Histamin im 24-Stunden-Urin: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Histamin ist ein biogenes Amin, das im Organismus als Botenstoff bei Entzündungsreaktionen und als Neurotransmitter fungiert. Es wird im Körper in großen Mengen von Gewebsmastzellen gebildet und gespeichert, kommt aber auch in zahlreichen Nahrungsmitteln vor.
Der Abbau von Histamin erfolgt normalerweise rasch über das Enzym Diaminoxidase (DAO) und dessen Coenzym Vitamin B6. Ein Ungleichgewicht zwischen der Histaminfreisetzung beziehungsweise -aufnahme und dem Abbau kann zu pseudoallergischen Reaktionen führen.
Das Gesundheitsportal Österreich (Gesundheit.gv.at) beschreibt die Bestimmung von Histamin im 24-Stunden-Urin als wichtiges diagnostisches Instrument. Die Untersuchung dient primär der Unterscheidung zwischen echten, immunologisch vermittelten Nahrungsmittelallergien und nicht-immunologischen Unverträglichkeiten wie der Histamin-Intoleranz.
Empfehlungen
Die Informationen der Quelle umfassen folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Interpretation:
Präanalytik
Vor der Gewinnung von Untersuchungsmaterial für die Histamin-Bestimmung wird eine strikte Diät empfohlen. Laut Quelle dürfen keine stark histaminhaltigen Nahrungsmittel wie Thunfisch, Sauerkraut, Käse oder Rotwein konsumiert werden.
Ebenso ist der Verzicht auf Alkohol zwingend erforderlich. Ethanol hemmt die Diaminoxidase (DAO) und verfälscht somit den Histamin-Abbau im Körper.
Referenzwerte
Für die Beurteilung des Histamins im 24-Stunden-Urin gelten laut Text folgende Referenzbereiche:
| Patientengruppe | Alter | Referenzbereich |
|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | 5–35 ng/mL |
| Männer | über 18 Jahre | 5–35 ng/mL |
| Frauen | bis 18 Jahre | 5–35 ng/mL |
| Frauen | über 18 Jahre | 5–35 ng/mL |
Diagnostische Interpretation
Ein Hinweis auf eine Histamin-Intoleranz liegt bei folgenden Laborkonstellationen vor:
-
Erhöhtes Histamin und/oder erhöhte Histamin-Metabolite im Harn
-
Normales oder erhöhtes Histamin im Blut bei verminderter DAO-Aktivität
-
Gleichsinnige Erhöhung von Histamin und DAO-Aktivität im Blut
-
Erhöhtes Histamin im Stuhl
Zur weiteren Abklärung einer Nahrungsmittelallergie wird ein mehrstufiges Vorgehen beschrieben. Dieses umfasst eine ausführliche Anamnese mit Ernährungstagebuch, eine Eliminationsdiät sowie spezifische Labortests (Gesamt-IgE, spezifisches IgE/IgG, Tryptase) und Hauttestungen.
Differenzialdiagnosen
Erhöhte Histamin-Werte sind nicht spezifisch für eine Intoleranz. Der Text nennt folgende Erkrankungen, die diagnostisch zwingend abgegrenzt werden müssen:
-
Mastozytose (systemische Anhäufung von Mastzellen im Gewebe)
-
Bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems (z.B. chronisch myeloische Leukämie, Polycythaemia vera)
-
Neuroendokrine Tumore (sogenannte Karzinoide)
-
Angeborene Enzymdefekte oder Zöliakie
Therapeutische Maßnahmen
Bei bestätigter Nahrungsmittelallergie oder Intoleranz stellt die Allergenkarenz die wichtigste therapeutische Maßnahme dar. Es wird geraten, Fertigprodukte, Würzmischungen und üppige Buffets konsequent zu meiden.
Medikamentös können je nach Beschwerdebild verschiedene Optionen eingesetzt werden. Dazu zählen Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure, Antihistaminika, Vitamin B6 als DAO-Kofaktor sowie Asthmatherapeutika.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler bei der Bestimmung von Histamin im 24-Stunden-Urin ist die unzureichende Aufklärung über die Präanalytik. Es wird betont, dass der Konsum von Alkohol oder histaminreichen Lebensmitteln vor der Probengewinnung die Diaminoxidase hemmt und zu falsch-hohen Werten führt. Eine strikte Karenz im Vorfeld der Untersuchung ist essenziell für verwertbare Laborergebnisse.
Häufig gestellte Fragen
Laut Gesundheit.gv.at liegt der Referenzbereich für Histamin im 24-Stunden-Urin bei 5 bis 35 ng/mL. Dieser Wert gilt geschlechtsunabhängig für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Vor der Probengewinnung wird der Verzicht auf histaminreiche Nahrungsmittel wie Hartkäse, Rotwein, Sauerkraut und Thunfisch empfohlen. Zudem muss Alkohol strikt gemieden werden, da dieser das abbauende Enzym DAO hemmt.
Neben allergischen Reaktionen und Intoleranzen weist der Text auf systemische Erkrankungen hin. Dazu gehören die Mastozytose, neuroendokrine Tumore (Karzinoide) sowie bestimmte Leukämieformen wie die chronisch myeloische Leukämie.
Eine echte Nahrungsmittelallergie wird meist durch IgE- oder IgG-Antikörper vermittelt, die im Blut nachweisbar sind. Bei einer Histamin-Intoleranz (Pseudoallergie) zeigt sich hingegen oft eine verminderte DAO-Aktivität bei gleichzeitig erhöhten Histaminwerten in Blut, Urin oder Stuhl.
Zur medikamentösen Unterstützung werden Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure genannt. Zusätzlich kann die Gabe von Vitamin B6 als Kofaktor der Diaminoxidase (DAO) erwogen werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Laborwert: Histamin im 24-Std.-Urin (HIS24U) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.