CochraneIa2019

Leseförderung bei Intelligenzminderung: Interventionen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

In der Vergangenheit wurde oft nicht erwartet, dass Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung lesen lernen. Diese gesellschaftliche Erwartungshaltung hat sich jedoch gewandelt, sodass nun eine angemessene Lese- und Schreibförderung vorausgesetzt wird.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit von Interventionen für den Lesebeginn bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 21 Jahren mit geistiger Behinderung. Als geistige Behinderung wird dabei ein Intelligenzquotient definiert, der zwei oder mehr Standardabweichungen unter dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt.

Die untersuchten Interventionen umfassen unter anderem das Training der phonologischen Bewusstheit, die Buchstaben-Laut-Zuordnung und die Dekodierung. Diese Methoden wurden in den eingeschlossenen Studien mit dem standardmäßigen Leseunterricht verglichen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu Interventionen für den Lesebeginn zusammen:

Wirksamkeit der Leseinterventionen

Laut Review zeigen Interventionen, die Elemente der phonologischen Bewusstheit, der Buchstaben-Laut-Instruktion und der Dekodierung enthalten, kleine bis moderate positive Effekte. Es wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen in den Studien berichtet.

Die Meta-Analyse ergab folgende standardisierte mittlere Differenzen (SMD) zugunsten der Leseinterventionen:

EndpunktEffektstärke (SMD)Qualität der Evidenz
Phonologische Bewusstheit0,55 (moderat)Moderat
Lesen von Wörtern0,54 (moderat)Moderat
Dekodierung0,40 (klein bis moderat)Niedrig
Mündliche Leseflüssigkeit0,65 (moderat)Niedrig
Sprachfähigkeiten0,28 (klein)Moderat

Hinweise für die Praxis

Die Autoren des Reviews leiten aus den Ergebnissen ab, dass die Integration von phonologischer Bewusstheit und Phonics in den anfänglichen Leseunterricht für viele Schüler geeignet sein kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass frühe Leseinterventionen für diese Lernergruppe ausreichend intensiv sein und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden müssen. Eine Studie zeigte beispielsweise, dass für den Lernfortschritt eines Jahres oft zwei bis vier Jahre tägliche Intervention erforderlich waren.

Zudem wird eine starke Individualisierung der Maßnahmen empfohlen. Ein datenbasierter Individualisierungsprozess kann laut Review genutzt werden, um laufende Anpassungen an die Bedürfnisse der Kinder vorzunehmen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass Leseinterventionen bei Kindern mit geistiger Behinderung eine hohe Intensität und eine lange Dauer erfordern. Es wird darauf hingewiesen, dass für den Lernfortschritt, der einem regulären Schuljahr entspricht, oft zwei bis vier Jahre tägliche Förderung notwendig sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review sind Interventionen für den Lesebeginn moderat wirksam, um Fähigkeiten wie die phonologische Bewusstheit und das Lesen von Wörtern zu verbessern. Die Effekte sind klein bis moderat, aber statistisch signifikant.

Der Review legt nahe, dass die Integration von phonologischer Bewusstheit, Buchstaben-Laut-Instruktion (Phonics) und Dekodierung in den Unterricht sinnvoll ist. Diese Ansätze zeigten in den untersuchten Studien positive Ergebnisse.

Es wird berichtet, dass der Lernprozess deutlich langsamer verlaufen kann als bei Kindern ohne Behinderung. Eine im Review zitierte Studie ergab, dass für den Lese-Fortschritt eines Jahres oft zwei bis vier Jahre tägliche Intervention erforderlich sind.

In den vom Cochrane Review eingeschlossenen Studien wurden keine unerwünschten Ereignisse oder negativen Effekte durch die Leseinterventionen berichtet.

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Quelle: Cochrane Review: Beginning reading interventions for children and adolescents with intellectual disability (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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