kontraindikationen

Der Review weist darauf hin, dass unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der Lungenrehabilitation generell selten sind. Es wird jedoch berichtet, dass bei maximalen Belastungstests auf dem Laufband Symptome einer belastungsinduzierten Bronchokonstriktion auftreten können.

Eine engmaschige Überwachung auf solche Symptome wird in diesem Kontext als sinnvoll erachtet.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Review profitieren Erwachsene mit Asthma unmittelbar nach einer Lungenrehabilitation insbesondere von einer klinisch relevanten Steigerung der funktionellen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei maximalen Belastungstests auf Anzeichen einer belastungsinduzierten Bronchokonstriktion geachtet werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass eine Lungenrehabilitation die funktionelle Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität von Erwachsenen mit Asthma wahrscheinlich verbessert. Die Effekte auf die Asthmakontrolle fallen hingegen eher gering aus.

Die in den Studien untersuchten Programme umfassten mindestens vier Wochen beziehungsweise acht Trainingseinheiten. Stationäre Programme dauerten meist drei bis vier Wochen, während ambulante Programme oft acht bis zwölf Wochen in Anspruch nahmen.

Laut Review bestehen die Programme primär aus einem aeroben Ausdauertraining, das durch Schulungen oder Selbstmanagement-Komponenten ergänzt wird. Dazu zählen häufig Atemtraining, Entspannungsübungen oder Ernährungsberatung.

Es ist derzeit unklar, ob die positiven Effekte auf Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bis zu einem Jahr nach Abschluss der Rehabilitation bestehen bleiben. Die verfügbare Evidenz zu den Langzeiteffekten wird als sehr unsicher bewertet.

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Quelle: Cochrane Review: Pulmonary rehabilitation versus usual care for adults with asthma (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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